Gips-Schüle-Forschungs­preis für orga­nische Solar­zellen

Das neue Herstellungsverfahren für organische Solarzellen haben Stefan Gärtner (links) und Alexander Colsmann (rechts) vom KIT mit einem Industriepartner entwickelt. (Bild: Markus Breig / KIT)

Das neue Herstellungs­verfahren für organische Solarzellen haben Stefan Gärtner (links) und Alex­ander Colsmann vom KIT mit einem Industriepartner entwickelt. (Bild: M. Breig, KIT)

„Die Photovoltaik ist ein wichtiger Baustein für die Stromver­sorgung aus erneuer­baren Energien – die derzei­tigen Wachstums­raten legen nahe, dass ihre Bedeutung in Zukunft noch deutlich zunehmen wird. Umso wichtiger ist es, hier bereits bei der Herstellung auf „grüne“ Technologien zu setzen“, sagt der Präsi­dent des KIT, Holger Hanselka. „Das am KIT in Zusammen­arbeit mit der Industrie entwickelte neu­artige Ver­fahren ist nicht nur hoch­innovativ, sondern ermöglicht auch eine nach­haltige und kosten­günstige Pro­duktion. Die Auszeichnung mit dem Gips-Schüle-Forschungs­preis ist eine tolle Aner­kennung für diese groß­artige Leistung.“

Sie sind leicht, flexibel und lassen sich in verschiedenen Farben fertigen: Organische Solar­zellen bieten ge­gen­über herkömm­lichen viele Vor­teile und eröffnen viel­fältige Anwendungs­felder und Gestal­tungs­mögl­ich­keiten. Bislang war für die Herstellung dieser Solarzellen – genauer für das Abscheiden von Schich­ten aus lichtabsorbierenden organischen Halbleitern – jedoch der Einsatz gesund­heits­schäd­licher Lösungs­mittel nötig.

Die Forscher des KIT haben in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF geförderten Projekte UNICORN in Zusammen­arbeit mit der MJR PharmJet GmbH umwelt­freund­liche Prozesse für die Beschich­tung und den Druck organischer Halb­leiter ent­wickelt. „In unserem Verfahren verteilen wir die Halb­leiter als Nano­partikel in halogen­freien Löse­mitteln wie Alkoholen“, erläutert Alexander Colsmann, der am Licht­techni­schen Institut des KIT die Gruppe Organische Photo­voltaik leitet. „Der umwelt­ver­träg­liche Her­stellungs­pro­zess trägt zudem maß­geblich zur Reduzierung der Kosten bei, sodass sich zum Teil auf­wendige Sicher­heits­maß­nahmen erübrigen“. Zudem erreichen die neu­artigen nano­parti­kulären Solar­zellen nahezu die Wir­kungs­grade her­kömm­licher organischer Solar­zellen.

„Über­zeugt hat die Jury die Umwelt­freund­lich­keit der Her­stellung, einschließ­lich eines geringeren CO2-Fuß­ab­drucks und die Tat­sache, dass die Ergeb­nisse bereits hoch­rangig publiziert werden konnten und auf Kongressen reüssiert haben. Das vor­geschlagene Ver­fahren wird nach Auffassung der Jury die Produk­tions­verfahren organischer Solar­zellen revolu­tio­nieren“, erläutert der Jury­sprecher der Gips-Schüle-Stif­tung Peter Franken­berg.

Mit dem Gips-Schüle-Forschungs­preis zeichnet die Stiftung inter­disziplinäre Forschungs­projekte mit ho­hem Inno­vations­poten­zial aus, die von besonderem und nach­haltigem Nutzen für die Gesell­schaft sind. Die Stif­tung verleiht den Preis zum zweiten Mal, anlässlich des fünfzig­jährigen Stiftungs­jubiläums ist er mit 50.000 Euro dotiert. Der Gruppen­leiter Alexander Colsmann, Stefan Gärtner und Bernd Baumstümmler, der Geschäfts­führer der MJR PharmJet, nahmen die Auszeichnung bei der Jubiläums­feier am 24. Novem­ber 2015 in Stutt­gart entgegen. (Quelle: KIT)

Links: AG Organische Photovoltaik (A. Colsmann), Lichttechnisches Institut, Karlsruher Institut für Technologie • MJR PharmJet GmbH, Instillo Group • Gips-Schüle-Forschungspreise, Gips-Schüle-Stiftung

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