Firmen wollen mehr in Energieeffizienz investieren

Ansätze zur Energieeffizienzverbesserung in produzierenden Unternehmen (Bild: EEP Uni Stuttgart)

Ansätze zur Energieeffizienzverbesserung in produzierenden Unternehmen (Bild: EEP Uni Stuttgart)

Unternehmen in Deutschland wollen in den kommenden zwölf Monaten wieder mehr in Energie­effizienz investieren. Dies hat die aktuelle Winter­erhebung des Energie­effizienz-Indexes EEI ergeben. Das Institut für Energie­effizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart erhebt seit 2013 halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zum Thema Energie­effizienz in Zusammen­arbeit mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundes­verband der Deutschen Industrie (BDI), dem Fraunhofer IPA und dem TÜV Rheinland.

An der aktuellen Erhebung zum EEI nahmen 631 und damit doppelt so viele produ­zierende Unternehmen teil wie im Sommer 2015. Insgesamt ist der EEI – bestehend aus den Teilindices Bedeutung / Investition / Produk­tivität – im letzten Halbjahr von 1,3 auf 2,8 gestiegen. Das Stimmungsbild für das Jahr 2016 ist also positiv. „Die Talsohle ist glücklicher­weise durchschritten“, sagt EEP-Instituts­leiter Alexander Sauer. „Während die Stimmungs­lage zur Energie­effizienz seit 2014 konti­nuierlich sank und sogar mit negativem Ausblick in den Sommer gestartet ist, zeichnet sich nun eine deutlich positive Bewegung ab. Eine erfreuliche Entwicklung, trotz der weiterhin tiefen Energiepreise. Damit ist zu erwarten, dass die Initiative des Bundes­wirtschafts­ministeriums, Energie­effizienz zur ersten Priorität zu machen, auf einen fruchtbaren Boden fällt“.

Energieeffizienz-Index EEI wieder im grünen Bereich (Bild: EEP Uni Stuttgart)

Energie­effizienz-Index EEI wieder im grünen Bereich (Bild: EEP Uni Stuttgart)

Auf die Frage „Welcher prozen­tuale Anteil sämtlicher Investi­tionen der kommenden zwölf Monate lässt sich der Effizienz­steigerung zuordnen?“ gaben 41 % der befragten Unternehmen Investitions­anteile von über 20 % an, und weitere 35 % zwischen 10 und 20 %. Keines der befragten Unternehmen will gar nichts in Energie­effizienz investieren. Schon heute widmen fast drei Viertel aller Unternehmen mehr als 10 % ihrer Gesamt­investitionen der Energie­effizienz. Dabei steigt der geplante prozentuale Investitions­anteil mit der Unternehmens­größe. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Effizienz künftig um mehr als 10 Prozent steigern wollen, ist im vergangenen halben Jahr besonders stark von 20,6 auf 68,5 % gestiegen.

Auch die Kommuni­kation funktioniert: Nur 5,7 % der Unternehmen fühlen sich gar nicht und weitere 2,6 % noch nicht genug über Förder­möglichkeiten informiert oder interessieren sich nicht dafür. 40 % der Befragten erkundigen sich bei Banken und Kammern über mögliche Förder­maßnahmen. Mit 13 % nutzen vergleichsweise wenige das Internet und Datenbanken.

Fast 90 % der antwortenden Unternehmen aus allen Wirtschafts­zweigen verfolgen einen systema­tischen Ansatz in Sachen Energie­effizienz. Energieaudits, die Einführung von Energie­management­systemen und Energie­netzwerke nehmen dabei am stärksten zu. Auch wenn immer noch zwölf  % der Unternehmen keinen systema­tischen Ansatz verfolgen: Investiert wird dennoch von allen. Die aktuelle Erhebung zeigt, dass Maßnahmen der Politik, wie das für große Unternehmen verpflichtende Energieaudit, bei den Firmen ankommen. Es ist außerdem ein positives Signal für die gemeinsame Initiative Energie­effizienz-Netzwerke von Bundesregierung und Wirtschaft. (Quelle: Fh.-IPA)

Links: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, StuttgartInstitut für Energieeffizienz in der Produktion EEP, Universität StuttgartEnergieeffizienz-Index EEI

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