Neu­es Mess­ge­rät be­hält Strom­ver­brauch im Blick

Christoph Klemenjak mit dem YoMo-Arduino-Board (Bild: AAU, KK)

Christoph Klemenjak mit dem YoMo-Arduino-Board (Bild: AAU, KK)

Forscher der Alpen-Adria-Universität haben ein Gerät entwickelt, mit dem sich Home-Energy-Manage­ment-Applika­tionen in den eigenen vier Wänden umsetzen lassen. Das Gerät mit der entspre­chenden Software steht der forschenden und entwickelnden Community in Industrie und Wissen­schaft sowie Privat­personen offen zur Verfügung.

Smart Meters sind die Erweiterung von klassischen Stromzählern: Sie sollen dazu in der Lage sein, Informationen zum Strom­verbrauch an den Energie­anbieter zu liefern. Dahinter steht die Idee von „smarten“ Energie­systemen, die den Energie­verbrauch intelligent lenken. Solche Smart Meter sind geeichte, verplombte Messgeräte zu Abrechnungs­zwecken. Damit Kundinnen und Kunden in den eigenen vier Wänden ihr Energie­management verbessern können, braucht es kosten­günstige Möglichkeiten, den Strom­verbrauch im Blick zu behalten und gegebenen­falls umzuorga­nisieren.

Christoph Klemenjak, Dominik Egarter und Wilfried Elmenreich vom Institut für Vernetzte und Einge­bettete Systeme haben nun einen Aufsatz für die Open-Source-Soft- und -Hardware Arduino entwickelt, das diesen Bedürf­nissen entsprechen soll. Das Gerät misst die Wirkleistung, also den tatsächlichen Verbrauch, aber auch die Schein- und Blind­leistung. YoMo – You only meter once –, so der Name des Geräts, ist einfach auf beste­henden Mess­einheiten zu installieren. Klemenjak, Egarter und Elmenreich gehen davon aus, dass „die Mess­genauig­keit für eine Reihe von Anwen­dungen ausreichend ist. Gemessen werden Leistungen von ein paar Watt bis fünf Kilowatt.“ Sie erklären weiter: „Mit YoMo kann sowohl der Verbrauch von einzelnen Haushalts­geräten gemessen als auch eine Über­wachung des Energie­verbrauchs eines gesamten Haushalts organisiert werden.“

Das YoMo Projekt wurde bisher von der Community sehr gut angenommen und mittler­weile 650 Mal herunter­geladen. Die Forscher­gruppe ist außerdem mit Forschern und Studenten aus Italien, Malaysia, Zentral-Afrika, Südamerika und der Schweiz in Kontakt, die das Gerät für ihre Forschung verwenden wollen. Außerdem arbeitet man bereits gemeinsam mit einem US-amerika­nischen Austausch­studenten an der nächsten Version des YoMo, die im Bereich des „Internet of things“ Einsatz finden soll.

Die Software steht kostenlos zur Verfügung; die Kosten für eine Mess­einheit belaufen sich auf rund 50,– Euro. (Quelle: AAU)

Links: YoMo Metering Board, sourceforge.net • Initiativschwerpunkt „Energiemanagement & -technik“, Alpen-Adria-Universität, Klagenfurt

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