Biokraftstoff gezielt für erneuerbare Mobilität einsetzen

Nutzung von Biokraftstoffen in Deutschland. (Bild: AEE)

Nutzung von Biokraftstoffen in Deutschland. (Bild: AEE)

Wenn in diesen Tagen landauf, landab gelbe Raps­felder leuchten, so wächst dort eine Pflanze heran, die Tank und Teller füllt: Das Pflan­zenöl der kleinen, schwarzen Rapssamen eignet sich im Salat und in der Pfanne ebenso wie als klima­­freundlicher Bio­kraft­stoff. Der größere Teil der Samen wird indes als wertvolle Eiweißnahrung in der Vieh­haltung verfüttert. „So wie sich Teller, Trog und Tank bei der Nutzung der Energie vom Acker ergänzen können, so gilt es, Biokraftstoff künftig gezielt in besonders geeignete Anwendungen zu kanalisieren, beispielsweise in den Schwer­last­verkehr. Dort fehlt es an geeigneten erneuerbaren Alter­nativen zu fossilem Kraftstoff. Elektro­­mobilität und Bio­kraft­stoffe bilden ein starkes Team für eine erneuerbare Verkehrs­­wende“, erklärt der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer.

Biodiesel und Bioethanol werden dem fossilen Diesel und Otto­­kraftstoff beigemischt, der Markt für reinen Biokraft­stoff ist durch niedrige Erdölpreise und steuerliche Belastung zusammen­­gebrochen. So bleiben Bio­kraftstoffe für den Verbraucher wenig sichtbar. Kaum bekannt ist auch der große Nutzen des eiweißreichen Rapsschrots, der bei der Ölpressung entsteht. Dieses Rapsschrot und weitere so genannten Koppel­produkte aus der Bio­kraftstoff­­produktion sorgen dafür, dass sich Deutschlands Import­­bedarf an Soja aus Übersee massiv verringert. Ohne Koppel­­produkte aus heimischer Bio­kraftstoff­produktion müsste Deutschland 65 % mehr Soja-Futtermittel importieren. Der Flächen­bedarf der heimischen Bio­kraft­stoffe ist damit deutlich geringer als es die reine Pflanzenöl­­produktion erscheinen lässt.

Da die Elektro­mobilität noch in den Start­löchern steckt, sind Bio­kraftstoffe wie Biodiesel aus Raps derzeit die wichtigste erneuerbare Komponente auf einem Verkehrs­markt, der von immer noch wachsendem Durst auf Erdöl geprägt ist. „Ohne eine entschlossene Reduzierung des Energie­verbrauchs und eine stärkere Förderung von Alter­nativen zum privaten Pkw wird eine Verkehrswende hin zu einem klima­freundlichen Transport­sektor scheitern“, mahnt Vohrer. Doch trotz der Energie­verschwendung durch Sprit­schlucker könnte die EU allein mit nachhaltig produ­zierten Bio­kraftstoffen ihr für 2020 gestecktes Ziel erreichen, nämlich zehn Prozent ihres Energie­bedarfs im Verkehrs­sektor aus erneuer­baren Quellen zu decken. Derzeit wird nur etwa die Hälfte dieses Werts erreicht. „Bei allem noch vorhandenen Potenzial ist jedoch klar, dass die Flächen­verfügbarkeit für Bioenergie letztlich begrenzt ist. Wir müssen die Bio­kraftstoffe daher sinnvoll und gezielt einsetzen“, mahnt Vohrer. (Quelle: AEE)

Link: Agentur für Erneuerbare Energien AEE, Berlin

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