Autobahn mit Oberleitung

e-Laster mit Oberleitung eines Pilotprojekts in Schweden (Bild: Scania AB)

e-Laster mit Oberleitung eines Pilotprojekts in Schweden (Bild: Scania AB)

In Schweden ist die weltweit erste Elektro-Autobahn oder e-Highway in Betrieb gegangen. Die schwe­dische Infra­struktur­ministerin Anna Johansson und der Energie­minister Ibrahim Baylan haben im Juni den Start­schuss für das erste System dieser Art auf einer öffent­lichen Straße gegeben. Ober­leitungen versorgen die Last­kraftwagen dabei mit Strom.

Auf einem zwei Kilometer langen Autobahn­abschnitt der Autobahn E16 nördlich von Stockholm wird für die nächsten zwei Jahre ein Oberleitungs­system des deutschen Techno­logie-Konzerns Siemens für LKW getestet. Dabei kommen zwei Diesel-Hybrid-Fahrzeuge des Fahrzeug­herstellers Scania zum Einsatz, die für den Einsatz unter der Ober­leitung angepasst wurden. Roland Edel, Chef­entwickler bei der Siemens-Division Mobility, erklärte: „Der Siemens-eHighway ist im Vergleich zu Verbrennungs­motoren doppelt so effizient. Die Siemens-Innovation versorgt LKW über eine Ober­leitung mit Strom. Das bedeutet nicht nur eine Halbierung des Energie­verbrauchs, sondern auch eine Ver­ringerung der lokalen Luft­verschmutzung.“

Mit dem zweijährigen Test­betrieb möchten die schwedische Transport­behörde Trafik­verket und der Regierungs­bezirk Gävleborg nun Erkennt­nisse darüber sammeln, ob sich das Ober­leitungs-Konzept für eine kommer­zielle Nutzung und einen weiteren Ausbau eignet. Anders Berndtsson, Chef­stratege der schwedischen Transport­behörde Trafik­verket: „In Schweden wird der mit Abstand größte Teil der Güter auf der Straße transportiert. Nur ein begrenzter Teil kann auf andere Verkehrs­mittel verlagert werden. Um LKW auch weiterhin für den Güter­verkehr einsetzen zu können, müssen wir die Abhängig­keit von fossilen Brenn­stoffen aufheben. Elektri­fizierte Straßen sind deshalb eine perfekte Ergänzung zum Transport­wesen.“

Kern­element des Systems ist ein intelligenter Strom­abnehmer in Kombination mit einem Hybrid­antriebs­system. Ein Sensor­system ermöglicht dem Strom­abnehmer bei einer Geschwindig­keit bis 90 km/h, den Kontakt zur Ober­leitung herzu­stellen und zu unterbrechen. Entsprechend ausge­rüstete Last­wagen versorgen sich während der Fahrt aus Ober­leitungen mit elek­trischer Energie und fahren dann effizient und lokal emissions­frei. Dank des Hybrid­systems ist auch ein Betrieb ohne Oberleitung möglich. Die Flexi­bilität herkömm­licher LKW bleibt erhalten. Die eHighway-Techno­logie verfügt über eine offene Konfi­guration. So können neben dem in Schweden zum Einsatz kommenden Diesel-Hybrid-Antrieb alternativ beispiels­weise Batterie- oder Erdgas­lösungen realisiert werden.

Siemens baut derzeit auch in Kalifornien ein eHighway-De­monstrations­projekt auf. Dies erfolgt im Auftrag der der regionalen Behörde zur Über­wachung der Luft­qualität, des South Coast Air Quality Mana­gement District (SCAQMD) und in Zusammen­arbeit mit dem Fahrzeug­hersteller Volvo. Im Laufe des Jahres 2017 werden im Umfeld der Häfen von Los Angeles und Long Beach verschiedene Lastwagen-Konfigu­rationen im Zusammen­wirken mit der Elektro-Autobahn getestet. (Quelle: IWR)

Links: Electric Road, Scania AB, Stockholm • Geschäftsbereich Mobility, Siemens AG, München • Trafikverket, Stockholm, Schweden

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