Flexible Photovoltaik-Module für Lkws

Echtzeitdatensysteme wie das eHorizon von Continental ermöglichen effizienteres Fahren im Stadtverkehr. (Bild: Continental)

Echtzeitdatensysteme wie das eHorizon von Continental ermöglichen effizienteres Fahren im Stadtverkehr. (Bild: Continental)

Strom wird dort produziert, wo er gebraucht wird – diesem Lösungsansatz sind Continental Automotive  und das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP nun für Lkw einen Schritt näher gekommen: Auf der IAA Nutzfahrzeuge zeigen sie einen Truck mit integrierten Solarmodulen auf der Dachhaube und dem Windabweiser der Fahrerkabine.

Die Integration von Photovoltaikmodulen in mobile Anwendungen ist verlockend: Das Fahrzeug wird zum rollenden Kraftwerk und kann einen Teil seines Energiebedarfs abdecken, ohne an die Zapf- oder Ladesäule zu müssen. Vor dem Hintergrund des Trends zu Elektro- und Hybrid­fahrzeugen bekommt dieser Ansatz noch mehr Bedeutung.

Doch die Herausforderungen sind beträchtlich: Dach, Motorhaube oder auch die Heck­scheiben bieten selbst zusammen­genommen nur wenig Fläche. Die Module können nicht stets optimal zur Sonne ausgerichtet sein, weil sich das Auto in unter­schiedliche Richtungen bewegt. Auch die Hinter­lüftung der Module bei steigenden Tempera­turen ist zu beachten, ebenso sollte durch die Module das Fahrzeug­gewicht nicht unnötig erhöht werden. Nicht zuletzt: Standard-Photo­voltaik­module sind kaum biegbar.

In Dachhaube und Windfänger des Conti Innovationstrucks sind Photovoltaik-Module integriert. (Bild: Fh.-CSP)

In Dachhaube und Windfänger des Conti Innovationstrucks sind Photovoltaik-Module integriert. (Bild: Fh.-CSP)

Das Fraunhofer CSP in Halle, Saale, verfügt seit Jahren über große Expertise bei der Entwicklung von Sonder­modulen für spezifische Anwendungen, die genau diese Heraus­forderungen in den Blick nehmen. Was damit möglich ist, zeigt die Forschungs­einrichtung nun mit einem Demonstrator auf dem Conti Inno­vations­truck, Außengelände Westseite Parkplatz P35 der IAA Nutzfahrzeuge: In einer direkten Zusammen­arbeit mit Continental Automotive haben die Forscher zwei Photo­voltaik­module zur Integration in mobile Anwendungen entwickelt, die auf der Dachhaube und dem Wind­abweiser der Fahrer­kabine angebracht sind.

„Photovoltaik-Module für Fahrzeugdächer müssen mechanisch, elektrisch und geometrisch flexibel sein. Wir haben deshalb auf ein Leichtbau­konzept mit einem spezifischen Verschaltungs­layout hoch­effizienter Rückkontakt­solarzellen gesetzt und auch darauf geachtet, dass eine ansprechende Formgebung möglich ist“, sagt Prof. Dr. Jens Schneider, Leiter der Gruppe Modul­technologie am CSP. „Durch die Nutzung der Sonnen­energie kann überall Energie nachgetankt werden, das ist ein wichtiger Vorteil der Elektro­mobilität. Wir wollen mit Lösungen für die Integration von Photovoltaik in mobile Anwendungen dazu beitragen, den Energiebedarf und die Emissionen auch im Transport- und Logistikverkehr zu reduzieren“, fügt er hinzu.

Der aus der Sonneneinstrahlung aufs Dach erzeugte Stromertrag reicht zwar – ähnlich wie bei Pkw wie der Solardach­spoiler beim Nissan Leaf oder das Solarschiebedach vom Toyota Prius – nicht aus, um das Fahrzeug über längere Strecken anzutreiben. Allerdings können die Module mit einer Gesamt­leistung von 270 Wattpeak beispielsweise Bordsysteme wie Radio, Klimaanlage oder Navigations­systeme versorgen und andere Energiequellen entsprechend entlasten. (Quelle: Fh.-IMWS)

Links: Continental Automotive GmbH, HannoverGruppe Modultechnologie, Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP, Halle (Saale)

 

Speak Your Mind

*