Stromspeicher aus alten Akkus

Entwurf für den Stromspeicher, der aus ausgedienten E-Mobil-Akkus besteht. (Bild: Mobility House)

Entwurf für den Stromspeicher, der aus ausgedienten E-Mobil-Akkus besteht. (Bild: Mobility House)

Der größte Batterie­speicher der Welt, der ausgediente Fahrzeug­akkus nutzt, geht ans Netz. Nach knapp einjähriger Bauphase steht das 13 MWh-Projekte nun vor der Vollendung: Insgesamt 1000 Batterie­systeme aus smart fortwo electric drive Fahrzeugen der zweiten Generation werden im west­fälischen Lünen zu einem sta­tionären Batterie­speicher gebündelt. Die ersten System­stränge sind bereits am Netz. Noch dieses Jahr wird der 13 MWh-Speicher seine volle Kapazität in den Dienst des deutschen Energie­marktes stellen.

Nach Zuschlag in den wöchent­lichen Auktionen der Netz­betreiber für Primärregel­leistung erfolgt der Abruf, Speicherung wie Einspeisung der Leistungen voll automatisch. Bei zunehmender Ein­speisung von Strom aus fluk­tuierenden erneuer­baren Energien, wie aus Windkraft­anlagen oder Solar­kraftwerken, sind leistungs­fähige Batterie­speicher der Schlüssel zur Stabi­lisierung der Stromnetze. Laut Angaben des Bundes­ministeriums für Wirtschaft und Energie sollen bis zum Jahr 2025 40 bis 45 Prozent des in Deutschland ver­brauchten Stroms aus erneuer­baren Energien produziert werden, bis zum Jahr 2035 sollen es 55 bis 60 Prozent sein.

Der effiziente Umgang mit energe­tischen und stoff­lichen Ressourcen gilt auch für alle Komponenten in der Elektro­mobilität. Auf die zentrale Frage der Zweit­verwertung gebrauchter elektro­mobiler Batterie­systeme hat das Joint-Venture der Partner Daimler AG, The Mobility House AG und GETEC mit dem „2nd-use“ Batterie­speicher eine zukunftsweisende Antwort. Denn der Lebens­zyklus einer Plug-in oder E-Fahrzeug-Batterie endet nicht nach dem Automobil­betrieb. Auch nach der vom Hersteller garan­tierten Betriebs­zeit sind die Systeme im stationären Betrieb noch voll einsatzfähig – geringe Kapazitäts­verluste spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Ein wirtschaftlicher Betrieb im sta­tionären Bereich ist für schätzungs­weise mindestens zehn weitere Jahre möglich. Die Weiterverwendung der Module aus Elektro­autos in einem Batterie­speicher verdoppelt deren wirtschaft­lichen Nutzen und steigert außerdem nachweislich deren Umwelt­bilanz.

Die vier Partner­unternehmen decken mit dem Projekt in Lünen die gesamte Batterie-Wert­schöpfungs- und Verwertungs­kette ab: Von der Her­stellung und Auf­bereitung der Batterie­systeme bei der Daimler-Tochter ACCUMOTIVE, dem ent­sprechenden Elektro- und Plug-in Hybrid-Fahrzeug-Angebot der Daimler AG, über die Instal­lation und Vermarktung des stationären Batterie­speichers an den Energie­märkten durch The Mobility House und GETEC bis hin zum Recycling der Batterie­systeme am Ende ihres Lebens­zyklus und der Rückführung der wertvollen Rohstoffe in den Produktions­kreislauf, der sich REMONDIS künftig widmen wird. (Quelle: Mobility House)

Links: The Mobility House, München • Deutsche ACCUmotive, Daimler AG, Kirchheim

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