Mehr Strom durch heiße Leiterseile

Die neuen Hochtemperatur-Leiter halten bis zu 210 °C aus und können dadurch größere Strommengen transportieren. (Bild: 3M Deutschland)

Die neuen Hochtemperatur-Leiter halten bis zu 210 °C aus und können dadurch größere Strommengen transportieren. (Bild: 3M Deutschland)

Im deutschen Stromnetz wächst die Strommenge aus Windenergie- und Photo­voltaik­anlagen. Dieser Strom muss über große Entfernungen in Ballungs­räume und Industrie­schwerpunkte trans­portiert werden. Um über die bestehenden Strom­trassen eine höhere Maximal­leistung führen zu können, bieten sich neu entwickelte Hoch­temperatur-Leiter an. Das BINE-Projektinfo „Der heiße Draht im Netz“ stellt die neuen Leitungen vor. Bei vergleich­barem Leiter­querschnitt kann sich durch diese die Transport­fähigkeit vorhandener Trassen nahezu verdoppeln.

Mit steigendem Strom­durchfluss erwärmen sich Freileitungen infolge des elek­trischen Wider­stands. Derzeitige Leitungen setzen dem Fern­transport kurzfristig anfallender, regionaler Strom­überschüsse im Netz Grenzen, da sie nur für eine Temperatur von höchstens 80 °C ausgelegt sind. Neu entwickelte Hoch­temperatur-Leiter­seile halten dauerhaft Temperaturen bis 210 °C aus. Dadurch wird es möglich, höhere Strom­mengen zu transportieren und somit Netzengpässe zu vermeiden.

Im Inneren der Leitung kommen Verbund­werkstoffe auf Basis von Kohle­fasern und Aluminium-Keramik sowie spezielle Aluminium- und Stahl­legierungen zum Einsatz. Damit wurde das Problem eines stärkeren Durch­hängens bei höheren Temperaturen gelöst. Die neuen Leitungen hängen weniger durch als die bisherigen.

Die neuen Hoch­temperatur Leiter können die Flexi­bilität im Netz für kurzzeitige Strom­maxima erhöhen. Standard­mäßig werden Frei­leitungen in Deutschland unterhalb der möglichen Höchst­leistung betrieben. Das Institut für Hochspannungs­technik der RWTH Aachen hat das Forschungs­projekt gemeinsam mit Industrie­partnern durchgeführt. (Quelle: BINE)

Links: BINE-Projektinfo „Der heiße Draht im Netz“ (pdf) • BINE Informationsdienst, Bonn • Institut für Hochspannungs­technik, RWTH Aachen

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