Bank für Strom vom eigenen Dach zieht positive Bilanz

Baden-Württembergs Umwelt­minister Franz Unter­steller (l.) nimmt den Abschluss­bericht des Projekts Strombank von MVV-Vorstands­mitglied Ralf Klöpfer entgegen (Bild: MVV)

Mit der Zahl neuer, dezentraler, meist erneuerbarer Strom­erzeugungs­anlagen wächst auch der Bedarf an innovativen Speichermöglichkeiten. Wenn der Strom von der eigenen Photo­voltaik­anlage auf dem Dach nicht selbst verbraucht wird, wird er in das örtliche Verteil­netz eingespeist – eine zunehmende Heraus­forderung für den örtlichen Netz­betreiber. Zudem kann mit effizienten Speicher­lösungen der Eigen­verbrauch und damit die Wirtschaft­lichkeit verbessert werden. Das vom Land Baden-Württemberg geförderte Projekt Strombank unter Federführung des Mannheimer Energie­unternehmens MVV Energie hat diese Zukunftsaufgabe in einem viel beachteten Pilot­projekt untersucht: ein dezentraler Quartier­speicher mit einem innovativen Betriebs­konzept nach Vorbild einer Bank. Den Abschluss­bericht der Strombank überreichte Ralf Klöpfer, Vorstands­mitglied von MVV Energie, im Dezember dem baden-württem­bergi­schen Umwelt­minister Franz Unter­steller.

„Immer mehr Strom wird dezentral und nachhaltig erzeugt, sei es mit einem Blockheizkraftwerk oder mit einer Photo­voltaik-Anlage auf dem heimischen Dach“, sagte Ralf Klöpfer. „Mit der Strombank haben wir gezeigt, wie mit existie­render Technik und einem intelli­genten Betriebs­konzept die Verteil­netze entlastet und der Strom sinnvoll vor Ort genutzt werden kann. Diese Erkennt­nisse sind ein wichtiger Schritt bei der Weiter­entwicklung unseres Energiesystems.“ Er dankte dem Land Baden-Württemberg für die Unter­stützung aus dem BW-Plus-Programm. „Diese gezielte Förderung von zukunfts­orientierten Lösungen ist ein wichtiger Baustein, um das Land als Ursprung innovativer Ideen voranzubringen“, so Klöpfer.

Minister Untersteller zeigte sich überzeugt: „Wir brauchen neue Betreiber­modelle, um den Anteil dezentral erzeugter und lokal genutzter Energie deutlich zu steigern und so die Energie­wende entscheidend zu unterstützen. Die Strombank ist ein solches Modell. Mit ihrem innovativen und gut verständ­lichen Ansatz leistet sie einen großen Beitrag auf dem Weg in das neue Energie­system.“

Das innovative Strombank-Projekt fand von Ende 2014 bis zum Frühjahr 2016 im südlichen Mannheimer Stadtteil Rheinau statt. Es wurde getragen von einem Konsortium aus MVV Energie, dem Mannheimer Netz­betreiber Netrion, dem Nürtinger Batterie­hersteller Ads-Tec und der Universität Stuttgart. Teil­nehmer waren insgesamt 18 private Haushalte und Gewerbe­betriebe mit einer dezentralen Strom­erzeugung, die ihren Strom auch selbst nutzen. Die Strombank arbeitete als Bindeglied zwischen Erzeugung und Verbrauch, indem die Erzeuger Strom, den sie aktuell nicht selbst brauchten, auf einem Konto eingezahlt und bei Bedarf wieder abgehoben haben. Auf diese Weise konnte der Anteil des selbst­genutzten Stroms bei den Teilnehmern verdoppelt werden. Darüber hinaus demonstrierte das Projekt die Vermarkt­barkeit des gespeicherten Stroms und zeigte eine erhebliche Entlastung des Verteil­netzes durch eine gesunkene Einspeisung, speziell während der Mittagsspitze der PV-Anlagen. (Quelle: MVV)

Link: Projekt Strombank – Girokonto für erneuerbare Energie, MVV Energie AG, Mannheim

Weitere Beiträge: „Strom­bank“ tes­tet neue Mög­lich­keiten zur Nut­zung Er­neuer­barer, energyviews.de, 8. January 2015

 

Speak Your Mind

*