EU: Grü­nes Licht für E-Lade­säulen-Offensive

Autohof Bad Rappenau-Bonfeld an der A6 Mannheim-Nürnberg mit 43- bzw 50-kW-Säulen (Bild: EnergyViews 2016)

Die EU-Kommission hat gestern das 300-Millionen-Euro-Förder­programm von Bundes­verkehrs­minister Alexander Dobrindt genehmigt. Vom 1. März 2017 an können private Investoren, Städte und Gemeinden Förder­anträge stellen. Ziel ist der Aufbau einer flächen­deckenden Lade­infra­struktur mit bundes­weit 15.000 Ladesäulen.

Minister Dobrindt: „Wir wollen der Elektro­mobilität zusätzliche Dynamik verleihen. Der Schlüssel dafür ist der Aufbau einer flächen­deckenden Lade­infra­struktur. Damit geben wir den Auto­fahrern das Vertrauen, dass sie ihre Fahrzeuge überall und jederzeit aufladen können. Wir statten daher schon heute alle Rast­stätten auf Auto­bahnen mit Ladesäulen aus – und investieren jetzt noch einmal 300 Millionen Euro für weitere 15.000 Ladesäulen in ganz Deutschland.“

Mit dem Bundesprogramm Lade­infra­struktur unterstützt das BMVI den Aufbau von 5.000 Schnell­lade­stationen (S-LIS) mit 200 Millionen Euro und den Aufbau von 10.000 Normal­lade­stationen (N-LIS) mit 100 Millionen Euro. Die Förderung umfasst neben der Errichtung der Ladesäule auch den Netz­anschluss und die Montage. Voraus­setzung für die Förderung ist unter anderem, dass die Ladesäulen öffentlich zugänglich sind und mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.

Das Bundesprogramm Ladeinfrastruktur ist Teil des Maßnahmen­pakets, mit dem das BMVI den Aufbau der Lade­infra­struktur für E-Fahrzeuge unterstützt. Hierzu zählt auch das E-Tank­stellen­programm auf Autobahnen und das „Förder­programm zur batterie­elektrischen Elektro­mobilität“ mit rund 30 Millionen Euro pro Jahr für die Kommunen. Darüber hinaus wurde bereits eine Reihe weiterer Maßnahmen auf den Weg gebracht – wie z.B. die Kfz-Steuer-Befreiung für E-Fahrzeuge, eigene E-Kenn­zeichen und Privilegien für Sonder­fahrspuren und Park­plätze.

Die Nationale Plattform Elektro­mobilität begrüßt den Förderaufruf. Der NPE-Vorsitzende Henning Kagermann sagt: „Es ist ein gutes und wichtiges Signal, das von der Förder­richtlinie ausgeht. Für den Markt­hochlauf bei Elektro­fahrzeugen brauchen wir schnellst­möglich den Aufbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur, um das Gesamtsystem Elektro­mobilität zu stärken. Umweltbonus und Lade­infrastruktur­förderung können nur als abgestimmtes Maßnahmen­paket zum Markthochlauf beitragen.“ Die deutschen Automobil­hersteller hätten dies bereits mit der Ankündigung eines Hochleistungs­ladenetzes an Auto­bahnen in Europa unter­strichen, so Kagermann.

Karsten Wildberger, Vorstandsmitglied der Eon und Vorsitzender der NPE-Arbeitsgruppe Lade­infra­struktur und Netz­integration: „Die Förder­richt­linie wird das Wachstum der Elektro­mobilität in Deutschland weiter beschleunigen. Gleich­zeitig bildet sie eine Grundlage dafür, dass auch aus dem Aufbau und dem Betrieb der Lade­infra­struktur tragfähige Geschäfts­modelle entstehen können. Wir freuen uns, dass die Bundes­regierung damit ein zentrales Anliegen der NPE umsetzt.“ Henning Kagermann und Karsten Wildberger sehen nun Industrie und Kommunen gemeinsam in der Pflicht den Förder­aufruf flächen­deckend zu nutzen.

Die Förderrichtlinie schreibt fest: Der für den Ladevorgang erforderliche Strom muss aus erneuer­baren Energien oder aus regenerativ erzeugtem Strom direkt vor Ort stammen. Darüber hinaus sieht der erste Förder­aufruf vor, dass pro Ladestation bis zu vierzig Prozent der Investitions­kosten durch den Bund übernommen werden. Die maximale Zuwendungs­summe pro Antrag­steller beträgt 60 Millionen Euro im gesamten Förder­zeitraum.

Der überwiegende Teil der Lade­vorgänge von etwa 85 Prozent findet derzeit an privaten Aufstell­orten statt, beispiels­weise bei Stell­plätzen von Mehr­familien­häusern oder beim Arbeit­geber. Vor diesem Hinter­grund empfiehlt die NPE flankierend den Abbau von recht­lichen Hürden im Miet- und Wohnungs­eigentums­recht. (Quellen: BMVI / NPE)

Links: Elektromobilität – Nationaler Entwicklungsplan, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, BerlinThema Ladeinfrastruktur, Nationale Plattform Elektromobilität, Acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V., München

Weitere Beiträge: 100. Auto­bahn-Lade­sta­tion ein­ge­weiht, energyviews.de, 31. Januar 2017

 

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