Mehr Strom dank „Micro­Rankine“

Dezentrale Blockheizkraftwerke ermöglichen es, die Erzeugung von Strom zum Ausgleich der schwankenden erneuer­baren Energien und Wärme zu koppeln und beides besonders effizient zu erzeugen. Falls mehr Wärme erzeugt als lokal benötigt wird, lässt sich die Energie im heißen Abgas der Block­heiz­kraft­werke durch einen thermo­dynamischen Wasserdampf­prozess zu Strom umwandeln. Diese Technologie kommt bislang vorwiegend in großen Kraftwerken zum Einsatz. Im Projekt „MicroRankine“ optimiert die Arbeits­gruppe um Professor Frank Opferkuch an der TH Nürnberg Anlagen mit deutlich kleinerer Leistung – unter einem Megawatt. Davon könnten Betreiber von dezentralen Blockheiz­kraftwerken profitieren.

Das Projekt „MicroRankine“ will so bislang ungenutzte Potenzial von Abwärme aus Blockheizkraftwerken auszuschöpfen. Die Anzahl an Blockheiz­werken steigt zunehmend, sie machen einen immer größeren Teil der modernen Energie­versorgung aus. Die Nutzung ihrer Abwärme ist aktuell sowohl in der Energie­technik als auch in der Industrie von hoher Bedeutung. Bislang sind jedoch noch nicht alle Anlagen so ausgerüstet, dass sich aus der Abwärme effizient wertvoller Strom gewinnen lässt. „Die Nutzung von Abgaswärme aus dezentralen Blockheiz­kraftwerken ist ein wichtiger Baustein der zukunftsorientierten und nachhaltigen Energie­versorgung“, erläutert Opferkuch.

Mit den Fördermitteln des BMBF wird die TH Nürnberg eine Versuchs­einrichtung für Clausius-Rankine-Prozesse errichten, die eine Plattform für vielfältige Forschungs­arbeiten auf dem Gebiet der dezentralen Energie­umwandlung mit Dampf­prozessen darstellt. Mit der Anlage führen auch Kooperations­firmen praxisnahe Tests an technischen Komponenten wie Dampf­erzeugern, Wärme­über­tragern, Regel­ventilen, Expandern und schnell­laufenden Generatoren durch.

Die TH Nürnberg profitiert durch die Erweiterung der bestehenden Laboraus­stattung. Lehrende und Studierende am Nuremberg Campus of Technology NCT können neue Validierungs­tests und Mess­aufgaben im Rahmen von Kooperations­vorhaben sowie fach­über­greifende Forschungs­vorhaben mit Industrie­partnern nutzen. „Mit diesem innovativen Forschungs­projekt setzt die TH Nürnberg mit den Mitteln des Bundes­ministeriums für Bildung und Forschung ein weiteres wichtiges Ziel ihrer struktur- und forschungs­politischen Entwicklungs­planung um und gibt innovative Impulse in die Metropol­region Nürnberg“, so der Präsident der TH Nürnberg, Prof. Michael Braun. (Quelle: THN)

Link: Prof. Dr. Frank Opferkuch, Forschungsprofessur für Dezentrale Energiewandlung und -speicherung, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Nürnberg

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