Gas geben im Elektroauto

Das generator-elektrische Fahrzeug GEV/one mit „Windgas“ als Generator-Treibstoff (Bild: Fh.-LBF)

Mit der Elektromobilität eröffnen sich ganz neue Perspektiven in der nachhaltigen Mobilität. Nach dieser Devise arbeitet das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und System­zuver­lässig­keit LBF in zahlreichen Forschungs­projekten aktiv daran, der Elektro­mobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Ganz real umgesetzt hat das Darmstädter Institut dies mit dem gene­rator-elek­trischen Fahrzeug GEV/one. Ein komplett neues, ganzheitliches Konzept, ein echtes Nullemissionsfahrzeug. Zu sehen war es auf dem 57. Hessentag in Rüssels­heim am 9. und 10. Juni am Gemein­schafts­stand der Aktion „Hessen schafft Wissen“ auf dem Opelgelände. Wie Fahrer von Elektro­autos vor der Fahrt ihre Route energie­optimiert planen und die tatsächliche Reichweite korrekt berechnen lassen können, zeigt das Fraunhofer LBF darüber hinaus mit dem Verbundvorhaben „DieMo RheinMain“ (Link: siehe Weitere Beiträge).

Auf dem Hessentag präsentiert das Fraunhofer LBF das vom Institut entwickelte generator-elektrische Fahrzeug GEV/one. Das Fahrzeug fährt ausschließlich elektrisch und speichert die Energie nicht in einer großen Batterie, sondern erzeugt sie kontinu­ierlich mit einem Gasmotor und einem elektrischen Generator. Der GEV/one wird dadurch unabhängig von eektrischer Lade-Infra­struktur, zeigt gleichzeitig eine exzellente Energie­effizienz und hat eine größere Reich­weite als die meisten der zurzeit angebotenen E-Fahrzeuge. Das Gas lässt sich dabei auch voll regenerativ, zum Beispiel als Bio­methangas, erzeugen.

Wie wichtig es ist, beim Thema Nachhaltigkeit am Ball zu bleiben, zeigt aktuell die Abkehr der US-Regierung vom Pariser Klima­schutz­abkommen. Darauf ging das Fraunhofer-LBF in zwei Vorträgen zum Thema „Hessen nimmt Umwelt- und Klima­schutz ernst: Ein neuer Blick auf die Elektro­mobilität“ ein. Es ging um Batterien, Reichweite und das neu Konzept des GEV/one.

Bereits seit 2009 entwickelt die Fraun­hofer-Gesell­schaft Lösungs­ansätze für die Elektro­mobilität, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen sollen. Innerhalb der Fraun­hofer-Gesell­schaft zählt das LBF zu den führenden Instituten im Bereich von Automobil­industrie und Mobilitäts­angeboten. Syste­mische Innova­tionen entstehen aktuell beispiels­weise im hessischen Verbund­forschungs­projekt „DieMo RheinMain“. Mit Hilfe dieses Prognose­modells können Nutzer von Elektro­fahrzeugen in Zukunft schon vor Beginn der Reise mit einem Online-Routenplaner wichtige Informationen über ihren Verbrauch oder ihre Reichweite erhalten.

Künftige Fahrzeuggenerationen werden von weiteren Ergebnissen laufender Forschungs­vorhaben des LBF profitieren. Darunter sind neue Leichtbau­gehäuse für Traktions­batterien, Lösungen für das akustische Verhalten von elektrischen Antrieben oder die Zuver­lässig­keit leistungs­elektro­nischer Bauteile.

Im Fokus der Elektromobilitäts­forschung stehen oftmals die Batterie­systeme. Damit verbinden sich zahl­reiche neue Frage­stel­lungen, die sich nicht von konventio­nellen Antrieben übertragen lassen. Hier stehen wir vor wissen­schaft­lich und technisch völlig neuen Heran­gehens­weisen. Mit dem Fokus auf Zuver­lässig­keit und Schwingungs­technik unterstützt das LBF die erfolg­reiche Entwicklung markt­gerechter Elektro­fahrzeuge. (Quelle: Fh.-LBF)

Link: GEV/one: Generator-elektrisches Versuchsfahrzeug, Projektbereich Systemzuverlässigkeit, Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Darmstadt

Weitere Beiträge: Kein Lade­stress!, energyviews.de, 2. März 2017

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