Elektrisch, autonom, vernetzt

v.l.n.r. : Andreas Rimkus MdB, zweiter Vorsitzender der Parla­ments­gruppe Elektro­mobilität, Dr. Tobias Kuhnimhof, Abteilungs­leiter DLR-Institut für Verkehrs­forschung, Dr. Katrin Simhandl, Leiterin DLR-Büro Berlin, Prof. Dr. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für die Bereiche Energie und Verkehr und der Vorsitzende der Parla­ments­gruppe Elektro­mobilität, Steffen Bilger MdB. (Bild: DLR)

Am Mittwoch, den 21. Juni 2017 war Prof. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für die Bereiche Energie und Verkehr, bei der über­fraktio­nellen Parlaments­gruppe Elektro­mobilität zu Gast. Unter dem Titel: „Elektrisch, autonom, vernetzt – mit Techno­logien Mobilität gestalten“ gab Lemmer einen Überblick über die DLR-Verkehrs­forschung und die Beiträge des DLR zu nach­haltiger Mobi­lität und CO2-Reduzierung.

Der Vorsitzende der Parlamentsgruppe Elektro­mobilität, Steffen Bilger MdB, eröffnete das Treffen und betonte: „Unser Verkehrs­system steht vor großen Heraus­forderungen. Die Bewältigung der Probleme wird nur mit intelli­genten Lösungen gelingen. Neue Techno­logien und Innovationen sind der Schlüssel dazu.“

„Das DLR hat eine breite, übergreifende Kompetenz für Mobilität und Energie und leistet neben solider Beratung für Politik und Industrie auch Projekte und Studien zu relevanten Themen“, führte Lemmer aus. So forscht das DLR zum Beispiel an umwelt­optimierten Fahrweisen, alter­nativen Antrieben und Speicher­technologien genauso wie an nutzer­gerechten Mobilitäts­angeboten. Lemmer rief dazu auf, nachhaltige Mobilität weiter zu denken. „Wir müssen Techno­logien bedarfs­gerecht gestalten und einsetzen, damit sie positiv wirken“, erläuterte er, „und wir müssen ihre Effekte weit über die Mobilität hinaus bewerten.“

Als eine Ursache der zögerlichen Marktdurchdringung von Elektromobilität nannte er die mangelnde Attrak­tivität. Das DLR-Institut für Verkehrs­forschung ermittelte in einer Studie zur Untersuchung von Erst­nutzern von Elektro­fahrzeugen in Deutschland Reich­weite und wenige Schnell­lade­punkte als Kritik­punkte und erstellte gemeinsam mit dem DLR-Institut für Fahrzeug­konzepte und dem KIT-Instituts für Verkehrs­wesen als konstruk­tiven Beitrag ein Konzept zum Aufbau einer bedarfs­gerechten Lade­infra­struktur in Deutschland von heute bis 2020. Mit einem Online-Tool bietet das DLR Flotten­betreibern eine Entscheidungs­hilfe mit der rechne­rischen Ermittlung, unter welchen Bedingungen sich der Einsatz von Elektro­fahrzeugen bezahlt macht.

Elektromobilität sei nicht die einzige Lösung, betonte Lemmer. Vielmehr müssten alle belast­baren Ansätze parallel weiter­entwickelt werden. Dann könnte jede Form der Mobilität ihre Rolle im Gesamt­system einnehmen dort, wo sie ihre Vorteile ausspielen kann. Das DLR liefert einen wesentlichen Beitrag in der Bewertung.

Das DLR kann die Bundes­regierung dabei unterstützen, der Verein­barung des Pariser Klima­vertrags, den CO2-Ausstoß bis 2050 zu reduzieren, nachzu­kommen. So arbeitet es daran, Techno­logien zukunftsfähig zu machen, in dem es die Elektro­mobilität vorantreibt durch die Entwicklung neuer Fahrzeugkonzepte sowie die Weiter­entwicklung der Speicher für eine größere Reichweite, Elektro­mobilität und auch alternative Mobilitäts­angebote hinsichtlich Nutzerverhalten und -akzeptanz, Auswirkungen auf Verkehrs­nachfrage und -entwicklung sowie Umweltauswirkungen bewertet, die Entwicklung neuer Antriebs­konzepte vorantreibt, regene­rative Kraft­stoffe entwickelt, Konzepte und Lösungen zur Steigerung der Attrak­tivität nicht-motorisierter und öffentlicher Verkehrsmittel entwickelt als Teil eines inter­modalen Mobilitäts- und Verkehrs­management­konzepts erarbeitet, das Verkehrs- und energie­wirtschaft­liche System analysiert und mit automati­sierten und vernetzten Lösungen den Verkehr sicherer und effizienter gestaltet.

Dabei fungiere das DLR, so Lemmer, nicht nur als Technologie­entwickler, sondern auch als neutraler Partner für die Bewertung industrieller Lösungen, die Entwicklung hersteller­über­greifender Standards und die Politik­beratung.

Auch die Digitalisierung kann laut Lemmer zur Reduzierung von Emissionen beitragen. So können emissionsarme Antriebe ihre Potentiale in der Kombination mit Konzepten wie Automati­sierung und Vernetzung optimal ausspielen. Mit Blick auf das Gesamt­system erforscht das DLR die Gestaltung von Automa­tisierungs­funktionen insbesondere im Zusammen­spiel von Mensch und Technik, die Auswirkungen automati­sierter Fahrzeuge auf das Gesamt­verkehrs­system und die Nutzer­akzeptanz. Potentiale liegen hier konkret in energie­optimierten Fahrweisen, der Reduzierung der Park­verkehre durch automati­siertes Parken oder automati­sierte Carsharing-Konzepte. Neue Mobilitäts­konzepte werden erforscht wie z. B. ein bedarfs­orientierter Bus ohne feste Halte­stellen, dem die Fahrgäste per Smartphone-App, Heimcomputer oder Telefon ihre Fahrtwünsche übermitteln.

Abschließend warb Lemmer vor den Vertretern aus dem Bundestag dafür, das DLR als Berater in Anspruch zu nehmen und forderte eine stärkere Förderung der Energie- und Verkehrs­forschung. Zukünftige Forschungs­themen seien zum Beispiel Speicher­techno­logien für eine größere Reichweite der Fahrzeuge sowie Studien zu Lade­infra­struktur, Mobilitäts­konzepten und intelligenten nutzer­zentrierten Konzepten.

In seinem Schlusswort betonte der zweite Vorsitzende der Parlaments­gruppe Elektro­mobilität, Andreas Rimkus MdB, den Nutzen der DLR-Verkehrs­forschung als wichtige Ansatz­punkte für politische Entscheidungs­träger. „Mit seiner Gesamt­system­analyse trägt das DLR wesentlich zur Analyse des Verkehrs- und energie­wirtschaft­lichen Systems und zur erfolg­reichen Einführung der Elektro­mobilität auf dem Markt bei“, so der Abgeordnete. (Quelle: DLR)

Link: Abt. Politikbeziehungen und Kommunikation, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Berlin, Brüssel, Köln

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