Spatenstich für Helmholtz-Institut zur Erforschung erneuerbarer Energien

Spatenstich mit Stefan Müller, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMBF, Ilse Aigner, MdL, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Joachim Herrmann, MdL, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr, Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Harald Bolt, Vorstandsmitglied des FZ Jülich, Prof. Dr. Joachim Hornegger, Präsident der FAU, Dr. Florian Janik, OB der Stadt Erlangen, Prof. Dr. Karl Mayrhofer, Direktor des HI-ERN, Svea Franzke, Gerber Architekten, Prof. Dr. Peter Wasserscheid, Direktor des HI-ERN. (Bild: K. Fuchs / HI-ERN)

Druckbare Photovoltaik und innovative Technologien für Wasserstoff als Energie­speicher: Sie sind Teil der Vision einer klimaneutralen und nachhaltigen Energie­versorgung zu akzeptablen Kosten. Die notwendigen Grundlagen, Materialien und Technologien sollen am neuen Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN) erforscht und entwickelt werden. Heute wurde auf dem Gelände der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) der erste Spatenstich für den 32-Millionen-Euro-Neubau gesetzt. Das Forschungs­zentrum Jülich betreibt das neue Institut als Außenstelle in Kooperation mit der FAU und dem Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB). Die Partner bündeln hier ihre Expertise in den Bereichen Material-, Energie- und Prozessforschung.

Halbleiterschichten, die sich aus einer „Tinte“ aus Silizium-Nanopartikeln ganz einfach, preisgünstig und in großen Mengen foliendünn drucken lassen: Sie sind Grundlage der leistungs­fähigen und qualitativ hochwertigen Solarzellen der Zukunft, die im HI ERN entwickelt werden sollen. Um Sonnen- und Windenergien effizienter als bisher nutzen zu können, sind auch erschwingliche und geeignete Energie­speicher­systeme erforderlich. Ein vielversprechender Speicher ist Wasserstoff: Die darin gespeicherte Energie lässt sich abgasfrei in Strom umwandeln. Am HI-ERN wollen die Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaftler Materialien und Prozesse erforschen und optimieren, die für innovative Wasserstoff­technologien relevant sind, zum Beispiel für effizientere Elektro­katalysatoren oder für Wasserstoff­speicherung in flüssigen, organischen Wasserstoff­trägern (Liquid Organic Hydrogen Carrier, LOHC).

Spatenstich auf dem Baufeld für den For­schungs­bau des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg für Erneuer­bare Energien, HI-ERN. (Bild: K. Fuchs / HI-ERN)

„Die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen unter einem Dach, eingebettet in die hervorragende Innovationslandschaft Erlangen-Nürnberg, ist die Grundlage für die Entwicklung neuer Technologien insbesondere im Rahmen der Energiewende“, sagte Gründungs­direktor Prof. Peter Wasserscheid in seinem Grußwort. Prof. Karl Mayrhofer, ebenfalls Direktor des HI-ERN, schloss sich an: „Das neue Gebäude mit seiner exzellenten Infra­struktur wird eine attraktive und inspirierende Heimat für hoch­motivierte und kreative Forscher. Darüber hinaus wollen wir hier modernste Forschung auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien für Kollegen und Bevölkerung erfahrbar und erlebbar machen.“
Das geplante Instituts­gebäude in Erlangen beherbergt Labors und Büros auf rund 3200 Quadrat­metern und bietet Raum für rund 110 Mitarbeiter. Im Dezember 2019 soll es fertig sein. Der Freistaat Bayern finanziert die gesamte Baumaßnahme. Die Grund­finanzierung von jährlich 5,5 Millionen Euro für Personal, Betrieb und Investitionen wird im Helmholtz-Schlüssel zu 90 Prozent vom Bund und zu zehn Prozent von Bayern geleistet. Zusätzlich stellt der Freistaat seit 2014 und bis 2018 jährlich eine Million Euro für die Förderung wissenschaft­licher Projekte zur Verfügung.

Die bayerische Wirtschafts- und Technologie­ministerin Ilse Aigner betonte: „Bayern ist ein international herausragender Innovations- und Technologie­standort; gerade im Bereich der Erneuerbaren Energie ist der Freistaat führend in Deutschland. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir mit dem Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien fortschreiben: Darum stellt die Bayerische Staats­regierung 32 Millionen Euro Landesmittel für den Neubau des HI-ERN zur Verfügung. Damit erhält Franken nicht nur den ersten Forschungs­neubau eines Helmholtz-Instituts. Mit der Investition bauen wir auch Bayerns Spitzenstellung u.a. im Bereich der Erforschung von Wasserstoff als Speicher­medium aus.“

„Eine bezahlbare und sozial verträgliche Energiewende lebt von Forschung, Innovation und frischen Ideen. Dafür brauchen wir Einrichtungen der Spitzenklasse wie ‚HI-ERN‘,“ ergänzte Stefan Müller, MdB, Parlamenta­rischer Staats­sekretär bei der Bundes­ministerin für Bildung und Forschung.

Prof. Joachim Hornegger, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hob hervor: „Energie-, Material- und Prozessforschung, die am HI-ERN im Fokus stehen werden, sind seit langem herausragende Kompetenz­felder der FAU. Seit vielen Jahren erzielen wir hier international anerkannte Erfolge in der Grundlagen­forschung. Nicht zuletzt deswegen fiel die Entscheidung, das Helmholtz-Institut für die Erforschung und Entwicklung erneuerbarer Energie­systeme an der FAU, nahe unserem Exzellenz­cluster EAM anzusiedeln. Wir freuen uns sehr, die bewährte Zusammenarbeit der beteiligten Partner auf dem gesell­schaftlich bedeutenden Feld der erneuerbaren Energien in einem modernen, zentralen Forschungs­gebäude fortzusetzen zu können.“

Prof. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich erläuterte: „Mit dem Neubau des HI ERN werden für die Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaftler ideale Bedingungen geschaffen, um die exzellente Forschung hin zu einem nachhaltigen und bezahlbaren Energiesystem voranzutreiben.“
Prof. Otmar Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft: „Die Erzeugung, Speicherung und Verteilung nachhaltiger Energien ist eine der größten gesell­schaft­lichen Heraus­forderungen unserer Zeit. Die Helmholtz-Gemeinschaft forscht an solchen komplexen Fragestellungen. Unsere heraus­ragenden Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaftler suchen Antworten. Unser Forschungs­bereich Energie ist ein wichtiger wissenschaft­licher Akteur für die Energiewende. Das Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg wird dazu gemeinsam mit unseren Partnern in Erlangen einen entscheidenden Beitrag leisten.“

Oberbürgermeister Dr. Florian Janik: „Erlangen ist ein innovativer und attraktiver Forschungs­standort. Ich freue mich, dass wir mit dem Helmholtz-Institut eine weitere renommierte Forschungs­einrichtung für Erlangen gewinnen konnten, die sich hier dem Zukunfts­thema erneuerbare Energien widmet.“ (Quelle: FAU / FZ Jülich)

Link: Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN)

Weitere Beiträge: Grünes Licht für „Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für erneuerbare Energien“, energyviews.de, 18. Dezember 2012

Speak Your Mind

*