Vollelektrische Leicht-Lkw bewähren sich im Betriebsalltag

Die Stadt Stuttgart hat in den vergangenen zwölf Monaten vier Sechs­tonner vom Typ Fuso Canter E-Cell getestet. Besonders beeindruckte die hohe Agilität des Fuso Canter E-Cell im hügeligen Stadtgebiet bei zugleich äußerst geringer Geräuschbelastung. (Bild: Daimler)

Daimler Trucks schreitet mit dem Abschluss eines weiteren Kundentests auf dem Weg zu emissionsfreier Stadt-Logistik zügig voran. Fünf batterie-elektrisch betriebene Fuso Canter E-Cell waren ein Jahr lang und rund 27.000 Kilometer in der baden-württembergischen Landes­hauptstadt Stuttgart im  Praxiseinsatz unterwegs. Betreiber der Fahrzeuge waren die Stadt Stuttgart und das Logistikunternehmen Hermes.

Die Stadt Stuttgart hat dazu in den vergangenen zwölf Monaten vier Sechs­tonner vom Typ Fuso Canter E-Cell im regulären Betriebsalltag getestet. Zwei Fahrzeuge mit elektro-hydraulischem Kippaufbau kamen im Straßen- und Landschaftsbau zum Einsatz. Die beiden anderen Elektro-Lkw waren mit Kofferaufbau für innerstädtische Möbeltransporte sowie im Bereich der Abfallwirtschaft unterwegs. Das fünfte Fahrzeug des Test-Quintetts erledigte Depotverkehre bei der Hermes Germany GmbH.

„Die Kundenerprobungen mit der Stadt Stuttgart und Hermes haben gezeigt, dass der Fuso Canter E-Cell zu jeder Jahreszeit voll alltags­tauglich ist. Wir haben aus dem Praxisalltag wichtige Erfahrungen zu Ladezeiten und Einsatzdauer gewinnen können, die in die Entwicklung der Kleinserie eingeflossen sind“, unterstreicht Marc Llistosella, President und CEO von Mitsubishi Fuso Bus and Truck Corporation und Leiter von Daimler Trucks Asia.

Oliver Lanka, Fuhrparkleiter des Unternehmens, bilanziert: „Die Einfüh­rung von Elektromobilität ist ein essentieller Bestandteil der Nachhaltig­keitsstrategie der Hermes Gruppe. Entsprechend haben wir uns das hohe Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 in allen Ballungszentren in Deutschland emissionsfrei zuzustellen. Der Fuso E-Canter ist dabei ein erster Meilen­stein auf dem Weg zu serienreifen batterie-elektrischen Nutzfahrzeugen. Er ergänzt unsere strategische Partnerschaft mit Daimler im Bereich der Elektromobilität über alle Fahrzeugklassen hinweg. Für den nachhaltigen Ausbau braucht es jetzt: eine höhere Reichweite, wirtschaftliche Konditio­nen sowie eine stärkere Initiative und Zusammenarbeit mit den Städten und Kommunen beim Aufbau einer gut vernetzten und zukunftsgerichte­ten Infrastruktur“.

Ein Jahr lang erledigte ein Fuso Canter E-Cell Depotverkehre bei der Firma Hermes, Niederlassung Weil im Schönbuch. Speziell, dass man nicht schalten und nicht kuppeln muss – der Elektromotor begnügt sich mit einem Eingang-Getriebe – kam den Paket-Profis gelegen. (Bild: Daimler)

Ein Urteil, dem sich alle Testfahrer aus der Hermes Niederlassung Stuttgart mit Sitz in Weil im Schönbuch anschließen – sie loben zudem den hohen Fahrkomfort und das agile Fahrverhalten des Kofferfahrzeugs. Beim städtischen Fuhrpark haben die „E-Testfahrer“ vor allem Lob für Fahrleistung, Handling und die ausgeprägt leise Schleichfahrt verteilt. „In Bereichen mit Fußgängerverkehr muss man aber aufgrund der fast nicht vorhandenen Fahrgeräusche sehr aufpassen“, zitiert Alexander Baumann, stellvertretender Fuhrparkleiter der baden-württembergischen Landeshauptstadt, aus den Testprotokollen seiner Testfahrer und äußert mit Blick auf das starke Drehmoment einen Wunsch: „So ein Elektrolast­wagen braucht unbedingt eine Antriebs-Schlupf-Regelung“. Baumann hat eigens für den Praxistest zwölf Fahrer auf die Fuso Canter einweisen lassen: „Wir wollten ein möglichst breites Feedback aus den zwölf Test­monaten herausholen“.

Die Fahrzeugverantwortlichen des Kundentests haben mit ihren Rück­meldungen jene Aspekte angesprochen, die im Zuge der Weiterent­wicklung für die Kleinserie in das Lastenheft der nächsten Canter-Generation einflossen. So gab es z. B. den Hinweis, dass die Reichweite der Energiespeicher mit rund hundert Kilometern als „gerade ausreichend“ erachtet wurde, verbunden mit dem Hinweis, dass „es bei tiefen Außentempera­turen schon mal knapp werden kann mit der möglichen Fahrtstrecke.“ Hierauf haben die Entwickler mit der Erprobung modularer Batteriepacks reagiert, die eine Erhöhung der Reichweite ermöglichen.

Kleinserie noch in diesem Jahr

Daimler Trucks startet noch in diesem Jahr mit einer Kleinserie des Fuso eCanter, er wird in Kleinserie in der zweiten Jahreshälfte 2017 ausgeliefert und ist der erste serienmäßig produzierte eTruck eines globalen Nutzfahrzeugherstellers. Die ersten 150 Einheiten gehen an Kunden in Japan, Europa und USA.

Fuso setzt für den eCanter auf Antriebsbatterien aus dem eigenen, neuen Produktionswerk: Mitte 2018 soll die neue Fertigungsstätte im nordöstlich von Dresden gelegenen Kamenz in Betrieb genommen werden. Bei der hundertprozentigen Daimler-Tochter Accumotive entsteht hier mit einer Investition von rund 500 Millionen Euro bereits die zweite Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien. (Quelle: Daimler)

Link: FUSO Canter E-CELL, Daimler AG, Stuttgart

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