Neues Windkraftwerk „Sandbank“ eröffnet

Offshore-Park Sandbank vor Sylt (Bild: Vattenfall)

Am Sonntag ging das Offshore-Windkraftwerk „Sandbank“ offiziell in Betrieb, in lockerer Atmosphäre luden die Betreiber zu einem „offshore-Grillen“ in den Hamburger Stadtpark. Es ist nach „DanTysk“ bereits das zweite Projekt, das EEHH-Mitglied Vattenfall und die Stadtwerke München gemeinsam realisieren. Vattenfall hält dabei 51 Prozent der Anteile, SWM 49 Prozent. Sowohl „DanTysk“ als auch „Sandbank“ liegen siebzig beziehungs­weise neunzig Kilometer westlich der Nordsee­insel Sylt. Die Windkraft­werke befinden sich damit in der deutschen ausschließ­lichen Wirtschafts­zone und sind aufgrund der Erdkrümmung vom Festland aus nicht zu sehen.

„Sandbank“ war bereits im Januar 2017 fertig, drei Monate vor dem eigentlichen Zeitplan. Vattenfall installierte auf einer Fläche von sechzig Quadratkilometern 72 Windenergieanlagen, deren Fundamente in einer Wassertiefe von 24 bis 33 Metern verankert sind. Dabei verwendete der Energiekonzern 52.000 Tonnen Stahl. Die Anlagen wurden nach und nach in Betrieb genommen. Mit einer installierten Leistung von 288 Megawatt können die Anlagen etwa 400.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Siemens Gamesa Renewable Energy produzierte die Wind­energie­anlagen für das gesamte Projekt. Es handelt sich um Anlagen des Typs „SWT-4.0-130“. Diese besitzen beein­druckende 130 Meter große Rotoren in Kombination mit einem leistungs­starken Generator und steigern so die Produktion pro Einheit erheblich. Bereits Ende Juli 2016 wurden die ersten auf hoher See aufgebaut, der Rotor der letzten Anlage ist dann am 21. Januar 2017 installiert worden. Ein etwas früherer Projekt­beginn, optimale Wetter­bedingungen sowie Verbesse­rungen bei der Installation und Inbetriebnahme führten zu der früh­zeitigen Fertig­stellung. So konnte das Spezial­schiff Acery Viking dank seiner Gangway beispiels­weise Techniker rund um die Uhr und bei jedem Seegang auf die Anlagen bringen. „Der Haupt­grund für den Projekt­erfolg ist unsere wirklich gute Partnerschaft und Zusammen­arbeit mit Vattenfall, die sich auf allen Ebenen auszahlte: Bei allen Schwierigkeiten haben wir uns stets auf konstruktive Lösungen konzentriert“, sagt Bent Rasmussen, Projekt­leiter bei Siemens Gamesa. „So konnten wir Verzöge­rungen vermeiden und das Projekt mit positivem Spirit vorantreiben.“

„Grillpower mit Windpower“ war das Motto der öffentlichen „Sandbank“-Einwei­hung, denn mit dessen Wind­strom aus der Nordsee wurden symbo­lisch die E-Grills angeheizt. (Bild: Vattenfall)

Während die Deutsche Wind­technik für den größten Teil der Qualitäts­über­wachung beim Bau des Wind­parks verantwortlich war, übernahm EEHH-Cluster-Mitglied 8.2 Consulting AG die unabhängige Ferti­gungs­über­wachung sowie die Qualitäts­sicherung der Wind­energie­anlagen. Eine strenge Qualitäts­überwachung während der Ferti­gungs­phase ist von großer Bedeutung, denn dadurch lassen sich später immense Zusatz­kosten und Verzöge­rungen ver­mei­den.

Damit der Betrieb einfacher wird, investierte Vattenfall rund hundert Millionen Euro in eine Wohn­platt­form, die etwa fünfzig Betriebs- und Service­mitarbe­itern Platz bietet. Durch die benach­barten Stand­orte von „Sandbank“ und „DanTysk“ beherbergt die Platt­form Techniker beider Windparks. Da die Arbeiter im Schicht­betrieb auf der Plattform leben, gibt es auf sechs Stock­werken nicht nur Büros und Unter­künfte, sondern auch Werk­stätten, Kantine, Fitness­raum, Kino und ein Bord­hospital. Es entfallen lange Pendel­zeiten der Mitarbeiter. Die Wohn­platt­form gewährleistet so einen reibungs­losen Betrieb der beiden Windparks. (Quelle: EEHH)

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