Dänemark als Vorbild für deutsche Energiewende

Vorbild Dänemark: Aufbau des Offshore-Windparks Burbo Bank. (Quelle: DONG Energy)

2016 produzierte Deutsch­land etwa 31 Prozent Strom sowie 13 Prozent Wärme aus erneuer­baren Energien. Dänemark deckte im selben Jahr bereits 37 Prozent seines Strom­bedarfs durch Windkraft und auch beim Thema Fernwärme liegen die Nachbarn im Norden weit vorn. Wie wichtig erneuer­bare Energien sind, hat Deutschland schon lange erkannt und sich zum Ziel gesetzt, den Anteil erneuer­barer Energien am Brutto­endenergie­verbrauch bis 2020 auf 18 Prozent zu steigern. Der Blick zu den dänischen Nachbarn lohnt sich dabei immer wieder: Die Dänen begannen bereits Mitte der 1980er Jahre mit der Revolu­tionierung ihrer Energiepolitik. Als Pioniere der erneuer­baren Energien gelten sie seitdem nicht nur für Deutsch­land als Vorbild.

Das EU-Klima- und Energie­paket sieht für Dänemark vor, 30 Prozent erneuer­bare Energien bis 2020 zu produzieren. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Windkraft. Im Jahr 2015 hatte das Land Windparks mit mehr als fünf Gigawatt Leistung installiert und deckte so 42 Prozent seines Strombedarfs. Im vergan­genen Jahr wehte weniger Wind; nichts­destotrotz produ­zierten die dänischen Windräder etwa 37 Prozent der Elektri­zität.

Auch im Bereich Wärme­versorgung ist Dänemark ein Vorbild: Bis 2035 soll Fernwärme voll­ständig aus erneuer­baren Energien gewonnen werden. Um das zu erreichen, verbot das Land den Einbau von Öl- und Gaskesseln sowohl in Neubauten als auch im Gebäude­bestand. In den meisten kleineren und größeren Städten gibt es dazu ein ausge­klügeltes Wärme­versorgungs­system. Dabei ist der Ballungs­raum Kopen­hagen besonders gut aufgestellt: Über eine Million Menschen sind im Großraum an das Fern­wärmenetz ange­schlossen, das aktuell zur Hälfte mit Energie aus Biomasse gespeist wird. „Für die künftige Wärme­versorgung in Deutschland mit hohem Anteil erneuer­bare Energien kann viel von den dänischen Er­fahrungen gelernt werden, auch wenn nicht alles eins-zu-eins über­tragbar sein wird. Vor allem die sehr lang­fristige und konse­quente Festlegung der politischen Rahmen­bedingungen ist für Unternehmen und Inves­titionen ent­scheidend“, sagt Jan Rispens, Geschäfts­führer vom Cluster Erneuer­bare Energien Hamburg.

Der Norden Deutsch­lands gilt als Vorreiter im Bereich erneuer­bare Energien. Dies spiegelt sich nicht nur in der Anzahl der Windparks wider, sondern auch in der räum­lichen Verteilung von Firmen der Windenergie­branche. Insbe­sondere Hamburg ist in diesem Bereich ein attrak­tiver Standort. Der Hamburger Oberbürger­meister Olaf Scholz bezeichnete die Hansestadt sogar als Wind­hauptstadt. So zeigt die Elbmetro­pole mit dem Hafen­windpark, dass die Energie­wende auch mitten in der Stadt voll­zogen werden kann. (Quelle: EEHH)

Link: Erneuerbare Energien Hamburg Agentur EEHH, Hamburg • DONG Energy, Fredericia, Dänemark

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