E-Autos kommen in die Gänge

Einen Erfolg vermeldet Keba mit 40.000 verkauften Stromladestationen, das österreichische Unternehmen zählt somit in diesem Bereich zu den Top-Anbietern und hat einen Marktanteil von rund zwanzig Prozent. Aktuell beträgt der Anteil von Elektroautos an allen verkauften Fahrzeugen durchschnittlich ein Prozent, in der EU und EFTA gab es letztes Jahr zirka 200.000 zugelassene Elektroautos und Plug-In-Hybride laut ACEA.

Gerhard Luftensteiner, Vorstandsvorsitzender der Keba AG (Bild: Keba / APA-Fotoservice, Hartl)

„Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass 2025 rund ein Viertel aller verkauften Autos Elektroautos und Plug-In Hybride sein werden. Die Elektromobilität entwickelt sich von einer Nische zu einem validen Markt“, attestiert Gerhard Luftensteiner, Vorstandsvorsitzender der Keba AG. Frühzeitig haben die Spezialisten für das Wechselstrom-Laden die Chancen und auch die Wichtigkeit der Elektromobilität erkannt und hat bereits 2009 mit der Entwicklung einer Ladelösung gestartet.

Die Elektromobilität bietet sowohl aus volkswirtschaftlicher als auch ökologischer Sicht eine Reihe entscheidender Vorteile. Dazu gehören: die Verringerung der CO2- Emissionen, energieeffizientere Fortbewegung und Sicherheit der Energieversorgung durch Diversifizierung der Energiequellen, denn der Strom für die Elektromobilität kann aus vielen verschiedenen, insbesondere erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden. Dazu kommen positive Nebeneffekte wie z.B. die Reduktion von Lärm im Straßenverkehr.

Die Entwicklung der Batterietechnologie, die lange ein Schattendasein fristete, erhielt durch die Bereitstellung entsprechender F&E-Mittel einen Impuls, der ebenfalls einem Schlüsselfaktor in der Elektromobilität. Anzumerken ist auch, dass die Batterien bereits wesentlich günstiger sind, als noch zu Beginn der Elektromobilität prognostiziert. „Elektromobilität wird zunehmend in der Breite akzeptiert“, betont Luftensteiner.

Im Bereich der Ladeinfrastruktur unterscheidet man prinzipiell zwischen AC- und DC-Laden. AC-Laden (< 43 kW) eignet sich vor allem für kürzere Wegstrecken und Pendlerfahrten, die 94 % der Alltagsfahrten ausmachen – unter 50 km; dabei beträgt in Deutschland die durchschnittliche Wegstrecke nur rund 16 km! Das Elektroauto lädt man bei diesen Wegen am besten dort, wo es mit einer Verweildauer von mehr als zwei Stunden geparkt wird, also etwa in der eigenen Garage, in der Firmentiefgarage oder bei Einkaufszentren. Für die wenigen restlichen Fahrten wie in den Urlaub, bei denen die Reichweite des Elektroautos (die mittlerweile schon bei 250 bis sogar 400 km liegt) zu gering ist, bieten DC-Ladestationen (> 50 kW) die Möglichkeit des „fast chargings“ mit einer Ladezeit von fünfzehn bis dreißig Minuten auf achtzig Prozent der Kapazität. Essentiell wird bei DC-Ladestationen eine Reservierungsfunktion (z. B. mittels App oder Navigationssystem) sein, sodass man sich die gewünschte Ladestation für einen gewissen Zeitraum reservieren kann. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Auto auch zum benötigten Zeitpunkt aufgeladen werden kann.

Die Keba Wallbox ist mit allen verfügbaren Elektrofahrzeugen kompatibel und lässt sie sich einfach ins Smart Home oder in bestehende IT-Systeme integrieren oder mit Photovoltaik-Anlagen koppeln. Dazu Luftensteiner: „Wir glauben, dass Elektromobilität noch mehr Potential hat, wenn die Ladeinfrastruktur Möglichkeiten zur Vernetzung mit alternativen Energien bietet“. Aus diesem Grund kooperiert Keba mit führenden Smart Home Anbietern. So kann zum Beispiel mittels Photovoltaikanlagen produzierte Energie über intelligente Steuerungen ins Elektroauto gespeist werden. „Immerhin ist das Elektroauto der größte Verbraucher im Haushalt, da machen sich solche Lösungen im wahrsten Sinne bezahlt“, so Luftensteiner weiter.

Stromladestation KeContact made in Austria (Bild: Keba / APA-Fotoservice, Hartl)

Die Batteriekapazitäten der Elektroautos und ihre Ladeleistungen werden immer größer, sodass intelligent gesteuertes Laden immer wichtiger und sogar zur Notwendigkeit wird. Neben dem Elektroauto ist auch die Heizung im Haus ein relevanter Verbraucher. Keba, neben Industrie-, Bank- und Logistikautomation auch im Bereich der Energieautomation tätig, bietet deshalb intelligente Heizungssteuerung für alternative Heizsysteme – Wärmepumpen und Biomasseheizungen – an, die ebenfalls in thermische Solar- und PV-Anlagen integriert werden, um so die energetischen Nutzung noch weiter zu erhöhen.

Steigende Elektromobilität auch bei Firmenwagen

Auch im Bereich der Flotten steigt die Elektromobilität und das Potential ist beträchtlich. Deutlich mehr als die Hälfte aller Autos in Deutschland sind Firmenautos. In Österreich nehmen Firmenautos ebenfalls einen erheblichen Anteil ein. Im Flottenbereich haben das sogenannte Lastmanagement und eine intelligente Vernetzung eine noch höhere Bedeutung, denn gerade bei Flotten werden oft zeitgleich mehrere Elektrofahrzeuge geladen. Dabei kann es vorkommen, dass die geforderte Energienachfrage die verfügbare Ladeleistung übersteigt. Um diese kostenintensiven Lastspitzen zu vermeiden, bietet Keba ein lokales Lastmanagement und intelligent gesteuertes Laden. Auch die Zuordnung von Ladeleistung zum Fahrzeug, die Identifikation und Zugangsberechtigung gerade dann, wenn die Stromtankstelle im Außenbereich liegt, sind im Flottenbereich wichtige Punkte. Ein weiteres Thema sind die unterschiedlichen Modelle von Elektroautos, die sich wahrscheinlich in einer Flotte befinden.

Die von Keba für BMW entwickelte neue i-Wallbox ist für den weltweiten Einsatz vorgesehen. Sowohl die Entwicklung der Hardware- und Softwarelösungen als auch die Produktion der Ladestationen finden in Linz, Österreich statt. In der Entwicklung der Wallboxen greift Keba auch auf viele Jahre Erfahrung und Know-how aus anderen Bereichen zurück, etwa in der Elektronik und Software oder die Erfahrung im Design und in der robusten sowie langlebigen Gestaltung von Produkten, die auch im Outdoor-Bereich eingesetzt werden.

Link: Sparte Elektromobilität, KEBA AG Linz

Speak Your Mind

*