Erdwärme-Strom für 3000 Haushalte

Das neue Geothermiekraftwerk in Soultz-sous-Forêts erzeugt genug Strom für die Versorgung von 3000 Vier-Personen-Haushalten ausreicht. (Quelle: H. Mergner, EnBW)

In Mittel­europa stecken fünf Prozent der natürlichen Erdwärme­vorkommen in Thermal­wasser­schichten, aber 95 Prozent im Tiefen­gestein. Um auch die Wärme im Gestein nutzen zu können, sind neue, aufwendige Konzepte und Techno­logien erforderlich. Daher arbeiten Wissen­schaftler in einem deutsch-fran­zösischen Kooperations­projekt in Soultz-sous-Forêts zusammen. Zwei Energie­versorgungs­unternehmen aus Frankreich und Deutsch­land haben 2016 in Soultz-sous-Forêts ein neues kommer­zielles Kraftwerk in Betrieb genommen.

Neben den Arbeiten am neuen Kraftwerk gingen auch die wissen­schaftlichen Untersuchungen am geo­thermischen Reservoir weiter. Dazu gehören Themen wie Korrosion und Abla­gerungen, geo­thermische Pumpen sowie zum Umgang mit natürlichen Radio­nukleiden. Das neue Kraftwerk ersetzt ein altes Forschungs­kraftwerk aus dem Jahr 2008. Die neue Anlage ist besser als der Vorgänger auf die örtlichen geo­thermischen Gegeben­heiten ausgelegt. Die Anlage speist jährlich rund 12 Millionen Kilowatt­stunden Strom ins französische Netz ein.

Das Kraftwerk nutzt etwa 160°C heißes Wasser, das in einem geschlossenen Kreis­lauf aus 5000 Meter Tiefe über eine Bohrung an die Ober­fläche gelangt. Anschließend wird das Wasser mit allen Inhalts­stoffen über zwei andere Bohrungen wieder in die ursprüng­liche Gesteins­schicht gepresst. Die Region bietet sich für die geo­thermische Energie­erzeugung besonders an, weil dort die Temperatur in 1000 Meter Tiefe bereits das Zweieinhalb­fache des mittel­europäischen Durch­schnitts beträgt.

Die Anlage arbeitet nach dem Organic-Rankine-Cycle Verfahren und kann dadurch Wärme auf einem vergleichs­weise niedrigen Temperatur­niveau zur Strom­erzeugung nutzen. Ein organisches Arbeits­mittel zirkuliert in einem sekun­dären Kreislauf und kann Wärme aufnehmen bzw. wieder abgeben. Die Energie­versorger Electricité de Strasbourg (ES) und Energie Baden Württem­berg (EnBW) betreiben das neue Geo­thermie-Kraftwerk gemeinsam. (Quelle: FIZK)

Links: Geothermie, EnBW AG, Karlsruhe • European Geothermal Hot-Dry-Rock Project, Soultz-sous-Forêts, Frankreich

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