Kraftwerk Sonne besser nutzen

Im Projekt „PV-Live“ verwendete Messgeräte: links der Wettersatellit Meteosat, rechts eine Bodenmessstation. (Quelle: Eumetsat / Fh.-ISE)

TransnetBW und Fraunhofer ISE in Freiburg koope­rieren für eigenes Photo­voltaik-Messnetz in Baden-Württem­berg. Selbst­entwickelte Mess­stationen werden flächen­deckend verteilt, um im Minutentakt aktuelle Messwerte an Trans­netBW-Hochrechnungs­systeme zu senden. Kombi­nation mit Satelliten­daten ermöglicht zeitnahes und hochauf­gelöstes Abbild von Erzeugung und daraus resul­tierender Einspeisung aus Sonnen­energie.

Erneuer­bare Energien spielen in der heutigen Energie­wirtschaft eine tragende Rolle. Mit einer instal­lierten Photo­voltaik-Leistung in Baden-Württem­berg von rund 5200 Megawatt ist die Sonne schon heute die wich­tigste Energie­quelle im Südwesten Deutsch­lands. Die Erzeugung ist jedoch abhängig von Tages­zeit und Wetter. Der Über­tragungs­netzbe­treiber TransnetBW treibt daher gemeinsam mit dem Fraun­hofer-Institut für Solare Energie­systeme ISE den Aufbau eines eigenen Photo­voltaik-Messnetzes in Baden-Württem­berg voran.

Dazu werden derzeit Mess­stationen flächen­deckend in Baden-Württemberg verteilt und dauerhaft in Betrieb genommen. Diese werden im Minuten­takt und in Echtzeit Messungen der Global­strahlung, der Erzeugungs­leistung und der Luft­temperatur an die Hochrechnungs­systeme der TransnetBW über­mitteln. Der Abstand zwischen benach­barten Messein­richtungen wird etwa 15 bis 35 Kilo­meter betragen. „Die Kombi­nation der Messwerte mit prozes­sierten Raster­daten des Wetter­satelliten Meteosat soll ein zeitnahes und räumlich hochauf­gelöstes Abbild des momen­tanen Erzeugungs­potentials und der daraus resul­tierenden Einspeisung von Strom aus Sonnen­energie ermög­lichen“, so Elke Lorenz, Gruppen­leiter Energie­meteorologie am Fraun­hofer ISE.

Ziel der Projekt­beteiligten ist es, mit gebün­deltem Know-how das bislang leistungs­fähigste und dichteste Messnetz für Photo­voltaik-Erzeu­gung zu schaffen. „Für eine auch in Zukunft sichere und stabile Stromver­sorgung sind hoch­präzise, schnelle Hoch­rechnungen und Prognosen sowie die daraus resul­tierende Stromein­speisung in das Netz sehr wichtig“, so Philipp Guthke, verant­wortlich bei der TransnetBW für die Themen­gebiete Prognosen und Hoch­rechnungen. „Hierdurch ermöglichen wir eine exaktere Vermarktung von Strom aus erneuer­baren Erzeugungs­einheiten. Gleich­zeitig können mögliche netz­kritische Situa­tionen rasch erkannt und Gegen­maßnahmen ergriffen werden“, so Guthke weiter. (Quelle: Fh.-ISE)

Links: Photovoltaische Module, Systeme und Zuverlässigkeit, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg • TransnetBW, Stuttgart

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