Neues Institutsgebäude des ZSW in Stuttgart

Das neue Institutsgebäude des ZSW in Stuttgart. (Bild: ZSW)

Das Zentrum für Sonnenenergie-und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat sein neues Instituts­gebäude am Standort Stuttgart bezogen. Die Wissen­schaftler verfügen nun über mehr Platz und eine verbesserte Infra­struktur zur Entwicklung von Technologien für die Energiewende. Im neuen Gebäude in der Meitner­straße 1 in Stuttgart-Vaihingen befinden sich unter anderem neue Analytikgeräte und Beschichtungs­anlagen für die Photovoltaik und Apparate zur Entwicklung der Stromspeicher­technologie Power-to-Gas.

Die Mitarbeiter waren bereits im Frühsommer das Gebäude eingezogen; im Juli fand die offizielle Einweihung mit Wirtschafts­ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn statt. „Mit dem ZSW verfügt Baden-Württemberg über ein national und international heraus­ragendes Forschungs­institut, das mit seinem interdis­ziplinären Forschungs­ansatz Antworten auf viele Fragestellungen der aktuellen Klima- und Energie­debatte liefert. Mit der Förderung des Institutsneubaus sowie unserer institu­tionellen Grund­förderung investieren wir in die Zukunft und schaffen für Wirtschaft, wirt schaftsnahe Forschung und Beschäftigte wertvolle Perspektiven“, sagte die Wirtschafts­ministerin.

Frithjof Staiß, der geschäftsführende ZSW-Vorstand, betonte: „Aus der Idee ist nun Wirklichkeit geworden. Jetzt arbeiten wir in einer Infra­struktur, die uns zusätzliche Perspek­tiven bietet. Sie erleichtert es uns, Schlüssel­technologien für die Energie­wende zu entwickeln und mit der Wirtschaft umzusetzen.“

Die reine Nutzfläche des Gebäudes beträgt 8.000 Quadrat­meter, rund dreißig Prozent mehr als zuvor. Knapp die Hälfte der Fläche entfällt auf Forschungs­hallen und Labore. Das neue Gebäude bietet somit erstmals die Möglich­keit, größere Forschungs­labore, Werkstätten und Büros der derzeit 110 Mitarbeiter in Stuttgart unter einem Dach unterzubringen. Für ein weiteres Wachstum ist die Option für einen zweiten Bau­abschnitt vorgesehen. Die Räume sind so konzipiert, dass sie bei Änderung der Forschungs­schwerpunkte flexibel genutzt werden können.

Die Kosten des Neubaus betrugen rund 28 Millionen Euro. Das Land übernahm acht Millionen Euro. Die Stadt Stuttgart überließ dem ZSW das Grundstück im Erbbaurecht. Das neue Instituts­gebäude nutzt erneuerbare Energien für die Strom-, Wärme- und Kälte­versorgung. In die Fassade sind Dünnschicht-Photovoltaik­module integriert. Sie haben eine Fläche von rund 170 Quadrat­metern und eine instal­lierte Leistung von 27 kW. Auf dem Dach befindet sich eine weitere Solar­anlage mit 20 kW Leistung. Die Dünnschicht­module auf Basis von Kupfer, Indium, Gallium und Selen (CIGS) wurden gemeinsam mit einem Industrie­partner am ZSW entwickelt, in Baden-Württemberg produziert und sind inzwischen weltweit im Einsatz. Für die Effizienz dieser Technologie hat das ZSW bereits mehrere Weltrekorde aufgestellt.

Auch bei der Wärmeversorgung setzen die Stuttgarter Wissen­schaftler auf erneuerbare Energien: 32 Erdwärme­sonden und eine Wärmepumpe führen im Sommer überschüssige Wärme aus Büros und Laboren in den Boden ab. Im Winter wird die Erdwärme zu Heizzwecken aus dem Untergrund gezogen. Die Hälfte des Wärmebedarfs soll so gedeckt werden. Auch einen guten Teil der benötigten Prozess­kälte wollen die Forscher durch diese Technik bereitstellen.

In der jüngsten Zeit ist das Arbeitsspektrum von Frithjof Staiß und seinen Kollegen weiter gewachsen. Neue Themenfelder wie ein Forschungs­testfeld für die Wind­energie­erzeugung mit ökologischer Begleit­forschung sind hinzugekommen. Auf der Schwäbischen Alb untersuchen sechs Partner des süddeutschen Windenergie-Forschungs­clusters WindForS, wie man auch an bergigen Standorten Windkraft­anlagen optimal betreiben kann. Das ZSW koordiniert das Projekt und fungiert als Betreiber des Testfelds. Ein weiteres Thema ist das Innovations­management: Im Rahmen des Forschungs­projekts „Kopernikus – Energiewende-Navigationssystem“ werden Innovations­prozesse im Kontext der Energiewende untersucht. (Quelle: ZSW)

Link: Bereich Photovoltaik, Zentrum für Sonnenenergie-und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Standort Stuttgart

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