Jubel nach 3000 Kilometern

Der thyssenkrupp blue.cruiser im Outback (Quelle: HS-BO)

Das hätte keiner vermutet nach allen Schwierig­keiten, die das Team der Hochschule Bochum schon bei der Vorbereitung, aber auch während des Wett­bewerbs in Austra­lien hatte: Die Studie­renden schafften es zum zweiten Mal nach 2013 auf den 2. Platz in der Cruiser-Klasse bei der Welt­meister­schaft der Solar­mobile in Australien. Der Sieger kommt wie in den Jahren zuvor wieder aus Eindhoven in den Niederlanden.

Schwierigkeiten mit der Technik, aber auch ungewöhnlich schlechtes Wetter mit Sturm und Regen stellten das Ruhr­gebiets­team immer wieder vor fast unlösbare Aufgaben. Während der Test­fahrten, aber auch kurz nach dem Start traten Defekte an den Motor­controllern auf, die die Elektro­motoren in den Rädern mit Strom versorgen. Nur mit Hilfe von Ersatz­teilen des Teams aus Cambridge, das wegen eines Unfalls in der Test­phase nicht selbst mit­fahren konnte, waren die Deutschen überhaupt in der Lage, an den Start gehen zu können.

Auch am letzten Renntag, Freitag der 13., war das Team weiter vom Pech verfolgt. Fünfhundert Meter vor der Ziellinie versagt erneut ein Motor­steuer­gerät. Mit letzter Kraft schafft es der thyssenkrupp blue.cruiser ins Ziel. Als Gewinner in der inoffi­ziellen Kategorie „Wer hat das schönste Auto gebaut?“ standen die Bochumer aber von Anfang an fest. Das über­ragende Design hatte alle bei dieser Welt­meister­schaft überzeugt. Leider wurde dafür in diesem Jahr vom Veran­stalter kein Preis verliehen.

Das Team der Hochschule Bochum – nach 3000 km im Ziel angekommen. (Quelle: HS-BO)

Im Rahmen der Welt­meister­schaft präsentiert das Solar­car-Team eine Studie zum Thema Nach­haltig­keit beim Fahr­zeug­bau. Mit Hilfe einem Life Cycle Assess­ment, einer Lebens­zyklus-Analyse, untersuchte das Bochumer Team den kompletten Her­stel­lungs- und Ver­wen­dungs­pro­zess eines Solar­cars. Dabei wurden die letzten beiden Fahr­zeuge aus der Bochumer Manu­fak­tur mit­ein­ander ver­gli­chen. Die Idee aus Bochum fand reges Inte­res­se bei Chris Selwood, Chef der World Solar Chal­lenge. Für die Zukunft des Wett­bewerbs wird darüber nach­ge­dacht, Nach­hal­tig­keits­aspekte ins­be­son­de­re in der Cruiser-Klasse in die Bewer­tung der Teams mit aufzu­nehmen.

Auch das zweite deutsche Team hatte mit Problemen zu kämpfen. Nach den Unwet­tern an den Tagen zwei, drei und vier musste der Huawei Sonnen­wagen aus Aachen mit niedrigem Batterie­stand in Tag 5 gehen. Die Wagen der Adventure Class mussten dabei in vorge­schrie­bener Zeit einen Checkpoint passieren und dem­ent­spre­chend schnell unter­wegs sein. Doch bei einem der steile­ren An­stiege war der Pegel zu niedrig und das Fahr­zeug schaltete sich ab, der Control Stop wurde nicht recht­zei­tig er­reicht und das Team rutschte fast bis ans Ende der Top-10. (Quelle: HS-BO / sonnenwagen.org)

Links: SolarCar-Projekt der Hochschule BochumTeam Sonnenwagen Aachen

Weitere Beiträge: Sonnenwagen auf dem Weg nach Australien, ergyviews.de, 7. September 2017Doppelsieg bei der EM der So­lar­fahr­zeuge, energyviews.de, 23. Oktober 2014

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