Spatenstich beim Zehnjährigen

Das Fraunhofer CSP hat sich als exzellent ausgestattete Forschungs­einrichtung für die Photo­voltaik mit rund 70 Mitarbeitern in Halle (Saale) etabliert. (Bild: Fh.-CSP)

Das Fraunhofer-Center für Silizium-Photo­voltaik CSP in Halle (Saale), eine gemeinsame Einrichtung der Fraunhofer-Institute für Mikro­struktur von Werk­stoffen und Systemen IMWS und Solare Energie­systeme ISE, besteht seit zehn Jahren. Das Jubiläum der Forschungs­einrichtung wurde Ende Oktober im Rahmen einer interna­tionalen Fachtagung gefeiert. Zu den Gratulanten zählten Sachsen-Anhalts Minister­präsident Reiner Haseloff und viele Partner aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Zugleich erfolgte der symbo­lische Spatenstich für einen neuen Solarpark.

Im Wortsinne auf der grünen Wiese stießen die Gründer des Fraunhofer CSP im Sommer 2007 mitein­ander an: Damals beschlossen die Fraunhofer-Gesellschaft und das Land Sachsen-Anhalt, in Halle (Saale) eine neue Forschungs­einrichtung ins Leben zu rufen, um dem Forschungs- und Quali­fizierungs­bedarf der zu dieser Zeit stark wachsenden Solar­branche in Mittel­deutschland gerecht zu werden. Heute steht an gleicher Stelle eine beein­druckende Forschungs­einrichtung mit rund siebzig Mitarbeitern, die sich als erstklas­siger Partner für Forschungs- und Entwicklungs­projekte auch im interna­tionalen Maßstab etabliert hat.

„Eine leistungsfähige und unternehmens­nahe Forschungs­infrastruktur ist elementar für eine erfolgreiche wirtschaft­liche Entwicklung Sachsen-Anhalts. Das Fraunhofer CSP bietet den Unter­nehmen im Land genau dies an und trägt in führender Position dazu bei, auch nach der Abwanderung vieler Unter­nehmen der Photo­voltaik­branche erstklassige Solar­kompetenz in unserer Region zu erhalten“, sagt Dr. Reiner Haseloff, Minister­präsident des Landes Sachsen-Anhalt, zum Jubiläum.

Staats­sekretär im Minis­terium für Wirtschaft, Wissen­schaft und Digitali­sierung des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Jürgen Ude, Fraunhofer-CSP-Leiter Prof. Dr. Peter Dold, Minister­präsident Dr. Reiner Haseloff, Fraunhofer-IMWS-Leiter Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn und Prof. Dr. Stefan Glunz, Fraunhofer ISE (v. l., Bild: Fh. IMWS)

Das Fraunhofer CSP, eine gemeinsame Einrichtung des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle (Saale) und des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg, unter­stützt seine Auftrag­geber mit Forschungs­arbeiten beispielsweise zur Silizium­kristal­lisation, Solar­modul­techno­logie und Solar­wafer­fertigung, ebenso wie mit der Entwicklung neuer Materialien entlang der Wert­schöpfungs­kette. Der Schwerpunkt liegt auf der Bewertung von Solar­zellen und -Modulen sowie der mikro­struktu­rellen Material- und Bauteil­charakte­risierung.

Das Portfolio der Einrichtung wird künftig durch eine eigene Photo­voltaik-Anlage erweitert, für die bei der Jubiläums­feier der symbolische Spaten­stich erfolgte. 196 Solar­module der modernsten Generation werden in einer Freifeld­anlage und 162 weitere auf dem Gebäude­dach installiert und für Messungen eingesetzt. Insgesamt verfügen sie über 100 kWp nominale Leistung. Der von der Anlage erzeugte Strom soll in Teilen auch vom CSP selbst genutzt werden.

„Das Fraunhofer-CSP hat immer wieder bewiesen, dass von Deutschland aus nach wie vor enorm wichtige Impulse für die Weiter­entwick­lung der Photo­voltaik ausgehen, sei es für mehr Effizienz, längere Lebens­dauer oder optimierte Fertigungs­prozesse. Zudem ist die Einrichtung ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Zusammen­arbeit bei Fraunhofer, durch die wir unseren Kunden noch mehr Kompetenz und noch bessere Services zur Verfügung stellen können“, sagt Dr. Andreas Bett, einer der Instituts­leiter des ISE, zum Jahrestag.

„In zehn Jahren haben wir am Fraunhofer CSP viel erreicht und unseren Teil dazu beigetragen, dass Solarstrom heute weltweit zur klima­freundlichen Energie­erzeugung beiträgt und der Ausbau der Photo­voltaik weiter beträcht­liche Wachstums­raten erzielt“, sagt Prof. Ralf Wehrspohn, Leiter des Fraunhofer-IMWS. In Zukunft will die Forschungs­einrichtung beispielsweise Industrie-4.0-Lösungen für die Photo­voltaik, neue Ansätze für das Recycling von Solar­modulen oder die Nutzung maschineller Lern­algorithmen vorantreiben, die bei der Zustands­überwachung und -vorhersage von Prozessen und Bestands­modulen zum Einsatz kommen sollen.

Einen Ausschnitt dieser Zukunfts­themen diskutierten mehr als hundert internationale Experten aus Industrie und Wissen­schaft im Rahmen der Fachtagung PV Days, die mit der Jubiläums­feier des CSP ihren Abschluss fand. Die Band­breite reichte von Leistungs­messung und -Model­lierung von Solar­modulen und Systemen über innovative Diagnostik­verfahren und Schutz­möglich­keiten für Defekte wie PID und LID bis hin zu neuen Anwendungs­feldern bei der Gebäude­integration oder in Kombination mit Elektro­mobilität. Den Höhepunkt der Tagung bildete eine Podiums­diskussion zur Zukunft der Photovoltaik in Europa mit dem Präsidenten der Hochschule Anhalt und ehemaligen Leiters des CSP, Prof. Dr. Jörg Bagdahn, Prof. Dr. Stefan Glunz vom Fraunhofer-ISE, Dr. Karl Heinz Küsters vom CSP, Dr. Jörg Müller von der Hanwha Q Cells GmbH, Mathias Rauch vom Fraunhofer-EU-Büro Brüssel und Dr. Thomas Zettler von der Laytec GmbH. (Quelle: Fh.-IMWS)

Link: Fraunhofer-Center für Silizium Photovoltaik CSP, Halle (Saale)

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