Elek­tro-Ren­nen: Audi hat er­neut das Nach­sehen

Premiere der FIA Formula E in Santiago de Chile in ihrem vierten Jahr, im Bild der britische Nio-Pilot Oliver Turvey (Bild: Zak Mauger / LAT / FIA)

Die Premiere der Formel-E in der chilenischen Hauptstadt Santiago geriet für fast alle Deutschen Fahrer und Autos zum Desaster. Der amtierende Welt­meister Lucas di Grassi fuhr mit seinem eigent­lich favori­sierten Audi beim Quali­fying zwar auf Platz 3, wurde aber wegen eines vorange­gangenen Wechsel des Inverters um zehn Plätze straf­versetzt. Team­kollege Daniel Abt verpasste gänzlich die Top-Ten.

Bereits die ersten Kurven des Rennens wurden dann für Nick Heidfeld (Mahindra), Daniel Abt (Audi) und Maro Engel (Venturi) zum Verhängnis. Nach Karam­bolagen im Gewühl beim Start war für den Münchener sofort Schluss, der Kemptener und der Mönchen­glad­bacher schleppten sich mit ihren zweiten Fahr­zeugen noch bis Runde 11 beziehungs­weise 23.

Di Grassi kam dagegen gut ins Rennen. Der Pechvogel der Saison mit bislang null Punkten stellte die Leistungs­fähigkeit seines Pakets unter Beweis, überholte einen Kontra­henten nach dem anderen und kämpfte sich bis auf Position sechs vor. Unmit­telbar nach dem Auto­tausch bei Halb­zeit schlug jedoch der Fluch der vierten Saison erneut zu und der Brasi­lianer musste seinen e-tron FE04 mit Leistungs­verlust an der Box abstellen. Er steht damit mit immer noch null Punkten einsam am Ende der Fahrer­wertung.

„Ich bin schon lange im Motorsport: Manchmal läuft alles wie am Schnür­chen, manchmal geht alles schief, was schief­gehen kann – Letz­te­res ist derzeit bei uns der Fall“, sagte Audi-Teamchef Allan McNish nach dem Rennen. „Es ist extrem ent­täu­schend, zwei Ausfälle aus unter­schied­lichen Gründen zu verbuchen. Aber wir wissen, dass das im Motor­sport manchmal so ist. Daniel wurde in der ersten Runde unglücklich getroffen. Lucas fuhr ein starkes Rennen und hatte nach dem Boxen­stopp plötz­lich keine Leis­tung mehr. Den Grund dafür kennen wir noch nicht.“

Der einzige Lichtblick aus deutscher Sicht war André Lotterer (Techeetah). Der Formel-E-Rookie aus Duis­burg, der in den ver­gangenen drei Rennen zwar Ausrufe­zeichen setzte, aber letzt­endlich ncoh ohne Punkte blieb, legte im Qualifying die schnellste Runde auf den Asphalt. In der „Super Pole“ der besten fünf warf ihn ein Fahrfehler jedoch in die zweite Startreihe zurück. Im Rennen konnte er dann schließ­lich Sam Bird (DS Virgin) überholen und mehrere Angriffe auf seinen Team­kollegen Jean-Eric Vergne starten, der aber seine Führung verbissen verteidigte. So kam das chinesische Renault-Kunden­team zum ersten Doppelsieg in der Formel-E überhaupt – und über­nimmt die Führung in der Meisterschaft von Mahindra.

„Das Gehirn läuft auf Hochtouren“, sagte Lotterer, der sich mach dem Rennen erst einmal sammeln musste, da er nicht nur seinen ersten Podest­platz, sondern auch seine ersten Punkte seit seiner Teil­nahme an der voll­elektri­schen Rennserie vor der Saison vier nach Hause holte. „Manche sagen, dass diese Autos nicht so schnell sind. Wenn man aber zwischen diesen Beton­wänden fährt, hat man das Gefühl so schnell wie in Le Mans zu fahren“, fügte er hinzu. „Hier kann man keine Fehler machen … Ich lerne immer noch, wie man richtig Rennen fährt, die Formel-E ist wirklich etwas Anderes.“

Der nächste ePrix findet am 3. März in Mexico City statt. Dort siegte di Grassi im ver­gangenen Jahr nach einer spekta­ku­lären Aufholjagd. (Quelle: FIA / Audi / energyviews.de)

Link: FIA Formel-E, Formula E Holdings Ltd., Hongkong / LondonAudi Sport Abt Schaeffler Formel-E, Audi AG, Ingolstadt

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