„Mas­ter­plan nach­hal­ti­ge Mo­bi­li­tät für die Stadt“

Gemeinsam für saubere Luft im Rhein-Neckar-Dreieck: Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen planen den großen Wurf beim umwelt­freund­lichen Verkehr. Dr. Peter Kurz (OB Mannheim), Prof. Dr. Eckart Würzner (OB Heidel­berg) und Klaus Dillinger, Bau- und Umwelt­dezernent der Stadt Ludwigshafen in Vertretung der Ober­bürger­meisterin Jutta Steinruck, skizzierten am Mittwoch bei einem Presse­gespräch im Heidel­berger Rathaus, mit welchen Projekten sie die nach­haltige Mobilität in der Metropol­region Rhein-Neckar voran­treiben wollen. Diese sollen kurzfristig zu einem spürbaren Rückgang der Stickstoff­dioxid­belastung führen und die Luft­qualität verbessern. Gebündelt sind die Projekte im gemeinsamen „Masterplan nachhaltige Mobilität für die Stadt“.

Mit dem E-Bus Rich­tung Zukunft: Die Pläne rund um den „Masterplan nach­hal­tige Mobi­lität“ präsen­tier­ten (v. l.): Peter Kurz (OB Mannheim), Martin in der Beek, Rhein-Neckar-Ver­kehr GmbH (RNV), Eckart Würz­ner (OB Heidelberg) und Ludwigs­hafens Bau- und Umwelt­dezer­nent Klaus Dil­linger. (Foto: Phi­lipp Rothe)

Die Besonderheit: Mannheim, Heidel­berg und Ludwigs­hafen waren die einzigen der rund sechzig Städte beim  Diesel­gipfel der Bundes­kanzlerin am 28. November 2017, die einen gemeinsamen Antrag zur Erstellung eines Master­plans vorgelegt haben. Hinter dem Schulter­schluss steht die Über­zeugung, dass angesichts der hohen Pendler­ströme in der Region die Luft­qualität nur verbes­sert werden kann, wenn die Kommunen an einem Strang ziehen.

Die Finanzierung des Masterplans übernimmt zu hundert Prozent der Bund. Den entspre­chenden Förder­bescheid über 570.000 Euro hat das Bundes­verkehrs­minis­terium im Dezember übergeben. Der Plan wird nun im ersten Halbjahr 2018 in den betei­ligten Städten – mit Unter­stützung des Aachener Beratungs­büros Aviso – erarbeitet. Jede Stadt setzt dabei eigene Akzente.

„Der Schlüssel für eine erfolgreiche Energie­wende und eine Verbes­serung der Luft­qualität liegt in den Städten und Kommunen. Unser Mobilitäts­verhalten wird sich in den kommenden Jahren und Jahr­zehnten ändern müssen. Wir werden mit neuen Antrieben unter­wegs sein und unsere Fort­bewegungs­mittel viel mehr teilen als bisher. Ich freue mich, dass die drei großen Städte in der Metropol­region nun zusammen­arbeiten, um konkrete Schritte in dieser Hinsicht auszu­arbeiten“, sagte Eckart Würzner.

„Die drei Städte bilden einen einheitlichen Wirt­schafts- und Mobi­litäts­raum und haben mit der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH ein gemein­sames Verkehrs­unternehmen“, erläuterte Peter Kurz die gemeinsame Initiative. „Dies ist bundes­weit nahezu einzig­artig und bietet uns die einmalige Chance, Einzel­maßnahmen in den Städten durch regionale Maßnahmen sinnvoll zu ergänzen, beispiels­weise bei der Digitali­sierung der Verkehrs­systeme oder der Errichtung von Rad­schnell­wegen zwischen den Metro­polen.“

„Die Sofortprogramme zur Verbesserung der Luft­qualität und die Bemühungen des Bundes, mit finanziellen Hilfen drohende Fahr­verbote in Innen­städten zu verhindern, begrüßen wir von kommunaler Seite sehr“, so Kurz weiter. „Um eine nachhaltige Mobilitäts­wende zu erreichen, müssen die Maßnahmen jedoch auch auf lange Sicht gefördert werden. Steigender Individual­verkehr beein­trächtigt nicht nur die Luft­qualität in den Städten, sondern auch die Aufent­halts­qualität insgesamt.“

„Es handelt sich um drei Heraus­forderungen, die wir gemeinsam bewältigen müssen: Den ÖPNV noch effektiver und umwelt­freund­licher auszu­bauen, den Fahrrad­verkehr zu fördern und den Individual­verkehr intelligent zu steuern. Nur so gelingt es uns nach­haltig, die Umwelt­situation in der Metropol­region zu verbes­sern“, betonte Klaus Dillinger. Eine ausrei­chende finanzielle Förde­rung durch Land und Bund werde dafür genau erforder­lich sein wie eine beglei­tende Bürger­informa­tion und -betei­ligung.

Martin in der Beek, Technischer Geschäftsführer der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH betonte: „Als gemein­sames Verkehrs­unternehmen von Mannheim, Heidelberg und Ludwigs­hafen freuen wir uns sehr, dass die Städte beim Thema nach­haltige Mobilität an einem Strang ziehen. Klima­neutrale und emis­sions­arme Verkehrs­mittel sind für die RNV schon heute Realität: Seit 2014 werden alle Straßen- und Stadt­bahnen in der Metropol­region zu hundert Prozent mit zertifi­ziertem Ökostrom versorgt. Unsere Busflotte umfasst zwei Elektro­fahrzeuge im Test­betrieb. In jüngster Zeit wurden zahl­reiche Diesel­busse mit modernsten Abgas­normen beschafft. Weitere Schritte hin zu einer emissions­freien Flotte sind wichtig, um die hohe Lebens­qualität in der Region weiterhin zu sichern. Diese Entwick­lung werden wir weiterhin aktiv vorantreiben.“

Neben den gemeinsamen Vorhaben, den Radverkehr zu fördern, die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge auszubauen und emissions­freie städtische Nutz­fahr­zeuge anzuschaffen, plant die Stadt Heidel­berg außerdem unter anderem, ihre bisherigen 37 RNV-Busse gegen wasser­stoff­betriebene Fahr­zeuge austauschen und eine entspre­chende Tank­stelle einrichten. Bereits im Frühjahr 2019 soll eine neue Linie zur Altstadt­erschließung mit voraus­sichtlich zwei zusätz­lichen batterie­betrie­benen Bussen in Betrieb gehen.

Mit dem „Masterplan 100% Klimaschutz“ geht Heidel­berg noch einen Schritt weiter: Die Stadt will bis zum Jahr 2050 die CO2-Emis­sionen um 95 Prozent reduzieren und den Energie­bedarf der Kommune um die Hälfte senken. Dazu seien weit­reichende Maßnahmen zur Vermeidung oder Umstel­lung des motori­sierten Verkehrs erfor­der­lich, der mit mehr als zwanzig Prozent zum Ausstoß von Treib­haus­gasen beiträgt. Aus Luft­rein­halte- und Klima­schutz­gründen müsse Mobilität in den Kommunen mittel­fristig emis­sions­frei sein. (Quelle: HD / LU / MA / RNV)

Link: Forschungsprojekt RNV Primove, Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, Mannheim

 

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