„Die Energiewende auf die Straße bringen“

Ohne eine Energiewende im Verkehrs­sektor mit seinen derzeit steigenden CO2-Emissionen wird der Klima­schutz scheitern. Das macht die Agentur für Erneuer­bare Energien in ihrem Hinter­grund­papier „Die Energiewende auf die Straße bringen“ deutlich. In dem Papier unter­sucht die AEE insbe­sondere Akzeptanz und Optionen für den Ausbau von Erneuerbaren im Verkehrs­sektor. „Es ist höchste Zeit, die Energie­wende auf die Straße zu bringen“, betont AEE-Geschäfts­führer Philipp Vohrer. „Dafür brauchen wir eine Kraft­stoff­wende ebenso wie eine Antriebs­wende, aber auch eine Änderung unseres Mobilitäts­verhaltens. Sonst droht der Einsatz erneuer­barer Energien auf den deutschen Straßen zu verpuffen.“

Erneuerbare Energien im Verkehrs­sektor sind bislang dort nennens­wert vorhanden, wo sie – wie Bio­kraft­stoffe und Bahn­strom – beste­hende Infra­struktur nutzen. (Bild: AEE, Daten: UBA, AGEE-Stat)

Das neue AEE-Hintergrund­papier in der Publikations­reihe „Renews Spezial“ zeigt Faktoren für die Akzeptanz und Optionen Erneuer­barer im Verkehrs­sektor auf. Laut Umfragen genießen ein Umstieg auf erneuer­bare Energien im Verkehrs­sektor und ein Wechsel auf andere Formen der Mobilität hohe Akzeptanz in der deutschen Bevöl­kerung. Anderer­seits ist Deutsch­land ein Land der Autofahrer und der Pkw das belieb­teste Verkehrs­mittel. Tag für Tag benutzen 37 Prozent der Menschen in Deutsch­land einen Pkw. „Für einen Umstieg sind attraktive Angebote nötig, zum Beispiel ein preis­günstiger öffent­licher Personen­nah­verkehr. Zugleich müssen techno­lo­gischer Wandel und Ausbau erneuer­barer Energien im Verkehrs­sektor Hand in Hand gehen, damit der Anteil des Verkehrs­sektors am Ausstoß von Treib­haus­gasen endlich sinkt“, mahnt Vohrer.

Das Renews-Spezial-Papier hinterfragt auch die Art der Strom­nutzung im E-Auto. Kommt der Strom nicht aus erneuer­baren Quellen, ist der Klimagas­ausstoß eines E-Autos erheblich. Ange­sichts der aktuellen Ausbau­grenzen für Wind- und Solarstrom kann der künftig für neue E-Autos bereit­gestellte Strom unter dem Strich kaum aus zusätz­lichen regene­rativen Quellen stammen. Trotzdem gelten die E-Autos laut den Regu­larien der Europä­ischen Union als emissions­frei. „Es gilt daher, auf politischer Ebene für einen beschleu­nigten Ausbau der Erneuer­baren zu sorgen, damit E-Autos dieser Ein­stufung auch gerecht werden können“, folgert Vohrer.

Saubere Kraftstoffe notwendig

Die Antriebswende vom Verbrennungs- zum Elektro­motor allein kann eine voll­ständige Umstellung auf erneuer­bare Mobilität nicht bringen, wie das Positions­papier erläutert. Denn in einigen Schlüssel­bereichen, so im Flug­verkehr, in der Schiff­fahrt, aber auch im Schwer­last­verkehr werden Kohlen­wasser­stoffe als Kraft­stoffe wegen ihrer hohen Energie­dichte auch auf längere Sicht kaum ver­zicht­bar sein. Hier sind kurz- und mittel­fristig Bio­kraft­stoffe das Mittel der Wahl, sei es in flüs­sigem oder gasför­migem Zustand. Lang­fristig kommen bei einem größeren Angebot an Strom aus erneuer­baren Energien auch synthe­tische Kraftstoffe infrage.

Was möglich ist, zeigen Länder Skandinaviens: Norwegen, das häufig als Parade­beispiel in Sachen Elektro­mobilität genannt wird, ist auch Vor­reiter bei der Kraft­stoff­wende – trotz seiner Exporte fossiler Roh­stoffe. So konnte Norwegen 2017 einen Biokraft­stoff­anteil von rund zwanzig Prozent vorweisen. Das zeigt: Eine Verkehrs­wende mit Kraft­stoff- und Antriebswende kann funktio­nieren. „Stimmen die Rahmen­bedingungen, so werden wir in den kommen­den Jahren eine zunehmende Ver­knüpfung von Verkehrs- und Strom­sektor erleben. Für dieses notwendige Update der Energie­versorgung hält die Branche der erneuer­baren Energien Lösungen parat“, betont Vohrer. (Quelle: AEE)

Link: AEE-Hintergrundpapier „Die Energiewende auf die Straße bringen“, Agentur für Erneuerbare Energien, Berlin

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