VW-Kon­zern baut Pro­duk­tion von Elektro­autos mas­siv aus

Der Volkswagen Konzern setzt auf den Wandel zur Elektro­mobilität: Bis Ende 2022 sollen an sechzehn Stand­orten weltweit batterie­elektrische Fahr­zeuge produziert werden. Das hat Matthias Müller, Vorstands­vorsitzender der Volks­wagen AG, auf der Jahres­presse­konferenz des Konzerns im März in Berlin ange­kündigt. Aktuell werden im Konzern an drei Stand­orten E-Fahrzeuge produziert, in zwei Jahren sollen dafür neun weitere Werke des Konzerns gerüstet sein. Um für den massiven Ausbau der umwelt­freund­lichen Elektro­mobilität die Batterie­kapazitäten zu sichern, wurden bereits Partner­schaften mit Batterie­herstellern für Europa und für China verein­bart. Die bisher beauf­tragten Umfänge belaufen sich auf ein Volumen von rund zwanzig Milliarden Euro. Für Nord­amerika steht die Liefe­ranten­entschei­dung kurz bevor.

VW-Vorstands­vorsitzender Matthias Müller und Finanzvorstand Frank Witter am auto­nomen Shuttle Sedric. (Bild: Volkswagen)

„Wir haben in den vergangenen Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die ‚Road­map E‘ zügig und entschlossen umzu­setzen“, erklärte Konzernchef Müller in Berlin. Volks­wagen hatte im vergangenen Herbst mit seiner „Road­map E“ ange­kündigt, bis zum Jahr 2025 bis zu drei Milli­onen E-Autos pro Jahr zu bauen und achtzig neue elektri­fizierte Konzern­modelle auf den Markt zu bringen. Zu den acht E-Autos und Plug-In-Hybriden, die der Konzern bereits im Programm hat, kommen bereits im laufenden Jahr neun weitere neue Fahr­zeuge hinzu – davon drei reine E-Fahrzeuge.

Einige Neuheiten aus dem Konzern wurden vergangene Woche auf dem Auto­salon in Genf vorgestellt, etwa der Audi E-tron, der Porsche Mission-E und mit dem ID-Vizzion ein weiteres Mitglied der Volks­wagen ID-Familie. Ab 2019 gehe es dann bei der E-Modell­offensive „fast im Monats­rhythmus“ weiter, sagte Müller: „Über alle Marken und Regionen hinweg wollen wir auf diese Weise schon in wenigen Jahren die welt­weit größte Elektro-Flotte auf die Straße gebracht haben.“

Der Vorstands­vorsitzende betonte aber, dass dies nicht die Abkehr von konventionellen Antrieben bedeute. Der moderne Dieselantrieb sei – auch mit Blick auf den Klimaschutz – Teil der Lösung, nicht das Problem. „Wir investieren kraftvoll in die Mobilität von morgen – aber ohne die aktuellen Techno­logien und Fahrzeuge zu vernach­lässigen, die noch für Jahr­zehnte eine wichtige Rolle spielen werden“, sagte Müller. „Allein 2018 fließen fast zwanzig Milliarden Euro in unser konven­tio­nelles Fahr­zeug- und Antriebs­port­folio; über die nächsten fünf Jahre sollen es in Summe über neunzig Milliarden sein.“

Das wichtige Zukunftsthema „Digitali­sierung“ treibt im Konzern ein eigener Vorstands­ausschuss unter der Leitung von Konzern­chef Müller voran. „Die Zukunft der Mobilität gewinnt langsam Konturen, genauso wie die künftige Gestalt des Konzerns“, so Müller. Bestes Beispiel dafür ist der Sedric, mit dem der Konzern die Potenziale des voll­auto­nomen Fahrens erstmals gezeigt hat. Der im Konzern entworfene Sedric werde künftig „bei einer unserer Konzern­marken in Richtung Serie weiter­entwickelt“, kündigte Müller an.

Der 2016 auf den Weg gebrachte Wandel des gesamten Konzerns werde „von Tag zu Tag konkreter, sicht­barer, erlebbarer”, so Müller. Mit der Together-Strategie 2025 sei genau der Ruck durch das Unternehmen gegangen, den es bei Volks­wagen gebraucht habe. „2017 war ein exzel­lentes Jahr für den Volks­wagen Konzern und seine Marken. Wir sind wieder in der Offensive – und wir werden es weiter bleiben”, betonte der Vorstands­chef. Das gelte insbe­sondere für die Elektro­mobilität. „Mit der ‚Roadmap E‘ haben wir ein starkes Zeichen gesetzt, wie ernst wir es meinen“, so Müller. Der Volkswagen Konzern habe im vergangenen Jahr mit der „Road­map E“ die umfassendste Elektri­fizierungs­offensive in der Automobil­industrie gestartet.

Für den Wandel ist der Konzern finanziell gut gerüstet. Trotz hoher Milliarden­abflüsse durch die Diesel­krise lag die Netto­liquidität Ende 2017 mit 22,4 Mrd. Euro weiter auf einem sehr soliden Niveau. Finanz­vorstand Frank Witter: „Die Zahlen des Jahres 2017 belegen: Wir gestalten aktiv den Wandel unseres Unter­nehmens. Und wir werden auch 2018 nicht nach­lassen.“

Insgesamt belasteten 2017 Sonder­einflüsse aus der Diesel­thematik von –3,2 Mrd. Euro das Operative Ergebnis, nach –6,4 Mrd. Euro im Vorjahr. Diese Belastungen im abge­laufenen Geschäfts­jahr beruhten im Wesentlichen auf höheren Aufwen­dungen für die Rück­kauf- bzw. Nach­rüst­programme von 2,0 l und 3,0 l TDI-Fahr­zeugen in Nord­amerika sowie auf höheren Rechts­risiken. Das Finanz­ergebnis 2017 ging gegen­über dem Vorjahr von 0,2 auf 0,1 Mrd. Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern stieg im Berichts­jahr auf 13,9 Mrd. Euro  und über­traf den Vor­jahres­wert um 6,6 Mrd. Euro. (Quelle: Volks­wagen)

Link: Web Special Elektromobilität, Volkswagen, Wolfsburg

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