Sie­ger im Ideen­wett­­be­werb E-Mobi­li­tät ge­kürt

Im Rahmen des Forschungsprojekts Dienst­leistungen für Elektro­mobilität – Förderung von Innovation und Nutzer­orientierung, Delfin – initiierte das Fraunhofer-Institut für Arbeits­wirtschaft und Organisation IAO einen Ideen­wettbewerb, der besondere innovative Dienst­leistungen im Bereich Elektro­mobilität prämierte. Die Gewinner wurden im Februar ausge­zeichnet und erhielten jeweils 1500 Euro Preisgeld.

V. l. n. r.: Bene­dikt Schep­pach, Jonas Stum­mer, Anton Achatz (E-Wald), Walter Ganz (Fraun­hofer-IAO), Martin Hove­kamp (Hew­lett Packard), Chris­tophe Fondrier (High-Q), Dr. Andreas Helferich (High-Q), Thomas Hinter­­kopf (Ver­kehrs- und Tarif­ver­bund Stutt­­gart; Bild: Fh.-IAO)

In der Kategorie „Innovation“ wurden zwei Ein­rei­chungen prämiert: Die E-Wald GmbH aus dem nieder­baye­rischen Teis­nach entwickelte unter Betei­ligung von Prof. Dr. Andreas Berl von der Tech­nischen Hoch­schule Deggen­dorf eine opti­mierte Reich­weiten­berech­nung mit geogra­phischer Polygon­anzeige. Sie ermöglicht es, die Reich­weite von Elektro­autos präzise und benutzer­freundlich anzu­zeigen. Inno­vativ an dieser Lösung ist, dass die Reich­weite aus beste­henden Fahr­daten anstatt aus Norm- oder Vergangen­heits­werten und außerdem topo­graphie- und tempe­ratur­abhängig errechnet wird.

High-Q entwickelte zusammen mit den Anwendungs­partnern Verkehrs- und Tarif­verbund Stutt­gart, Stutt­garter Straßen­bahnen AG und Landes­haupt­stadt Stuttgart ein zentrales Karten­manage­ment für unter­schied­liche Dienst­leis­tungen. Sie bieten damit eine Lösung für durch­gängige Service­prozesse bei Systemen und Platt­formen, die den Zugang zu verschie­denen Mobilitäts­dienst­leistungen unter­schied­licher Partner ermöglichen, um Elektro­mobilität für Nutzer einfach erfahrbar zu machen. Ein Beispiel für die erfolg­reiche Umsetzung ist die Polygo-Card in Stuttgart.

Ebenfalls zwei Gewinner wurden in der Kategorie „Idee“ ausgezeichnet: Die Studenten Benedikt Scheppach, Jan Manne­schmidt und Jonas Stummer von der Universität Stuttgart überzeugten die Jury mit ihrem Ansatz, private Lade­möglich­keiten für Elektro­fahrzeuge über eine Internetplattform zu vermitteln, um die Verfügbarkeit von Lade­möglich­keiten in urbanen als auch ländlichen Gebieten zu erhöhen. Als innovatives Element adressieren sie die Vernetzung von Elektro­fahrzeug­besitzern und Energie­versorgern. Der Informatiker Martin Hovekamp aus Aidlingen in Baden-Württem­berg arbeitet am Aufbau einer integrierten IT-Service-Infra­struktur zur effizienten gemeinsamen Nutzung von Elektro­mobilitäts­angeboten mit dem Titel MIT – eMobility Infor­mation Technology. Er hatte die Idee bereits Anfang der 1990er Jahre als einfache analoge Version erfolgreich als „MIT-Fahrprojekt“ bei Hewlett-Packard in Böblingen mit­entwickelt und betrieben. Eine offene IT-Service-Infra­struktur in größerem Rahmen soll nun eine tiefe Integration beteiligter Anbieter erlauben und eine kosten­günstige Elektro­mobilität garantieren.

Die Bewertung der eingehenden Bewerbungen erfolgte durch eine unabhängige Jury. In der Kate­gorie „Idee“ wurden die besten Ideen für Dienst­leistungen im Bereich Elektro­mobilität ausgezeichnet und in der Kategorie „Inno­vation“ die besten bereits umgesetzten Dienst­leistungen. Die Bewer­bungen wurden nach den folgenden Kriterien bewertet: Kunden­nutzen, Inno­vation, Umsetzung und System­ansatz. Damit wurde sicher­gestellt, dass die Idee bzw. Inno­vation einen ausge­prägten Mehrwert für Kunden bietet und sich die Dienst­leistung in besonderem Maße von bereits beste­henden Lösungen abhebt. In die Bewertung ging außerdem ein, inwiefern die Dienst­leistungs­idee bzw. -inno­vation dazu geeignet ist, der weiteren Verbreitung von Elektro­mobilität in Deutsch­land positive Impulse zu geben. Die Preis­verleihung fand im Zentrum für Virtu­elles Engineering ZVE des Fraunhofer IAO in Stutt­gart statt. Die Über­reichung der Preise und Urkunden über­nahm Instituts­­direktor Walter Ganz: „Dienst­leistungen über­nehmen eine wichtige Brücken­funktion, um Elektro­mobilität auf die Straße zu bringen. Gute Ideen sind dabei ebenso wichtig wie deren Umsetzung – nach dem Motto: von der Invention zur Inno­vation.“ (Quelle: Fh.-IAO)

Link: Forschungsprojekt DELFIN: Dienstleistungen für Elektromobilität – Förderung von Innovation und Nutzerorientierung

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