Deut­sche Solar­indus­trie will Neu­start

Mehr als dreißig international tätige Unternehmen und Forschungs­einrich­tungen fordern in einem offenen Brief an die Bundes­regierung eine industrie­politische Strategie für die Solar­industrie in Deutsch­land. Es bedürfe „einer gemein­samen Anstrengung von Politik, Wirt­schaft und Forschung, um Investitionen in Forschung und Entwick­lung zu unter­stützen und gleich­zeitig die Nachfrage nach besonders nach­haltigen Solar­produkten zu fördern“, so die Unter­zeichner des an das Bundes­wirtschafts­ministerium gerichteten Schreibens.

Offener Brief: Für den Erhalt und den Ausbau der Solar­industrie in Deutschland [ PDF 0,34 MB ]

Die Unternehmen aus den Bereichen Maschi­nenbau, Material­herstellung und Solarzell- und Modul­produktion betonen, dass die deutsche Industrie zwar techno­logisch führend sei, in Deutsch­land aber eine industrie­politische Strategie fehle, um sie im Land zu halten und auszubauen. Statt­dessen müssten immer mehr Solar­hersteller in Deutschland ihre Produktion einstellen, während in Deutsch­land in den vergangenen Jahren über 25 Milliarden Euro für den Import von Solar­modulen ausgegeben worden seien. Dies habe nicht nur fatale Folgen für die heimische Industrie mit rund 15.000 Beschäf­tigten, sondern auch für die Umweltbilanz der Energiewende. Denn Umwelt-, Sozial- und Qualitäts­auflagen, an die sich die deutschen Unter­nehmen selbstverständlich halten müssten, gälten für importierte Produkte nicht.

Für die von der Regierungs­koalition geplanten Sonder­ausschrei­bungen für Photo­voltaik-Anlagen fordern die Firmen und Forschungs­institute daher die Einführung von Nach­haltig­keits­kriterien. Beispiel­haft sei Frank­reich hier bereits vor fünf Jahren voran gegangen. Bei vergleichbaren Instal­lations­zahlen wie in Deutsch­land stelle die franzö­sische Regelung sicher, dass klima­freund­lichere Produkte dort einen Vorteil bei Solar­ausschrei­bungen erhalten.

Zusätzlich fordern die produzierenden Solarunternehmen den Ausbau der Techno­logie­platt­form Photo­voltaik durch stärkere Vernetzung von Insti­tuten und Unter­nehmen und die Etab­lierung einer Forschungs­fabrik in Analogie zur Mikro­elek­tronik. Durch stärkere Koope­ration auf europä­ischer Ebene, beispiels­weise von Unter­nehmen aus Deutsch­land und Frank­reich, sei auch ein „solares Airbus-Projekt“ denkbar, wie es Bundes­wirtschafts­minister Altmaier bereits in seiner Zeit als Umwelt­minister vor fünf Jahren vorge­schlagen hatte. (Quelle: FhISE)

Link: Offener Brief: Für den Erhalt und den Ausbau der Solar­industrie in Deutschland [ PDF  0,34 MB ]

 

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