DLR weiht Ins­ti­tut für Ver­netz­te Ener­gie­sys­te­me ein

Enthüllung der neuen Eingangsstele (v.l.n.r.): Prof. Karsten Lemmer (DLR-Vorstand für Energie und Verkehr), Dennis Rohde (Mitglied des Bundestags), Stephan Albani (Mitglied des Bundestags), Prof. Pascale Ehrenfreund (DLR-Vorstandsvorsitzende), Stephan Weil (Ministerpräsident Niedersachsen), Thomas Bareiß (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), Prof. Carsten Agert, Direktor Institut für Vernetzte Energiesysteme; Bild: DLR; CC-BY 3.0)

Die Energieforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt befindet sich weiter auf Wachs­tumskurs. Knapp ein Jahr nach dem Beschluss zur Aufnahme von sieben neuen Instituten ist das Oldenburger Institut für Vernetzte Energie­systeme nach thematischer und struktureller Neuaus­richtung am gestrigen Donnerstag, mit einem großen Festakt symbolisch als neuer DLR-Forschungs­standort eingeweiht worden. Das Institut mit seinen rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist aus dem im Jahr 2007 gegründeten EWE-Forschungs­zentrum Next Energy hervorgegangen und widmet sich heute system­orientierten Lösungs­konzepten für die zukünftige Energie­versorgung auf Basis erneuerbarer Energien.

Im Beisein von 120 geladenen Gästen, darunter Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Thomas Bareiß, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, unterstrich die DLR-Vorstands­vorsitzende Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund die Bedeutung des Oldenburger Instituts für das DLR: „Unsere Energie­forschung hat verschiedene Techno­logien entscheidend vorangebracht, vom solar­thermischen Kraftwerk bis zur Brennstoff­zelle. Unserem neuen DLR-Institut für Vernetzte Energie­systeme kommt jetzt die Aufgabe zu, aus dieser Vielzahl an Techno­logien und dezentralen Einzel­anlagen ein zuverlässiges Energie­system zu gestalten. Diese System muss nicht nur wirtschaftlich und nachhaltig sein, sondern auch gesellschaftlich akzeptiert werden.“ Die interdis­ziplinäre Zusammen­arbeit der einzelnen Forschungs­bereiche des DLR bietet dafür einzigartige Voraussetzungen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil betonte die große Bedeutung von innovativer Energie­forschung: „Sie ist ein zentrales Element für das Gelingen der Energie­wende. Wir haben deshalb als Landes­regierung die Energie­forschung ins Zentrum unserer Förder­politik gerückt.“ Vor diesem Hinter­grund sieht er die Entwicklung in Oldenburg positiv: „Es freut mich sehr, dass das ehemalige Energie­forschungs­institut Next Energy künftig als DLR-Institut eine noch wichtigere Rolle einnehmen wird. Die gemeinsamen Anstrengungen von Bund und Land sind eine gute Investition in die Zukunft.“

Die DLR-Forscher des Instituts für Ver­netzte Energie­systeme erforschen in Oldenburg vor allem die Synergie­effekten aus der Sektoren­kopplung Strom-Wärme. (Bild: DLR; CC-BY 3.0)

Staatssekretär Thomas Bareiß hob die Bedeutung der Energie­forschung hervor: „Die Energie­forschung ist zentral, wenn wir die Energie­wende zum Erfolg führen wollen. Wir brauchen innovative Lösungen, die das Energie­system als Gesamt­heit in den Blick nehmen. Das DLR-Institut für Ver­netzte Energie­systeme in Oldenburg setzt genau hier an und wird weiter an den wissen­schaft­lichen Grund­lagen für das Energie­system der Zukunft arbeiten. Dabei werden wir das DLR weiter unter­stützen.“

Abstim­mung auf Verbrauchs­verhalten von Indus­trie und Gesell­schaft

Die neue Träger­schaft fördere eine ziel­gerich­tete und lösungs­orien­tierte Forschung, bestä­tigte Instituts­direktor Prof. Dr. Carsten Agert. Das Bundes­minis­terium für Wirt­schaft und Ener­gie und die Nieder­säch­sische Landes­regie­rung hätten bei der Inte­gration ins DLR große Unter­stützung geleis­tet und sich dabei von zukunfts­orien­tierten Sach­themen leiten lassen. „Auf Basis dieses Engage­ments können wir künftig die Gestal­tung eines Energie­systems voran­treiben, das ganz wesent­lich aus erneuer­baren Energien gespeist wird. Die tech­nischen Heraus­forde­rungen liegen dabei in der wetter­abhängigen Erzeugung von Wind- und Sonnen­strom, die zudem in einer großen Anzahl vergleichs­weise kleiner Anlagen mit unter­schied­lichen Techno­logien erzeugt werden”, erläuterte Agert. „Eine wesent­liche Aufgabe unserer Wissen­schaftler wird darin bestehen, das Zusammen­wirken dieser Einzel­anlagen zu optimieren, zuver­lässig mit dem Verbrauchs­verhalten von Industrie und Gesell­schaft in Einklang zu bringen und einen stabilen Betrieb der Strom­netze sicher­zustellen.“

Ein entscheidender Ansatz für die Gestaltung künftiger Energie­systeme wird die Sektoren­kopplung sein. Bislang sind der Mobi­litäts­sektor und die Bereit­stellung von Wärme nur punk­tuell ans Strom­netz gekoppelt. Um zu einem intelli­genten und effizienten Gesamt­system zu gelangen, treibt das Institut die Verschmel­zung dieser Systeme voran, um zum Beispiel Anlagen zur Wärmee­rzeugung oder Elektro­fahrzeuge enger mit dem Strom­netz zu verknüpfen. Für einzelne Wohn­gebäude bis hin zu Wohn­quartieren und ganzen Städten entsteht so ein vernetztes Energie­system, das auf allen Ebenen sektoren­über­greifend maximale Flexibi­lität ermöglicht. (Quelle: DLR)

Link: DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme, Oldenburg

Weitere Beiträge: „Next Energy“ wird DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme, energyviews.de, 7. Juli 2017

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