Auto­fäh­ren – Ge­fahr durch Gas- oder Elek­tro­mo­bi­le?

Fähren – kaum ist die Bugklappe auf, fahren Unmengen Autos am Hafen heraus und andere hinein. Es ist ein bequemer und vor allem schneller Transport. Alternativ betrie­bene Fahr­zeuge (ABF) stellen dabei neue Risiken dar, die zu kontrol­lieren sind. Dieser Thematik widmet sich das Projekt Albero der Hoch­schule Bonn-Rhein-Sieg, das das Bundes­minis­terium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Forschung für zivile Sicher­heit“ fördert. Das Projekt von Physik-Professor Peter Kaul vom Institut für Sicherheits­forschung (ISF) der H-BRS erhält für die Laufzeit von drei Jahren knapp eine halbe Million Euro.

Transportiert nitch nur Stromer sondern fährt selbst elektrisch: Seit 2017 ist die „Elektra“ im Regelbetrieb zwischen Nauvo und Parainen in den Schären von Turku unterwegs. (Bild: Siemens)

Viele Besitzer von E-Bikes kennen das Problem bereits, denn sie dürfen wegen der Lithium-Ionen-Akkus mit ihrem Elektro­fahrrad nicht in den Urlaub fliegen. Das Projekt Albero steht nun für den Transport auch anderer alter­nativ betriebener Fahrzeuge auf Roll-on-Roll-off-Fähr­schiffen. In einem Teil­vor­haben geht es zunächst um Entwick­lung und Aufbau gas­sensori­scher Systeme zur Über­wachung von Fähr­decks und Lade­stationen für der­artige Fahr­zeuge auf Fähr­schiffen. Weltweit ist die Zahl alter­nativ betriebener Fahr­zeuge stark angestiegen, eine weitere Zunahme in den nächsten Jahren ist zu erwarten. Die Reede­reien müssen sich darauf einstellen und den neuen mögli­chen Gefahren begegnen: Brenn­bare Gase aus Antrie­ben mit LPG oder Brenn­stoff­zellen können aus Tanks austreten und zu explosiven Luft-Gas-Gemischen führen. Beim Lade­vorgang von Lithium-Ionen-Akkus können fehler­hafte Lade­vor­gänge zu kriti­schen Zuständen bis zum explo­sions­artigen Versagen führen.

Das Teilvorhaben am ISF zielt auf die Identifi­zierung freige­setzter Gase im Falle einer Beschä­digung, die Entwicklung von effizienten Detektions­verfahren, die auf einen nicht regulären Zustand der ABF hinweisen und eine recht­zeitige Alar­mierung ermög­lichen, sowie die Ent­wick­lung von Funktions­mustern für Detek­tions­systeme für Fähr­decks oder ausge­wiesene Abstell­flächen für ABF ab.

An den Partnern der Hochschule bei Albero lässt sich die Bedeutung der Forschung ablesen. Es sind das Institut für Sicher­heits­technik/Schiffs­sicher­heit (Projekt­koordi­nator), das Fraunhofer Institut für Kommuni­kation, Informations­verarbeitung und Ergo­nomie (FKIE), das Forschungs­institut für Kraft­fahr­wesen und Fahr­zeug­motoren Stutt­gart (FKFS), Battery­univer­sity GmbH (Batuni), GTE Industrie­elek­tronik und Lloyd’s Register. (Quelle: H-BRS)

Link: Institut für Sicherheitsforschung (P.-M. Kaul), Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Sankt Augustin

Weitere Beiträge: Elektrofähren für Norwegen, EnergyViews.de, 1. November 2016

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