Wind­park mit Bat­te­rie ge­kop­pelt

Vertreter des Projekts und der Stadt Hamburg starten das Speicherregelkraftwerk in Curslack. (Bild: Vattenfall)

Anfang November wurde das Speicherregel­kraftwerk am Windpark Curslack in Hamburg-Bergedorf offiziell in Betrieb genommen. Kernstück der Anlage ist die Verbindung der fünf Windenergie­anlagen des Windparks mit einem neuen Batterie­speicher, der direkt an das Windpark­netz angeschlossen ist. Der von Vattenfall gemeinsam mit dem Competence Center für Erneuer­bare Energien und Energie­effizienz (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissen­schaften Hamburg und der Nordex Group erbaute Speicher aus Lithium-Ionen-Akkus kann Strom aus dem benachbarten Windpark aufnehmen und damit dessen Effi­zienz erhöhen.

Dieses Speicher­regelkraft­werk, ein Teil des Groß­projektes NEW 4.0 – Norddeutsche Energie­wende –, soll Möglichkeiten zur System­integration erneuer­barer Energien praxisnah ausloten. Durch die Kopplung von Windpark und Batterie­speicher soll die Strom­lieferung aus dem Windpark optimiert und an den Bedarf der Kunden angepasst werden. Dadurch sollen Abschal­tungen von Windenergie­anlagen bei Netzüber­lastung so weit wie möglich vermieden werden. Darüber hinaus wollen die Projekt­partner Modelle für Systemdienst­leistungen konzipieren. So sollen Regelal­gorithmen und Regelparameter etwa für lokale Blindleistungs­erbringung oder die Erbringung von Momentan­reserve entwickelt und getestet werden, damit zukünftig erneuer­bare Energien gemeinsam mit Batterie­speichern diese Leistungen markt­basiert erbringen können.

Das Speicherregel­kraftwerk besteht aus 24 Batterien der neuesten BMW-Tech­nologie. Solche Batterien werden auch in Elektro­fahrzeugen verwendet. Der Batterie­speicher verfügt über eine Leistung von 720 Kilowatt und eine Speicher­kapazität von 792 Kilowatt­stunden. Die Anlage soll einen Beitrag zur Entlastung der Stromnetze in Nord­deutschland liefern.

„Das Speicherregel­kraftwerk ist einer von 25 Demon­stratoren im Projekt NEW 4.0, mit denen wir inno­vative Lösungen für das Energie­system der Zukunft unter Realbe­dingungen erproben wollen. Zukünftig müssen Windkraft­anlagen als Erzeuger flexibler und intel­ligenter auf die Anforderungen für ein stabiles System reagieren und auch sehr kurzfristige Schwankungen ausgleichen. So können sie die System­aufgaben konven­tioneller Kraftwerke übernehmen. Die Integration eines Batterie­speichers im eigenen Windpark und der Verbund mit dem benachbarten Energie-Campus bieten eine einzig­artige Konstel­lation für unsere Forschungs­vorhaben zum Energie­system der Zukunft“, sagt Werner Beba, Leiter CC4E sowie Projekt­koordinator NEW 4.0. (Quelle: Vattenfall / HAW / pro-physik.de)

Links: Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz CC4E, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, HamburgProjekt Norddeutsche Energiewende NEW 4.0

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