E-Mobilitäts-Studie: Die Jungen packen’s an

Dr. Peter Wawer, Präsident der Division Industrial Power Control von Infineon Technologies AG: „Schon heute könnte der gesamte Personenkraftverkehr ausschließlich mit regenerativen Energien angetrieben werden.“ (Bild: Infineon)

Zwei Drittel aller Autofahrer können sich grundsätzlich vorstellen, ein Elektroauto anzuschaffen. Das ergab eine repräsentative Erhebung von Statista im Auftrag der Infineon Technologies AG. Bei den Jüngeren ist die Offenheit für E-Autos stärker ausgeprägt, sie bringen die E-Mobilität ins Rollen: In der Altersklasse zwischen 18 und 39 Jahren liegt die Zustimmung bei knapp 80 Prozent. Bei den 60- bis 69-Jährigen dagegen nur bei rund fünfzig Prozent. Die Bereitschaft zum Kauf eines E-Autos steigt mit dem Einkommen: Die größte Bereitschaft zeigen mit 74 Prozent die Befragten in der Einkommensklasse viertausend Euro und mehr monatliches Haushalts-Nettoeinkommen. Für die repräsentative Online-Erhebung wurden Ende November 1.690 Menschen in Deutschland befragt.

Zwei Drittel aller Autofahrer können sich grundsätzlich vorstellen, ein Elektroauto anzuschaffen. Das ergab eine repräsentative Erhebung von Statista im Auftrag der Infineon Technologies AG. Bei den Jüngeren ist die Offenheit für E-Autos stärker ausgeprägt, sie bringen die E-Mobilität ins Rollen: In der Altersklasse zwischen 18 und 39 Jahren liegt die Zustimmung bei knapp 80 %. (Quelle: Infineon)

Die Studienteilnehmer wollen für die E-Mobilität vor allem „grünen“ Strom. Annähernd sechzig Prozent der Befragten halten diesen für wichtig (27 %) oder sehr wichtig (30 %). Auffällig: Auch hier ist die Beurteilung stark abhängig vom Alter. Je jünger die Befragten, desto größeren Wert legen sie auf regenerative Energiequellen als Stromlieferant für emissionsfreies Fahren.

„Schon heute könnte der gesamte Personen­kraft­verkehr aus­schließ­lich mit regene­rativen Energien angetrieben werden,“ sagte Peter Wawer, Division-Präsident Indus­trial Power Control von Infineon. Im Jahr 2017 wurden in Deutsch­land 547 Tera­watt­stunden Strom erzeugt, davon mit Solar und Windkraft 143 TWh. Das würde rechnerisch für rund 47,7 Millionen Fahr­zeuge ausreichen, bei aktuell 46,5 Millionen zugelassenen Pkws in Deutsch­land (Annahme: Ein Pkw fährt durch­schnitt­lich 15.000 km pro Jahr und benötigt pro 100 km 20 kWh. Quellen: Kraft­fahrt-Bundes­amt; Fraun­hofer-Institut, „Power generation in Germany“), „Die größte Heraus­forderung bei der Umstellung vom Verbrennungs- auf den Elektro­motor ist der Aufbau einer Lade­infra­struktur und die Aufrüs­tung der Strom­netze. Diese sind in Deutsch­land noch nicht für eine höhere Leis­tungs­fähig­keit ausgelegt, wie sie die E-Mobilität erfordert. Insbe­sondere, wenn das Netz auch noch einen höheren Anteil von regene­rativen Energien vertragen soll.“

Diese „saubere“ E-Mobilität würden sich die Deutschen auch etwas kosten lassen: Bei angenom­menen vier Euro Strom­kosten pro hundert Kilometer Reichweite wären 62 Prozent bereit, für regenerativ erzeugten Strom mehr zu zahlen. 15 Prozent würde sogar sehr tief in die Tasche greifen und mehr als sechs Euro für eine 100-km-Stromladung ausgeben – wenn sie sicher sein könnten, dass der Strom nicht aus Kernkraftwerken oder Kohle­meilern stammt.

„Nicht in meinem Garten“

Die Mehrheit der Befragten findet: Strom aus erneuerbaren Energiequellen sollte auch dort erzeugt werden, wo die Bedingungen besonders gut sind. Das gilt zum Beispiel für Offshore-Wind­kraft­anlagen in der Nordsee. Allerdings würden nur 21 Prozent der Befragten eine große Strom­trasse akzeptieren, wenn diese weniger als fünf Kilometer von ihrem Wohnort verliefe. Am wenigsten störend empfinden die Deutschen regenerative Energie­erzeugung in ihrem Umfeld: Solarparks genießen dabei die höchste Akzeptanz, gefolgt von Wind­kraft­parks, Wasser­kraft­werken und Bio­masse-Anlagen.

Die hohe Zustimmung für Solarparks ist bei den Umfrageteilnehmern, für die ein E-Auto infrage kommt, noch einmal höher. 74 Prozent würden einen Solarpark im Umkreis von fünf Kilometern zur Wohnadresse akzeptieren (67 Prozent insgesamt). Umgekehrt lehnen Befragte ohne Bereitschaft zum E-Auto zu 18 Prozent alle zur Auswahl gestellten Formen der Energieerzeugung im eigenen Umfeld ab. Von den Studienteilnehmern, für die ein E-Auto infrage kommt, lehnen dies nur sieben Prozent ab. Deutlich abgeschlagen bei den Akzeptanzwerten sind Kernkraftwerke und Kohletagebau mit sieben beziehungsweise fünf Prozent.

Am liebsten zu Hause und unterwegs unter 30 Minuten

Beim Laden von E-Autos gibt es eine klare Präferenz: Die Befragten wollen am liebsten zu Hause Strom tanken. Deutlich weniger Menschen bevorzugen die Lademöglichkeit bei der Arbeit, fast gleichauf mit den Ladepunkten Einkaufszentrum, Tankstelle und öffentliche Parkplätze oder Parkhäuser. Beim Stromtanken unterwegs liegt die „Schallmauer“ bei dreißig Minuten: Siebzig Prozent der Befragten sind nicht bereit, längere Ladezeiten zu akzeptieren. Auch deshalb bauen unterschiedliche Anbieter sowohl in Städten als auch entlang der Autobahn eine Infrastruktur fürs Schnellladen auf. Neue Materialien für Halbleiter wie zum Beispiel Siliziumkarbid ermöglich dies. Verfügt das Auto über eine entsprechende Batterie, können die Elektrofahrzeuge damit bei einer Ladeleistung von 350 Kilowatt innerhalb weniger Minuten aufgeladen werden.

Offenbar steht das Laden daheim deshalb so hoch im Kurs, weil sich das Auto auch bei längeren Ladezeiten „nebenher“ laden lässt – etwa über Nacht. Dabei wissen die meisten nicht, mit welchen anderen Tätigkeiten sich das Stromtanken verbinden lässt: Weniger als die Hälfte weiß, wo sich die nächstgelegene Ladestation befindet. (Quelle; Infineon)

Link: Wissenswertes rund um Elektromobilität, Infineon Technologies AG, München

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