Energiemanagement in der Cloud

Mit DEMS Compact bietet die Siemens-Division Smart Grid Stadtwerken einen cloud-basierten Webservice für virtuelle Kraftwerke an. Dieser Dienst versetzt Stadtwerke in die Lage, dezentrale Energieressourcen ihrer Kunden zusammenzuschalten und die gebündelte Leistung einem größeren virtuellen Kraftwerk zur Vermarktung anzubieten. (Bild: Siemens)

Siemens bietet Stadtwerken einen cloud-basierten Webservice für virtuelle Kraftwerke an. Er versetzt Stadtwerke in die Lage, dezentrale Energieressourcen ihrer Kunden zusammenzuschalten und die gebündelte Leistung einem größeren virtuellen Kraftwerk zur Vermarktung anzubieten. (Bild: Siemens)

Kleinere Stadtwerke können erneuerbare Energie über die Cloud vermarkten. Kern der Lösung ist ein cloud-basiertes Energie­management­system von Siemens, das dezentrale Strom­erzeuger zu einem virtuellen Kraftwerk bündeln. So können Klein­erzeuger genau wie große Kraftwerke am Strommarkt teilnehmen, also Strom an der Börse handeln oder lukrative Regel­leistung anbieten und so höhere Erlöse erzielen. Für kleine und mittlere Stadtwerke und Energie­versorger ist die Investition für ein eigenes Energie­management­system meist nicht wirtschaftlich. Siemens löst das Problem mit einem Webservice, der auf einer kompakten Version seines dezentralen Energie­management­systems DEMS beruht. Der Dienst wird mit RWE getestet und ab Frühsommer 2014 bereitgestellt.

Etwa 800 Stadtwerke gibt es in Deutschland und einige von Ihnen – beispiels­weise die Stadtwerke München – betreiben bereits ein virtuelles Kraftwerk. Herzstück der Technik ist ein Energie­management­system, das Stromerzeuger, also Wind- und Solarparks oder Biogas­anlagen, aber auch Strom­speicher oder einzelne Verbraucher vernetzt. Der Verbund agiert dann wie ein steuerbares Großkraftwerk. Er kann Strom bei guten Konditionen an der Börse verkaufen, aber auch am Markt für Regel­leistungen teilnehmen. Dabei stellen Markt­teilnehmer Leistungs­reserven bereit, die der Netzbetreiber abrufen kann, um Erzeugung und Verbrauch stets in Balance zu halten. So wird der Ausfall eines Erzeugers oder ein plötzliches Absinken des Verbrauchs ausgeglichen. Über ein virtuelles Kraftwerk können auch Erzeuger erneuerbarer Energien diese Dienst­leistung anbieten.

Um kleineren Stadtwerken den Zugang zu diesen Märkten zu erschließen, stellt Siemens in der Cloud all jene DEMS-Funktionen bereit, die den Zusammen­schluss und die Steuerung dezentraler Kraftwerke erlauben. Dazu gehören zum Beispiel Prognosen der Anlagen­kapazitäten, die Regelung der Anlagen und ein Webportal, mit dem die Betreiber der dezentralen Energie­erzeuger die Verfügbarkeit ihrer Anlagen dem virtuellen Kraftwerk mitteilen können. Der Energie­versorger muss nicht in ein eigenes System investieren, also etwa in Hardware und Fachpersonal. Siemens bietet einen hohen IT-Sicherheits­­standard und passt die Funktionen an, falls regulatorische oder energie­wirtschaft­liche Änderungen dies erfordern. Von Vorteil für das jeweilige Stadtwerk ist auch, dass es sich nicht direkt mit den komplexen Prozessen an der Strombörse befassen muss. Die Vermarkung geschieht über das virtuelle Kraftwerk, das bereits am Energiemarkt teilnimmt.

Mit ihrer Fähigkeit, dezentrale Energie­erzeuger zu bündeln und zu steuern, sind virtuelle Kraftwerke eine Schlüsseltechnik für künftige intelligente Stromnetze. Sie stützen auch die mit der Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im Jahr 2012 angeregte Direkt­vermarktung von grünem Strom. Der cloud-basierte Service für virtuelle Kraftwerke hilft, die Menge der direkt­vermarkteten Energien zu erhöhen, indem kleinere Energie­versorger Zugang zu den Strom­börsen erhalten. (Quelle: Siemens)

Link: DEMS, Siemens-Division Smart Grid, Nürnberg

 

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