Teil­ent­la­dung­en ge­fähr­den Ge­ne­ra­to­ren und Trans­for­ma­to­ren

Strommasten 110 kV, 220 kV und 380 kV in der Nähe von Wien (Bild: M.Dufek / Wikipedia; CC-BY-SA 3.0 GER)

Strommasten 110 kV, 220 kV und 380 kV in der Nähe von Wien (Bild: M.Dufek / Wikipedia; CC-BY-SA 3.0 GER)

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie INP erhält 830.000 Euro für die Erforschung und Diagnostik von Teil­entladungs­erscheinungen in Strom­netzen, weitere 230.000 Euro erhält die Universität Rostock als Koope­rations­partner. Im Rahmen des Projekts Momos – Multiphysics Online/Offline Monitoring System – erforschen die Wissen­schaftler in den nächsten drei Jahren unter anderem Teilentladungs-Phänomene, die beispielsweise in Generatoren, Transfor­matoren und Verbindungs­kabeln auftreten.

Solche Teilentladungen können erhebliche Probleme auf der Kompo­nenten­ebene des Stromnetz­systems verursachen. Überschreitet die Intensität der Entladungen einen Grenzwert, so führt das zur Vorschädigung und im Extremfall zum Versagen der Komponente. Das kann den Ausfall von Teilen des Strom­netzes zur Folge haben und damit die Versor­gungs­sicher­heit der Abnehmer gefährden. Ziel von Momos ist es, ein Monitoring-System zur Zustands­bewertung der Stromnetz­komponenten während ihrer gesamten Betriebs­dauer zu konzipieren. Das System soll einerseits an in Betrieb befindlichen als auch an abgeschal­teten Komponenten einsetzbar sein und gewähr­leisten, dass die Komponenten zustands­bezogen ersetzt werden können. Neben der Erhöhung der Versorgungs­sicherheit strebt Momos einen nachhal­tigen und ressourcen­schonenden Einsatz von Stromnetz­komponenten an. Die derzeitigen Stromnetz­komponenten sind größten­teils über­dimensio­niert und werden oftmals vorfristig ausgetauscht.

„Momos ermöglicht uns, neben unseren umfangreichen Kenntnissen in der Plasma­technologie auch unsere Erfahrungen in der Model­lierung von physika­lischen Prozessen einzubringen“, erklärt Sergey Gorchakov, der das Projekt am INP leitet. Eine besondere Heraus­forderung sieht Gorchakov in der Aufgabe, eine Verbindung zwischen verschiedenen Stress­faktoren wie mechanische Belastungen, chemische Prozesse, thermische Beanspruchung und Alterungs­vorgängen zu finden. „Für das INP ergibt sich durch das Vorhaben die Möglich­keit, sich weiter auf dem hier verbundenen Gebiet der Diagnostik und Simulation von transienten Gasent­ladungen zu etablieren und seine bereits heute inter­national führende Rolle in der wissen­schaftlichen Community zu sichern und auszubauen“, so der Forscher.

Die Förderinitiative Zukunftsfähige Stromnetze ist Teil des 6. Energie­forschungs­programm der Bundes­regierung. Insgesamt sind 83 Vorhaben mit einem Gesamt­förder­volumen von etwa 157 Millionen Euro für eine Förderung ausgewählt worden.

Links: For­schungs­schwer­punkt Pro­zess­mo­ni­to­ring, Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V., GreifswaldFörderinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze“, Projektträger Jülich

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