Zoe: Stromer bei der Arbeit

Bietet der Arbeitgeber entsprechende Infrastruktur an, erhöht das die Pendel-Reichweite des Zoe auf mehr als 200 km pro Tag. (Bild: energyviews.de)

Bietet der Arbeitgeber entsprechende Infrastruktur an, erhöht das die Pendel-Reichweite des Zoe auf mehr als 200 km pro Tag. (Bild: energyviews.de)

[Fortsetzung von: Zoe: Kleine Bergprüfung – die Zwei-Burgen-Tour] Seine prinzipielle Tauglichkeit als Alltagsgefährt hat der Zoe ja bereits umfassend unter Beweis gestellt. Bis zu welchem Radius lässt sich der Renault zum Pendeln für den Weg zur Arbeit einsetzen? Wenn Sie auf dem Land wohnen und keine Autobahnen nutzen, dürfte die Reichweite des Zoe problemlos für Hin- und Rückfahrt ausreichen, wie auch Markus Sporer von einem Weinheimer Autohaus von einigen seiner Kunden berichtet. Für einfache Fahrten inklusive Autobahn bis fünfzig Kilometer sind Sie ebenfalls auf der sicheren Seite.

Bei Fahrten mit nennenswertem Autobahnanteil liegt der Öko-Index nur zwischen 50 und 60 von 100. (Bild: energyviews.de)

Bei Fahrten mit nennenswertem Autobahnanteil liegt der Öko-Index nur zwischen 50 und 60 von 100. (Bild: energyviews.de)

Etliche Mitarbeiter unseres nord­badi­schen Wiley-VCH-Verlags, die in Süd­hes­sen oder gar dem Raum Frank­furt zuhause sind, haben jedoch weitere Wege. Dasselbe gilt auch beispielsweise für einen meiner privaten Nachbarn, der die energy­views.de-„Elektro-Tests“ inte­res­siert ver­folgt: Er pendelt täglich von Mannheim nach Karlsruhe zu Siemens – je nach Ver­kehrs­lage und Route zwischen 60 und 70 Kilometer einfach mit überwiegend Autobahn oder Bundesstraße.

Hier ist – wollen Sie nicht dauerhaft auf Ausweichmöglichkeiten wie „Fast Food – Free Charge“ zurückgreifen – die Kooperations­bereitschaft des Arbeitgebers gefragt, der dies vielleicht sogar von sich aus als Anreiz für seine Mitarbeiter anbietet. Aber welche Infra­struktur müsste das Unternehmen aufbauen? Eine regel­rechte Supercharger-Station?

Keine große Klappe – wegen des Verzichts auf einen Range Extender kommen Motor und „Chameleon“-Ladesystem in einer kurzen Fahrzeugfront unter. (Bild: energyviews.de)

Keine große Klappe – wegen des Verzichts auf einen Range Extender kommen Motor und „Chameleon“-Ladesystem in einer kurzen Fahrzeugfront unter. (Bild: energyviews.de)

Nicht unbedingt. Schließlich wollen die Mitarbeiter keine Nummer ziehen, irgendwann ihr Fahrzeug zur Lade­station fahren, und nach einer Drei­viertel­stunde die Buchse wieder räumen. Sofern Sie nicht Teil­zeit arbeiten oder regel­mäßig mit dem eigenen Wagen noch zu Terminen fahren, haben Sie Stand­­zeiten von sechs Stunden oder mehr. Das reicht aber im Fall des Zoe auch bei einem regulären Strom­anschluss, die Batterien von etwa zwanzig auf achtzig Prozent zu laden, umgerechnet eine Reichweite von um die hundert auto­bahn­lastige Kilometer.

Im Fall des Verlags liegt die Lösung recht nahe: Auf dem Parkplatz steht eine Strom­säule mit Drehstrom- und 230-Volt-Anschlüssen. Da die 380-Volt-Dosen nicht zum Laden abgesichert und mit Typ-2-Buchsen ausgestattet sind, weichen wir auf die Schuko-Strippe mit In-Kabel-Kontroll­box aus, die sich dank wasser­fester Tasche elegant im Kofferraum mitführen lässt.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Stromanschluss – wie die Energieversorgung der Müllpresse auf dem Verlagsparkplatz. (Bild: energyviews.de)

Wo ein Wille ist, ist auch ein Stromanschluss – wie die Energieversorgung der Müllpresse auf dem Verlagsparkplatz. (Bild: energyviews.de)

Freilich gibt es schon Unternehmen oder Einrichtungen, die Mitarbeitern und Gästen explizite Ladestationen zur Verfügung stellen, beispiels­weise das Fraun­hofer-Institut für Integrierte Systeme und Bau­elemente­techno­logie IISB in Erlangen (siehe Laden ohne Kabelsalat). Oder aber Siemens, in der Karlsruher Nieder­lassung (siehe Elektrisches Pendeln). Dort sind Mitarbeiter schon vor eineinhalb Jahren für Dienst­fahrten zwischen den Werken Karlsruhe und Haguenau auf Elektro­fahrzeuge umgestiegen.

Fazit – Zoe: zukunftsträchtiges Fortbewegungsmitttel – Zero Emission

Nicht nur ein Auto mit Elektro- statt Benzinmotor – der Zoe ist rundherum als E-Mobil konzipiert. (Bild: energyviews.de)

Nicht nur ein Auto mit Elektro- statt Benzinmotor – der Zoe ist rundherum als E-Mobil konzipiert. (Bild: energyviews.de)

Wer nicht gerade längere Auto­bahn­fahr­ten in seinem Pflich­ten­heft hat, findet mit dem Zoe – dank des Konzepts der Batterie­miete – einen Zugang zur Elek­tro­mobi­lität mit zunächst vergleichs­weise geringen Ein­stiegs­­kosten. Der Zoe punktet dabei mit Verzicht auf Schnick­schnack und geradlinigem, gefälligem Interieur. Nicht nur mit den Fahr­eigen­schaften, sondern auch durch das speziell designte Äußere gibt er sich als City-Flitzer, für den Sprints auf der Auto­bahn – im dis­ku­tier­ten Rahmen – keiner­lei Probleme dar­stellen. Trotz der kompakten Maße eignet er sich nicht nur für Fahrer und gegebe­nenfalls Beifahrer zum Pendeln, sondern durchaus auch als Familien­auto für bis zu fünf Personen – sofern nicht mehr als ein Kindersitz im Spiel ist.

Einziges Problem bei der Verwendung als Familien­fahrzeug ist die begrenzte Reichweite, wenn es um Fahrten in den Urlaub oder zur entfernten Verwandt­schaft geht. Wer aber diese mit Bus, Bahn oder Ferien­flieger erledigt, oder gewillt ist, sich in diesem Punkt umzustellen, hat mit dem Zoe ein zukunfts­trächtiges Fort­bewegungs­mitttel – Zero Emission. (Oliver Dreissigacker)

Link: Renault Z. E. Elektroautos

Weitere Beiträge/Erfahrungsberichte: Zoe: „Zero Emission“-Mobilität, energyviews.de, 6. November 2014 • Mix aus schneller und konventioneller Ladung schont die Batterie, energyviews.de, 13. Mai 2014 • Ampera – der Wegbereiter, energyviews.de, 16. September 2014Rumstromern mit dem BMW i3, energyviews.de, 15. August 2014

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