Supraleiterkabel versorgt zuverlässig 10 000 Haushalte

Zogen nach 180 Tagen eine erste Zwischenbilanz im Projekt AmpaCity: Jürgen Reichardt, Leiter Regionalzentrum Ruhr-Niederrhein bei Westnetz, Prof. Dr. Mathias Noe, Institutsleiter am Karlsruher Institut für Technologie, Dr. Johannes Georg Bednorz, Nobelpreisträger für Physik, Dr. Joachim Schneider, Technikvorstand RWE Deutschland, Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Reinhard Paß, Oberbürgermeister der Stadt Essen und Frank Schmidt, Geschäftsführer Nexans Superconductors GmbH (v. l. n. r.; Bild: A. Laaks, RWE)

Zogen nach 180 Tagen eine erste Zwischenbilanz im Projekt AmpaCity: Jürgen Reichardt, Leiter Regional­zentrum Ruhr-Nieder­rhein bei Westnetz, Prof. Dr. Mathias Noe, Instituts­leiter am Karlsruher Institut für Technologie, Dr. Johannes Georg Bednorz, Nobel­preis­träger für Physik, Dr. Joachim Schneider, Technik­vorstand RWE Deutschland, Uwe Beckmeyer, Parlamen­tarischer Staats­sekretär beim Bundes­minister für Wirtschaft und Energie, Reinhard Paß, Oberbürger­meister der Stadt Essen und Frank Schmidt, Geschäfts­führer Nexans Super­conductors GmbH (v. l. n. r.; Bild: A. Laaks, RWE)

180 Tage oder 4300 Stunden – so lange steht der Essener Supraleiter nun unter Strom. RWE hat am 27. Oktober mit seinen Projekt­partnern eine positive Zwischen­bilanz bei AmpaCity gezogen. So habe das weltweit längste Supra­leiter­kabel die Erwartungen bei Weitem erfüllt. Der Supraleiter transportiert fünfmal so viel Strom wie ein herkömm­liches Kupferkabel und das nahezu verlustfrei. Seit der Inbetrieb­nahme am 30. April dieses Jahres hat RWE über das einen Kilometer lange Kabel rund zwanzig Millionen Kilowatt­stunden geliefert, was dem Anschluss von etwa 10 000 Essener Haushalten entspricht.

Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hatten das mittlerweile weltweit beachtete Vorzeige­projekt AmpaCity ermöglicht. „Die Energiewende braucht mutige Innovationen, um das Energie­system von morgen effizient und sicher zu gestalten. Daher haben wir dieses exzellente Projekt bewusst für die Förderung durch unser Energie­forschungs­programm ausgewählt“, sagte Uwe Beckmeyer, Parlamen­tarischer Staats­sekretär beim Bundes­minister für Wirtschaft und Energie, während seines Besuchs in Essen.

So steuerte das BMWi 5,9 Millionen Euro zu den insgesamt 13,5 Millionen Euro Projekt­kosten bei, die RWE und seine Partner in das Vorhaben investierten. Diese sind der Kabel­hersteller Nexans und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Nexans konstruierte neben dem Supraleiter auch einen supra­leitenden Kurz­schluss­strom-Begrenzer für den Test­betrieb. Das KIT hat den Feld­versuch wissenschaftlich begleitet.

Die Hochtemperatur-Supraleitung und damit der Strom­transport bei minus 200 statt bei minus 270 Grad Celsius geht zurück auf die Forschung von Prof. Alex Müller und Dr. Johannes Georg Bednorz, die dafür im Jahr 1987 den Physik-Nobelpreis erhielten. Durch die Eigen­schaften des supra­leiten­den Materials, einer besonderen Keramik, und dessen Kühlung auf minus 200 Grad Celsius wird das Kabel zu einem idealen elek­trischen Leiter. In Essen ersetzt das 10.000-Volt Supra­leiter­kabel eine herkömm­liche 110.000-Volt-Leitung. Dadurch wird es möglich, die Zahl der Umspann­anlagen zu reduzieren und an den Rand von Städten zu verschieben. Auf diese Weise werden wertvolle Flächen in inner­städtischen Bereichen frei.

Nach 180 Tagen Betrieb haben die Projektpartner nun ein erstes Fazit gezogen. „Der Betrieb verläuft bisher reibungslos. Wir haben wertvolle technologische Erkenntnisse gesammelt, die uns dabei geholfen haben, das Gesamtsystem des Supra­leiters weiter zu optimieren“, sagte Dr. Joachim Schneider, Technik­vorstand der RWE Deutschland. So nahmen die Projektpartner Änderungen in der System­überwachung vor, um den Supraleiter optimal in das Schutz­system des Essener Stromnetzes einzubinden. Zudem passten sie den Kühl­kreislauf des Kabels den speziellen Anforderungen von AmpaCity an.

Die technologischen Erkenntnisse des Projektes stoßen auch im In- und Ausland auf großes Interesse. So ließen sich Delegationen aus Frankreich, Ghana, den USA, China und Japan bereits die Technologie in Essen vor Ort erklären. (Quelle: RWE)

Link: AmpaCity, RWE

Weitere Beiträge: Weltweit längstes Supraleiterkabel eingeweiht, energyviews.de, 7. Mai 2014A. Pawlak: Supraleitung ins Stadtzentrum, physik-journal.de / pro-physik.de, 6. Mai 2014

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