Bio­kero­sin birgt er­heb­li­ches CO2-Ein­spar­poten­zial

Lufthansa Airbus A340-600 auf dem Frankfurter Flughafen (Bild: I. Friedl / Lufthansa)

Lufthansa Airbus A340-600 auf dem Frankfurter Flughafen (Bild: I. Friedl / Lufthansa)

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum hat für die Deutsche Lufthansa AG im Rahmen des Forschungs­vorhabens burnFAIR die Produktions­prozesse der Biokerosin-Herstellung umfassend analysiert. Hierbei kamen die Wissen­schaftler des DBFZ zu dem Ergebnis, dass ein erhebliches CO2-Einspar­potenzial gegenüber fossilen Flug­kraft­stoffen besteht.

Würde Biokerosin auf Basis von Eukalyptusholz eingesetzt, ließe sich 76 % Treibhausgas-Emissionen (THG) gegenüber dem fossilen Kerosin einsparen, so das Ergebnis des Abschluss­berichts. Mit dem Einsatz von Jatropha-basiertem Biokerosin könnte die THG-Einsparung je nach Standort zwischen 28 und 33 % betragen. Die wesent­lichen Verursacher dieser Emis­sionen wurden dabei weniger in den Konversions­verfahren als im Anbau der Jatropha­pflanzen ausgemacht.

„Im Rahmen von burnFAIR wurden sowohl die technische Eignung des Biokerosins als auch die ökologischen und wirtschaft­lichen Aspekte seiner Herstellung untersucht. Die technische Erprobung bestätigte, dass der Einsatz von Biokerosin­gemisch zu keinerlei Problemen im Flugbetrieb oder bei den Emissionen führt. Die Unter­suchung der Herstellung zeigte, an welchen Stellen noch in ökologischer oder wirt­schaft­licher Hinsicht Verbes­serungs­bedarf besteht. Lufthansa wird dies zum Anlass nehmen, gezielt auf entsprechende Verbes­serungen hinzuwirken“, bewertet LH-Projekt­leiter Alexander Zschocke die Ergebnisse.

Die Wissenschaftler des DBFZ führten detaillierte Prozess­simula­tionen verschie­dener Herstel­lungs­verfahren durch und entwick­elten Logistik­szenarien für weltweite Produktions­standorte. Diese stellten die Grundlage für eine ökologische Bewertung dar. Gerade zu den Massen- und Energie­bilanzen bei der Herstellung von Biokerosin aus Jatropha-Öl existierten bislang wenig konkrete Informationen. Die Berechnungen halfen, die Bewertung dieser Technologie mit einem wesentlich besseren Verständnis der Verfah­rens­technik vorzunehmen.

Die Selbstverpflichtung der Luftverkehrswirtschaft sieht unter anderem vor, die CO2-Emissionen bis 2050 um fünfzig Prozent gegenüber 2005 zu reduzieren. Unter Annahme eines jährlichen Anstieges des Kraft­stoff­verbrauchs von 2,9 % (incl. Einsparung durch Effizienz, ICAO 2010) müssen jedoch 86 % der CO2-Emis­sionen 2050 im Vergleich zu 2005 eingespart werden. Damit können durch den Einsatz von Biokerosin die überaus ehrgei­zigen Ziele der IATA-Selbst­verpflich­tung nur erreicht werden, wenn fossiles Kerosin weitgehend ersetzt wird. Nach der ökonomischen Bewertung der Verfahren durch die Projekt­partner der TU Hamburg-Harburg liegen die Produktions­kosten von Biokerosin allerdings oberhalb derer fossilen Kerosins. (Quelle: DBFZ / Aireg)

Links: BurnFAIR-Projekt Abschlussbericht (PDF), aireg.deAireg – Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V.

 

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