Die Cloud im Würfel

Das im Bau befindliche energie- und kostensparende Höchstleistungsrechenzentrum Green Cube des GSI (Bild: G. Otto, GSI)

Das im Bau befindliche energie- und kosten­sparende Höchst­leistungs­rechen­zentrum Green Cube des GSI (Bild: G. Otto, GSI)

Das im Bau befindliche energie- und kosten­sparende Höchst­leis­tungs­rechen­zentrum Green Cube des GSI Helm­holtz­zen­trums für Schwer­ionen­forschung hat beim Europä­ischen Kongress für Rechen­zentren und Cloud-Computing „Datacloud 2015“ eine hohe inter­nationale Aus­zeich­nung als inno­vatives Rechen­zentrum erhalten. Am Dienstag­abend erhielt es in Monte Carlo den Haupt­preis des renom­mierten „Data­cloud Enter­prise Data­centre Award“. Mit dem Preis werden heraus­ragende tech­nische Entwick­lungen ausge­zeichnet. Im Falle des Green Cube ist dies extrem hohe Rechen­leistung für die wissen­schaft­lichen Nutzer gepaart mit heraus­ragender Energie- und Kosten­effizienz.

Der Green Cube wird die effiziente Auswertung enormer Datenmengen möglich machen, die bei Experi­menten an den Beschleunigeranlagen von GSI und zukünftig von FAIR entstehen. Im Endausbau wird Green Cube mit einer Kühl­leistung von zwölf Mega­watt eines der größten wissen­schaft­lichen Rechen­zentren der Welt sein. Es wird auch den energie­effizien­testen Super­computer der Welt beherbergen, den Höchst­leistungs­rechner L-CSC, der derzeit auf Platz eins der welt­weiten Rangliste der energie­sparendsten Supercomputer „Green500“ steht. Mit einem Watt elektrischer Leistung erzielt der L-CSC eine Rechen­leistung von 5,27 Milliarden Rechen­operationen pro Sekunde.

In einer ersten Ausbaustufe wird der Green Cube im Herbst dieses Jahres in Betrieb gehen. Der Green Cube wird nach einem vom Leiter des Bereichs Informations­technologie bei GSI, Professor Volker Lindenstruth, am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und an der Goethe-Universität Frankfurt entwickelten Konzept auf dem GSI-Gelände erbaut. Dies ermöglicht durch ein neu­artiges Kühl­konzept erheb­liche Energie- und Kosten­einspa­rungen, sowohl beim Bau als auch beim Betrieb. Die Inves­titions­kosten im End­ausbau werden rund 16 Millionen Euro betragen.

Mit einem Watt elektrischer Leistung erzielt der L-CSC eine Rechenleistung von 5,27 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde. Niemals zuvor gab es einen Supercomputer, der so energieeffizient arbeitete. (Bild: GSI)

Mit einem Watt elektrischer Leistung erzielt der L-CSC eine Rechen­leistung von 5,27 Milliarden Rechen­opera­tionen pro Sekunde. Niemals zuvor gab es einen Super­computer, der so energie­effizient arbeitete. (Bild: GSI)

Schlüssel für die hohe Energie- und Kosten­effizienz von Green Cube ist ein spezielles Kühlsystem, bei dem die entstehende Wärme bereits in den Türen der Rechner­schränke durch Wasser­kühlung abgeführt wird. Dadurch wird die zur Kühlung benötigte Energie auf ein Zehntel im Vergleich zu herkömmlichen Super­computern reduziert. Außerdem braucht das Rechen­zentrum keine aufwendige Kühlung der Raumluft, die Rechner­schränke können sogar wie in einem Hoch­regal­lager dicht an dicht gestapelt werden, was wiederum die Investi­tions­kosten reduziert. Das Rechen­zentrum Green Cube wird weniger als zehn Prozent der für die Rechner benötigten elek­trischen Leistung für die Kühlung und den gesamten übrigen Betrieb benötigen (PUE < 1,1).

Der Datacloud-Award, mit dem Green Cube jetzt ausgezeichnet wurde, wurde bereits zum achten Mal für heraus­ragende Leistungen bei der Entwicklung von Rechen­zentren und Cloud-Computing – der Nutzung von Groß­rechnern per Internet – bei der Datacloud-Konferenz verliehen. Insgesamt gibt es Haupt­gewinner in zehn Kategorien sowie einen Sonder­preis der Jury. (Quelle: GSI)

Links: Green IT Cube, GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung, DarmstadtDatacloud 2015 AwardsThe Green500 List

Weitere Beiträge: GSI-Supercomputer ist Ener­gie­spar-Welt­meis­ter, energyviews.de, 1. Dezember 2014

 

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