3. Was­ser­stoff­tag beim DLR Lam­polds­hau­sen

Der Austausch über den sinnvollen Einsatz von Wasserstoff als leistungsstarker Energiespeicher stand beim dritten Wasserstofftag im Vordergrund. Von links nach rechts: Prof. Stefan Schlechtriem (Direktor des DLR-Instituts für Raumfahrtantriebe), Reinhold Gall (Innenminister Baden-Württemberg), Harry Brunnet (Bürgermeister der Gemeinde Hardthausen a. K.), Prof. Hansjörg Dittus (DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie), Klaus Schäfer (stellvertretender Direktor des DLR-Instituts für Raumfahrtantriebe; Bild: DLR\Baars)

Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall eröffnete den dritten Wasser­stofftag. Von links nach rechts: Prof. Stefan Schlecht­riem (Direktor des DLR-Instituts für Raumfahrt­antriebe), Minister Reinhold Gall (MdL), Harry Brunnet (Bürger­meister der Gemeinde Hardt­hausen a. K.), Prof. Hansjörg Dittus (DLR-Vorstand für Raumfahrt­forschung und -technologie), Klaus Schäfer (stellver­tretender Direktor des DLR-Instituts für Raumfahrt­antriebe; Bild: DLR\Baars)

Bereits zum dritten Mal trafen sich am 17. September 2015 Energie­experten zum Wasser­stofftag beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Standort Lampolds­hausen. Wissen­schaftler, Industrie­vertreter und Entscheidungs­träger aus der Politik diskutierten über jüngste Entwicklungen und Trends auf dem Gebiet der Nutzung von Wasserstoff als Energie­träger. Der vom Techno­logie-Transfer-Zentrum Lampolds­hausen, der Wirtschafts­förderung Raum Heilbronn und dem DLR veranstaltete Wasser­stofftag dient als Plattform für die baden-württem­bergische Wasserstoff-Community und ermöglicht einen branchen- und unternehmens­übergreifenden Erfahrungsaustausch.

Wasserstoff ist ein immer wichtiger werdendes Element für die Energie­wende und hat als Energie­träger in den vergangenen Jahren einen enormen Bedeutungs­zuwachs erfahren. Als kohlenstoff­freier Energie­träger kann Wasserstoff einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgas­emissionen und damit zum Klimaschutz leisten. Die größte Heraus­forderung für die auf erneuerbaren Ressourcen basierende Energieversorgung der Zukunft ist das zeitliche Auseinander­fallen von Energie­erzeugung und -verbrauch. Wasserstoff als Speicher für regenerative Energie kann hier eine bedeutende Rolle spielen.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Konferenzprogramms lag auf der Wertschöpfungs­kette von regene­rativ erzeugtem Wasserstoff und dessen Aufgaben in einer grünen Wasserstoff­wirtschaft. Dazu wurden zahlreiche Vorträge präsentiert sowie fachliche und anwendungs­bezogene Themen mit Vertretern aus Wissenschaft und Unternehmen diskutiert. In seiner Eröffnungs­rede hob der baden-württem­bergische Innen­minister Reinhold Gall die Bedeutung der Arbeit des DLR für den Forschungs­standort Baden-Württemberg heraus und betonte das gemeinsame Engagement der Wirtschafts­förderung Raum Heilbronn und des DLR Lampolds­hausen im Bereich der Wasserstoff­technologie. „Vorhandene Partner­schaften und Projekte zu stärken, zu vernetzen und neue Netzwerke aufzubauen sind wichtige Ziele des dritten Wasser­stofftags. Durch den regionalen und branchen­übergreifenden Austausch erzeugen wir Synergie­effekte und bringen so die gesamte Wasserstoff­technologie insbe­sondere in der Region Heilbronn voran“, ergänzte Prof. Dr. Stefan Schlecht­riem, Direktor des DLR-Instituts für Raumfahrt­antriebe, in seiner Begrüßungsrede.

Auf welche Maßnahmen die Automobilindustrie setzt, um auf dem Weg zu einer nach­haltigen und umwelt­schonenden Mobilität voranzu­kommen, präsentierte Tina Fromm, Audi AG Ingolstadt. Langfristig will die deutsche Automobil­industrie fossile Kraft­stoffe ersetzen – ein essenzieller Baustein auf dem Weg zur klima­neutralen Mobilität. Auch das öffentliche Verkehrsnetz in Baden-Württemberg setzt zunehmend auf die vielfältigen Möglichkeiten der Wasserstoff­technologie. Philipp Hendricks vom baden-württem­bergischen Ministerium für Verkehr und Infra­struktur (MVI BW) berichtete von einem weiteren spannenden Einsatz­bereich: der Nutzung von Wasserstoff zur Mobilität auf den Schienen. Das Bundes­ministerium für Verkehr und digitale Infra­struktur fördert im Rahmen des Nationalen Innovations­programms Wasserstoff- und Brenn­stoff­zellen­techno­logie NIP die Entwicklung von Schienen­fahrzeugen mit Brennstoff­zellen­antrieb durch die Firma Alstom. Bis spätestens 2021 sollen zehn dieser Züge auch auf nicht elektri­fizierten Strecken in Baden-Württemberg zum Einsatz kommen. Regionale Zulieferer gaben einen Einblick in die Weiter­entwicklung wichtiger Produkte in der Speicher­technologie. Beiträge zu den Themen Wasserstoff­versprödung und Dichtigkeit, sowie stationäre Energie­versorgung mit Wasserstoff als zentraler oder ergänzender Energieträger vervoll­ständigten das Programm. Ein weiterer Fokus lag auf dem grenz­über­schreitenden Austausch mit einem Vortrag über Status und Perspektiven der europaweiten Wasserstoff­produktion. (Quelle: DLR)

Links: H2ORIZON – Nutzung von Synergien zwischen Raumfahrt, Energie und Mobilität (PDF)1. Workshop: Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) – „Aeronautical Applications of Fuel Cells and Hydrogen Technologies“

 

Speak Your Mind

*