Projekt CO2-arme Stadt

Projektpartner: Peter Hoch, Kevin Braun, Harald Oßner, Andreas Ensinger, Prof. Dr. Anna Nagl, Max Fels, Michael Forstner sowie Dr. Karlheinz Bozem (v. l.; Bild: HS Aalen)

Projektpartner: Peter Hoch, Kevin Braun, Harald Oßner, Andreas Ensinger, Prof. Dr. Anna Nagl, Max Fels, Michael Forstner sowie Dr. Karlheinz Bozem (v. l.; Bild: HS Aalen)

Das Elektroauto überall mit selbst erzeugtem Ökostrom laden und das unabhängig vom Energieanbieter aber in Zusammenarbeit mit dem Infra­struktur­betreiber: Genau das soll das am 1. August gestartete Verbund­projekt des Bundes­ministeriums für Bildung und Forschung von der Hochschule Aalen in Zusammen­arbeit mit der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG durch die Entwicklung innovativer Geschäfts­modelle erforschen und umsetzen.

Der vermehrte Einsatz von Elektroautos wird immer wichtiger. Etwa ein Viertel des CO2-Ausstoßes wird vom Straßenverkehr verursacht. Auch der „Diesel-Skandal“ und regelmäßige Feinstaubalarme in Großstädten machen dies deutlich. Elektroautos werden permanent weiterentwickelt und optimiert. Hier gibt es mittlerweile ein breites Angebot für Kunden. Von der automobil­technischen Seite steht der E-Mobilität also nichts mehr im Wege.

Aber wieso steigen die Zahlen der angemeldeten E-Autos nicht wie geplant? Prof. Dr. Anna Nagl, Leiterin des Kompetenz­zentrums für innovative Geschäfts­modelle der Hochschule Aalen hat darauf eine Antwort: „Solange Elektroautos mit herkömmlichen Strom betrieben werden, ist Elektro­mobilität aus Sicht der CO2-Reduzierung eine Milchmädchen­rechnung.“ Umsetzungs­partner Dr. Karlheinz Bozem ergänzt: “Erst wenn die Elektromobilität sich für die Verbraucher, Unternehmen und Kommunen rechnet, wird sie sich durchsetzen.“

Genau dafür praxisnahe Lösungen zu entwickeln und in Pilotprojekten zu testen, darum geht es im Forschungs­projekt CO2-arme Stadt. Elektro­mobilität soll durch die Nutzung von dezentral erzeugtem Ökostrom attraktiver werden. Dies erfordert die Entwicklung wirtschaftlich belastbarer, nachhaltiger und innovativer Geschäfts­modelle. „Der Nutzer muss die Möglichkeit haben, sein Fahrzeug überall mit Ökostrom, besser noch mit selbst erzeugtem Ökostrom, zu laden. Nur dann macht E-Mobilität Sinn!“, so Nagl.

Die entwickelten Modelle werden in einer Pilotphase unter Einbindung der verschiedenen Zielgruppen praktisch getestet, um so einen CO2-armen Individual­verkehr besser entwickeln zu können. Gerade die Individual­lösungen sind wichtig, da die Elektro­mobilität auch den Sprung in ländliche Regionen und mittelgroße Städte schaffen muss, um eine flächen­deckende Nutzung in Deutschland zu erreichen. Denn gerade diese Regionen haben ein hohes Potential an dezentraler Ökostrom­erzeugung, wie zum Beispiel Solarstrom.

Im Netzgebiet des Verbundprojektpartners, der Überland­zentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG, wird bereits heute sehr viel Solarstrom erzeugt. Durch die Nutzung der Solarstrompotenziale für das Laden von Elektroautos wird das Forschungs­projekt einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und somit auch zum Klima­schutz und zur Verringerung der CO2-Belastung leisten.

Das Verbund­projekt dient als Best-Practice-Beispiel und Leuchtturmprojekt in der Elektro­mobilität. Im Netzgebiet der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG wird Elektrom­obilität intensiv für Bürger sichtbar und erfahrbar. Der dezentral erzeugte und stark überschüssige Ökostrom wird besser genutzt. Somit trägt das Forschungs­projekt neben der Schaffung von Mehrwert-Dienst­leistungen zur Netzentlastung bei. Es entstehen skalierbare und auf andere Regionen übertragbare Geschäfts­modelle für die Nutzung von dezentral erzeugtem Ökostrom für das Laden von Elektro­fahrzeugen.

Das Laden der Elektroautos mit dezentral erzeugtem Ökostrom ist kostengünstiger als konventioneller Fahrstrom im Individual­verkehr. Zudem bietet er ökonomische Chancen – sowohl für Erzeuger und Betreiber als auch für Nutzer – weswegen er ökologisch betrachtet auch ein Beitrag zum Klimaschutz sowie zur „Energiewende“ ist und damit die im Projekt angestrebte CO2-Minderung erfüllt. (Quelle: HS Aalen)

Links: BMBF-Verbundprojekt CO2-arme Stadt, HS Aalen • Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG (ÜZW), Essenbach

 

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