Schaeffler: E-Mobilität wird eigener Unternehmensbereich

Auf der Consumer Electronics Show CES Las Vegas stellte Schaeffler neue Lösungen für den urbanen und vernetzten Verkehr der Zukunft in den Mittelpunkt, die teilweise auch in den Formel-E-Rennfahrzeugen zum Einsatz kommen. (Bild: Schaeffler)

Der globale Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat auf der letzte Woche in Bühl stattge­fundenden Kapital­markttag mit rund vierzig Analysten und Investoren seine strategische Ausrichtung und die langfristigen Wachstums­aussichten dargestellt und erläutert. Ausgangs­basis dafür war neben der im letzten Jahr kommunizierten Strategie „Mobilität für morgen“ das seit Jahren bewährte Modell des integrierten Automotive- und Industriezulieferers mit ausgeprägter Fertigungs­kompetenz und hohem System­verständnis.

Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, die wesentlichen Eckpunkte der Strategie mit ihren drei zentralen Zukunfts­chancen E-Mobilität, Industrie 4.0 und Digitali­sierung, die sich ab 2020 zu wichtigen Wachstums­treibern entwickeln sollen. Er kündigte an, dass die  Gruppe beabsichtige, zum 1. Januar 2018 einen eigenständigen Unternehmens­bereich E-Mobilität zu schaffen, in dem sämtliche Produkte und System­lösungen für hybride und rein batterie­betriebene Fahrzeuge gebündelt werden sollen. Darüber hinaus soll neben den deutschen Einheiten ein zweites Kompetenz­zentrum E-Mobilität in China aufgebaut werden, um so der wachsenden Bedeutung des chinesischen Marktes im Bereich der E-Mobilität Rechnung zu tragen. In der Sparte Industrie sollen ebenfalls zum 1. Januar 2018 alle Aktivitäten aus dem Mechatronik­geschäft und dem durch die Digitalisierung ermöglichten Servicegeschäft in einer eigenständigen Organisations­einheit „Industrie 4.0“ gebündelt werden, um so zusätzliches Wachstumspotenzial zu erschließen.

Klaus Rosenfeld sagte zu den anwesenden Analysten und Investoren: „Wir erleben aktuell ein sehr dynamisches Markt- und Wettbewerbs­umfeld, das sowohl im Automotive- als auch im Industrie-Geschäft mit tiefgrei­fenden Veränderungen verbunden ist. Wenn wir diesen Wandel aktiv mitgestalten wollen, müssen wir unsere eigene Transformation beschleunigen. Dabei sehen wir im Rahmen unserer Strategie ‚Mobilität für morgen‘ Elektro­mobilität, Industrie 4.0 und Digitalisierung als zentrale Zukunfts­chancen.“

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte Matthias Zink, gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Pleus, CEO der Sparte Automotive, die aktuellen Überlegungen zum Ausbau der E-Mobilität vor und bestätigte, dass die Gruppe den bevor­stehenden Wandel hin zu neuen Antriebs­technologien voraus­schauend und mit viel Zuversicht angeht. Die Zahl der Kunden­projekte und Serien­aufträge in der Sparte Automotive im Bereich der E-Mobilität nimmt stetig zu. Aktuell wurde die Gruppe mit insgesamt acht Serienaufträgen für E-Achsen und Hybrid­modulen von verschiedenen Automobil­herstellern weltweit beauftragt. Matthias Zink sagte: „Das Umsatz­potential aus diesen Aufträgen beläuft sich auf über eine Milliarde Euro. Der Umsatzanteil mit Produkten und Systemen für Hybrid- und rein batterie­betriebenen Fahrzeugen soll im Jahr 2020 bereits mindestens 15 Prozent des Gesamt­umsatzes des Automotive-OEM-Geschäfts betragen.“

Bis zum Jahr 2020 rechnet das Unternehmen damit, das globale Wachstum des Automobil­markts jährlich um rund vier Prozentpunkte zu übertreffen. Diese Einschätzung wird durch die Auftrags­eingänge der Sparte untermauert, die in den vergangenen Jahren über den Umsatzzahlen lagen.

Anschließend erläuterte Michael Söding, Leiter Automotive Aftermarket mit Sitz in Langen, das Geschäftsmodell und die Zukunfts­chancen seines Unternehmens­bereichs. Auch im Automotive Aftermarket-Geschäft schaut Schaeffler optimistisch in die Zukunft. „Der jährlich wachsende Fahrzeugbestand sowie die zunehmende Komplexität der Fahrzeuge sichern uns enorme Wachstums­chancen im Ersatzteil­geschäft. Bis 2025 streben wir ein jährliches Umsatz­wachstum von mindestens vier Prozent an.“

Zum Abschluss der Veranstaltung erläuterte Dr. Yilin Zhang, Regionaler CEO Greater China, die strategische Ausrichtung und die Wachstums­chancen der Schaeffler Gruppe in China. In China ist die Schaeffler Gruppe mit 11.300 Mitarbeitern, acht Werken und einem durch­schnitt­lichen Wachstum in den letzten zehn Jahren von jährlich mehr als zwanzig Prozent einer der führenden Technologie­partner für lokale und interna­tionale Automobil- und Industrie­unternehmen. Auch in den nächsten Jahren sind die Wachstumsaussichten des Unternehmens in der Region Greater China sehr vielver­sprechend. Das gilt insbesondere für den Bereich der Elektro­mobilität, wo sich China zunehmend zum globalen Leitmarkt entwickelt. Drei der bereits gewonnenen Serien­aufträge für E-Achsen und Hybrid­module stammen aus China. Im Geschäfts­jahr 2016 betrugen die Umsätze in der Region Greater China rund 2,0 Milliarden Euro, was rund 15 Prozent des Gesamt­umsatzes entspricht.

Schaeffler ist seit der Premieren-Saison Partner des Abt-Teams in der Formel-E-Rennserie. Die Vize­meister des letzten und wohl auch dieses Jahres werden in der nächsten Saison zum Audi-Werksteam. (Quelle: Schaeffler / eigene)

Link: Automotive-Sparte, Schaeffler AG, Herzogenaurach

Weitere Beiträge: New-York-ePrix: Audi und BMW machen Einstieg in Formel-E fest, EnergyViews.de, 18. Juli 2017

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