Fortschrittliche alternative flüssige Brenn- und Kraftstoffe

Flüssige Brenn- und Kraftstoffe sind auf absehbare Zeit im Verkehrssektor ebenso unverzichtbar wie flüssige Brennstoffe im Wärme­markt. Welche Wege zu ihrer nachhaltigen Erzeugung auf Basis von Biomasse, Reststoffen oder „Power-to-X“-Konzepten gangbar sind, skizziert der ProcessNet-Arbeits­ausschuss „Alter­native flüssige und gasförmige Kraft- und Brennstoffe“ in seinem aktuellen Positions­papier. Aus Sicht der Experten aller relevanten Branchen aus Wissenschaft, Verbänden und Industrie sind dafür nicht nur gezielte Technologie­entwicklungen notwendig, auch die Rahmen­bedingungen müssen entsprechend gestaltet werden.

Positionspapier Fortschrittliche alternative flüssige Brenn- und Kraftstoffe, ProcessNet, September 2017 (Dechema / VDI)

Die Energiewende steht auf dem Prüfstand. Während im Bereich der Strom­erzeugung durch erneuer­bare Energien deutliche CO2-Einspa­rungen erzielt werden konnten, sind die Emissionen des Verkehrs­sektors seit 1990 praktisch gleich geblieben. Eine zügige Elektrifi­zierung des Verkehrs­sektors ist nicht absehbar – es fehlen neben Infra­strukur und geeigneten Fahrzeugen auch die notwendigen Kapazitäten für nachhaltig erzeugten Strom. Außerdem lassen sich Schwerlast-, Schiffs- und Luft­verkehr nicht ohne weiteres elektri­fizieren.

Um gleichzeitig die Klimaziele zu erreichen und eine sowohl wirtschaftlich wie ökologisch nachhaltige Mobilität sicherzu­stellen, bieten sich fortschritt­liche alternative flüssige Kraft­stoffe an. Sie können aus Biomasse, aus biogenen Abfall- und Reststoffen sowie mit Hilfe von regene­rativ erzeugtem Strom aus CO2 erzeugt werden („Power-to-X“). Die Experten prognosti­zieren für die nächsten dreißig Jahre einen steigenden Bedarf an alterna­tiven flüssigen Brenn- und Kraftstoffen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie einerseits nach­haltig erzeugt werden, andererseits problemlos mit konventio­nellen fossilen Brenn- und Kraft­stoffen mischbar sind und sich in der bestehenden Verbrennungs­technik wie ihre erdölstämmigen Pendants einsetzen lassen („Drop-in-Qualität“).

Das Papier stellt neben den Argumenten für den Einsatz solcher Brenn- und Kraftstoffe auch die möglichen Pfade zu ihrer Herstellung aus unter­schied­lichen Quellen dar: Ausgehend von beispiels­weise CO2, Stroh oder Holz, Algen oder gebrauchten Speisefetten und -ölen werden die einzelnen Verarbei­tungs­pfade und deren derzeitigen Reali­sierungs­stand vorgestellt.

Neben einer Neugestaltung der Zulassungs­regeln für Kraftstoffe und Kraftstoff­zusätze mahnen die Experten auch langfristig verlässliche und kohärente Rahmen­bedingungen für die Forschungs­förderung an, die eine Perspektive über 2020 hinaus eröffnen. Auf dieser Basis könne Deutschland nicht nur seine politischen Ziele erreichen, sondern auch eine technolo­gische Führungsrolle übernehmen. (Quelle: Dechema)

Link: Positionspapier Fortschrittliche alternative flüssige Brenn- und Kraftstoffe, ProcessNet, September 2017, PDF 521 kB

 

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