Sonnen­haus ohne großen Spei­cher

Auf Initiative der Deutschen Gesell­schaft für Sonnen­energie und des Umwelt­forums Münster reiste am 2. Februar eine Gruppe Solar­wärme-Inte­res­sier­ter zum Themen­tag ans ISFH nach Emmer­thal. Zu Beginn stellte Daniel Eggert vom ISFH die dortige Abtei­lung Solare Sys­teme und deren ange­wandte For­schung zur rege­nera­tiven Energie­versor­gung vor. Anschließend berich­tete Fabian Hüsing, eben­falls Mitar­beiter vom ISFH, über zwei aktu­elle For­schungs­projekte.

Demon­strations­gebäude für ein neu­artiges Sonnen­haus­konzept mit direk­ter solar­thermi­scher Bauteil­aktivie­rung und Wärme­pumpen­heizung anstatt großem Puffer­speicher mit Holz­ofen. (Quelle: ISFH)

Im ersten Projekt „Tempe­ratur­opti­mier­tes Sonnen­haus“ hat das ISFH ein Konzept für die direkte solar­thermi­sche Raum­heizung mit Bauteil­akti­vie­rung und Wärme­speiche­rung in einem Erd­kollektor ent­wick­elt und an einem Demon­strations­objekt erprobt. Im Vergleich zu klassi­schen Sonnen­häusern wird ein höhe­rer solar­thermi­scher Ertrag mit einem erheblich kleineren Puffer­speicher­volumen von ein bis ein­ein­halb Kubik­meter und insge­samt zir­ka 28 Pro­zent geringeren Bau­kosten er­reicht. Die benötigte Rest­wärme an sonnen­armen Tagen wird mit einer Sole-Wärme­pumpe abgedeckt, die quel­len­sei­tig von einem Erd­kol­lek­tor ver­sorgt wird. Der gut einen Meter tief ver­gra­bene Erd­kollek­tor kann relativ klein di­men­sio­niert wer­den, weil er solar­ther­misch re­ge­ne­riert wird.

Im zweiten vorgestellten Projekt wurde die solar­thermische Regene­ration von Erdwärme­kollektoren einge­hender unter­sucht. In Simulations­studien wurden die Möglich­keiten aufgezeigt, den Flächen­bedarf von Erd­wärme­kollek­toren durch die Einbeziehung von photo­voltaisch-thermi­schen Sonnenkollektoren, Schwimm­bad­absor­bern oder Fassaden­kollek­toren zu minimieren, um diese Simulationen anschließend in Labor­anlagen unter realitäts­nahen Bedingungen zu überprüfen.

Nach der Veran­staltung waren sich die Besucher einig, dass für die Energie­wende im Bereich der Gebäude­heizung und Warm­wasser­versor­gung der vermehrte Einsatz von Solar­thermie­anlagen dringend erforder­lich ist.

Interessierte haben die Möglich­keit, kosten­frei an einem Abschluss­workshop mit dem Thema „Erdwärme- und Sonnen­kollek­toren als optimierte Quelle für hoch­effi­ziente Wärme­pumpen­systeme“ teilzu­nehmen. Der Work­shop findet am 28. Februar 2018 zwischen 11:00 und 17:00 Uhr auf dem Messe­gelände Offen­bach statt. (Quelle: ISFH)

Links: ISFH Abschlussworkshop: Solar unterstützte Wärmezentralen in Mehrfamilienhäuser, 27.02.2018 an der Hochschule DüsseldorfISFH-Abschlussworkshop: „Erdwärmekollektoren und Sonnenkollektoren als optimierte bivalente Quelle für hocheffiziente Wärmepumpensysteme“, 28.02.2018, Messegelände Offenbach

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