PTB-Kom­pe­tenz­zen­trum für Wind­ener­gie nimmt Be­trieb auf

Das Groß-Koordi­naten­mess­gerät im Euler-Bau hat ein Mess­volumen von 4 × 5 × 2 m. Damit lassen sich zukünftig große Bau­teile von Wind­energie­anlagen, wie bei­spiels­weise Zahn­räder, hoch­genau kali­brie­ren. (Foto: PTB)

In einem neuen Gebäude auf dem Gelände der PTB, dem „Euler-Bau I“, hält das Kompetenz­zentrum für Wind­energie Einzug. Hier soll tech­nisches Neuland betreten werden, indem die Wissen­schaftle­rinnen und Wissen­schaftler der PTB Mess­technik entwickeln und bereit­stellen, die den zuverlässigen Betrieb von immer größeren und leistungs­fähigeren Wind­energie­anlagen ermöglicht. 560 Quadrat­meter Fläche stehen dafür bereit. Die Kosten des Baus und dessen Ein­richtung liegen bei zirka fünf Milli­onen Euro. Anfang Februar begannen bereits die ersten Arbeiten für den zweiten Bau­abschnitt, den „Euler-Bau II“.

Das auf einem Anhänger montierte PTB-Wind-Lidar-System kann im Kompe­tenz­zentrum Wind­energie unter­halb einer Windkanal­mess­einrichtung auf­ge­stellt und dort für die Bestim­mung von Wind­geschwin­dig­keiten kali­briert werden. Das PTB-System soll zukünftig als Referenz für weitere Wind­fern­mess­verfahren bereit­gestellt werden, die unter anderem für die Erstel­lung von Ertrags­prognosen für Wind­parks genutzt werden. (Foto: PTB)

Der Neubau wird unter anderem ein Groß-Koordi­naten­mess­gerät beher­bergen, mit dem sehr große Bau­teile von Wind­kraft­anlagen exakt gemessen werden, wie bei­spiels­weise bis zu vier Meter große Zahn­räder. Zudem hält eine neue Wind­geschwin­dig­keits­mess­technik Einzug, um die Ertrags­prog­nosen für neue Wind­energie­anlagen zu verbessern. Sie besteht aus einer Wind­kanal­mess­ein­rich­tung zur Vali­dierung eines neuen Lidar-Systems als mobiler Referenz für die Wind­fern­messung. Damit ist die PTB das erste natio­nale Metro­logie­institut, das der Wind­indus­trie Unter­stützung für eine zuver­läs­sige und umfas­sende Quali­täts­siche­rung anbieten kann.

Notwendig wird die neue Mess­technik, weil Wind­energie­anlagen immer größer werden – sowohl in Hinblick auf ihre Höhe als auch auf die Abmes­sungen einzelner Bauteile. Die PTB will mit ihrem neuen Kompetenz­zentrum für Wind­energie die deutsche Indus­trie beim Aufbau einer nach­haltigen Energie­versor­gung im Sinne der Energie­wende unter­stützen. Effi­zienz, Störungs­freiheit und Lang­lebig­keit der Wind­energie­anlagen hängen ganz ent­scheidend von der Wahl des Standorts und der zuverläs­sigen Qualitäts­sicherung der betrie­benen Kompo­nenten ab. Zwar gibt es schon jetzt Mess­geräte, die in diesen Berei­chen eine relativ hohe Genauigkeit bieten, doch die end­gültige Qualität einer Mes­sung kann nur durch einen Ver­gleich mit quali­tativ hoch­wer­tigen Normalen nachge­wiesen werden.

Beide Bauabschnitte des Wind-Kompetenz­zentrums werden insgesamt zirka 15 Millionen Euro kosten. Das Bundes­minis­terium für Wirt­schaft und Energie fördert das Projekt mit rund zehn Millionen Euro. Die fachliche Auf­sicht hat der Projekt­träger Jülich inne, Konzeption und Projekt­betreuung des Bau­vor­habens oblie­gen dem Staat­lichen Bau­manage­ment Braun­schweig. (Quelle: PTB)

Link: Energiewende > Windenergie, Abteilung 1 Mechanik und Akustik, Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), Braunschweig

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