KIT: 10 Jah­re For­schung für die Ener­gie­wen­de

Auf der Festtagung am 26. Juni blickte das KIT auf die letzten zehn Jahre Energie­forschung zurück. (Bild: KIT)

Die Energiewende in Deutschland ist beschlossene Sache – doch ihre Umsetzung erfordert weiterhin intensive Forschungs­anstrengungen. Zu den wissen­schaftlich-technischen Heraus­forderungen zählen beispiels­weise Strom­speicherung, Elektro­mobilität oder Strom­umwandlung zu Wärme. Seit nunmehr zehn Jahren verbindet das KIT-Zentrum Energie in Karlsruhe grundlegende und angewandte Forschung im natur-, wirtschafts-, aber auch sozial-, geistes- und rechts­wissenschaft­lichen Bereich, um den gesamten Energie­kreislauf ganz­heitlich zu betrachten. Mit rund 1500 Mitarbei­terinnen und Mitar­beitern ist es inzwischen zu einem der größten Energie­forschungs­zentren in Europa herange­wachsen. Das zehnjährige Jubiläum feierte das KIT-Zentrum am 26. Juni auf seiner Jahres­tagung.

Die Energieforschung am Karlsruher Institut für Technologie berücksichtigt alle Ansätze für eine sichere Energie­versorgung und stellt die Entwicklung eines Gesamt­konzepts für den Energiemix der Zukunft in den Mittel­punkt. „Die mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Welt mit Energie zu versorgen – dieser enormen Aufgabe müssen sich Politik, Wissenschaft und Gesell­schaft gemeinsam stellen. Dabei ist die Energie­versorgung untrennbar verknüpft mit der Arbeit an Lösungen zur künftigen Mobilität und Informa­tions­infra­strukturen“, sagt Holger Hanselka, Präsident des KIT. „Zu diesen großen gesell­schaft­lichen Heraus­forde­rungen leistet das KIT maßgebliche Beiträge.“

Höhepunkt der Jubiläums-Veran­staltung war die Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Heinrich-Hertz-Preises der EnBW-Stiftung an Thomas Schulen­berg und Albert Moser. Schulen­berg, wissen­schaft­licher Sprecher des KIT-Zentrums Energie und Leiter des Instituts für Kern- und Energie­technik, erhielt den Preis für seine Arbeiten zur Erhöhung der Leistung und des Wirkungs­grads von Gas­turbinen. Zudem widmete er sich wichtigen Fragen von nuklearer, konventio­neller und regene­rativer Kraft­werks­technik, beispiels­weise im Bereich der Geo­thermie. Moser ist einer der „geistigen Väter“ des Kopernikus-Projekts Ensure, dem nationalen Forschungs­programm zu neuen Netz­strukturen für die künftige Energie­versorgung. Er berät die Bundes­regierung, zahlreiche Netzbe­treiber und Energie­firmen, darunter die großen Übertragungs­netzbetreiber und Energie­konzerne.

Im Rahmen der Jahres­tagung verlieh Wolfram Münch (Mitte), Leiter „For­schung und Inno­va­tion“ der EnBW, den Heinrich-Hertz-Preis an Albert Moser (links) und Thomas Schulen­berg (rechts; Bild: KIT)

Während der Jahrestagung blickten Wissen­schaft­lerinnen und Wissen­schaftlern in verschiedenen Vorträgen auf die bisherige Forschung und Geschichte des KIT-Zentrums zurück und stellten aktuelle Entwick­lungen und Themen­schwer­punkte vor. Ein verbindendes Thema war die Ausgestaltung der Energiewende. So ging es unter anderem um die Möglichkeiten der dekarbo­nisierten Energie­erzeugung, um die Weiter­entwicklung der Batterie­technologie oder um neueste Power-to-Gas-Technologien, wie sie am KIT entwickelt werden.

Zehn Jahre erfolgreicher Energieforschung ist für die Wissen­schaftle­rinnen und Wissen­schaftler kein Grund zum Ausruhen, sondern „vielmehr Motivation und Ansporn, weiter an Antworten auf die drängenden gesell­schaft­lichen Fragen zu arbeiten“, unter­streicht Hanselka. So steht mit dem Energy Lab 2.0 am KIT eine Test­platt­form zur Verfügung, welche die Strom­erzeuger, Speicher und Verbraucher erstmals intel­ligent vernetzt. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raum­fahrt und dem Forschungs­zentrum Jülich untersucht das KIT hier das Zusammen­spiel von zentraler und dezentraler Energie­versorgung. Zusammen mit sechs weiteren Helmholtz-Zentren entwickelt das KIT außerdem im Projekt „Energie­system­integration“ maß­geschnei­derte Modelle für Energie­systeme der Zukunft. (Quelle: KIT / physik-journal.de, M. Pfalz)

Links: KIT-Zentrum Energie • Heinrich-Hertz-PreisPhysik Journal-Dosser zur Energiewende

Weitere Beiträge: Ensure: Neue Supra­leiter­techno­lo­gie fürs Über­tra­gungs­netz, EnergyViews.de, 29. Juni 2018Vernetzte Forschung für die Energiewende, EnergyViews.de, 26. Juni 2017

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