Weltweit längstes Supraleiterkabel eingeweiht

An supraleitenden Testständen findet am KIT unter anderem die Begleitforschung zum Projekt AmpaCity statt. (Bild: KIT)

An supraleitenden Testständen findet am KIT unter anderem die Begleitforschung zum Projekt AmpaCity statt. (Bild: KIT)

RWE hat das weltweit längste Supraleiterkabel offiziell in das Essener Stromnetz integriert und damit erstmalig in den realen Betrieb genommen. Rund ein Jahr nach dem Spatenstich zur Legung des einen Kilometer langen Kabels, das zwei Umspannanlagen im Essener Zentrum verbindet, startet nun der Praxistest zur künftigen Energieversorgung von Innenstädten. Die besonders effiziente und platzsparende Technologie transportiert im Vergleich zu herkömmlichen Kabeln eine fünf Mal so hohe Strommenge, und dies nahezu verlustfrei.

Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hatten dieses Pilotprojekt mit dem Namen AmpaCity ermöglicht. So steuerte das BMWi 5,9 Millionen Euro zu den weiteren 7,6 Millionen Euro bei, die RWE und seine Projektpartner in das Vorhaben investierten. Diese sind der Kabelhersteller Nexans, der neben dem Supraleiter auch einen supraleitenden Kurzschlussstrom-Begrenzer für den Testbetrieb konstruierte. Darüber hinaus unterstützt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den Feldversuch wissenschaftlich .

Die Bundesregierung begründet die Forschungsförderung als eine Maßnahme, um den technologischen Herausforderungen zu begegnen, welche die Energiewende an alle Akteure im Energiesystem stellt. Das Pilotprojekt AmpaCity wurde im Rahmen des Energieforschungsprogramms durch das BMWi als exzellenter Beitrag ausgewählt und unterstützt.

Zur  Feier der Inbetriebnahme waren Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Physiknobelpreisträger Dr. Johannes Georg Bednorz als Entdecker der Hochtemperatur-Supraleitung sowie zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und der Projektpartner zur Umspannanlage Herkules in der Essener Innenstadt gekommen.

Peter Terium, RWE-Vorstandsvorsitzender, betonte bei der Inbetriebnahme: „AmpaCity zählt zu den herausragenden innovativen Projekten, die RWE mit großer Energie und Leidenschaft umsetzt. Die Energiewende braucht nicht nur Mut, Erfindergeist und zuverlässige Partnerschaft; die Energiewende braucht auch gesunde, kompetente Unternehmen, die den Herausforderungen gewachsen sind, die sie an uns stellt.“

„Für das KIT ist AmpaCity ein wichtiger Meilenstein in der langfristig angelegten Forschung und Entwicklung supraleitender Netzkomponenten. Der grundlegende Wandel, den das Stromnetz mit der zunehmenden Integration erneuerbarer Energie erfahren wird, ist für uns Motivation und Herausforderung, um auch zukünftig mit innovativen, supraleitenden Lösungen zu einem sicheren, stabilen und effizienten Netz beizutragen“, erklärte Prof. Joachim Knebel, Bereichsleiter am Karlsruher Institut für Technologie.

Die Hochtemperatur-Supraleitung und damit der Stromtransport bei minus 200 statt bei minus 270 Grad Celsius geht zurück auf die Forschung von Dr. Johannes Georg Bednorz, der dafür im Jahr 1987 den Physiknobelpreis erhielt. Durch die Eigenschaften des supraleitenden Materials, einer besonderen Keramik, und dessen Kühlung auf minus 200 Grad Celsius wird das Kabel zu einem idealen elektrischen Leiter. In Essen ersetzt das 10.000-Volt Supraleiterkabel eine herkömmliche 110.000-Volt-Leitung. Ziel ist es, die Zahl der Umspannanlagen zu reduzieren und an den Rand von Städten zu verschieben. Auf diese Weise würden wertvolle Flächen in innerstädtischen Bereichen frei. (Quelle: KIT)

Link: Projektziele von AmpaCity, RWE AG

Weitere Beiträge: Supraleitender Langstrecken-Transport erneuerbarer Energien, energyviews.de, 20. März 2014

 

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