Agenda­kon­gress: For­schung für die Ener­gie­wende

300 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik diskutierten beim „Agendakongress“ des Forschungsforums Energiewende in Berlin. (Bild: Acatech, D. Ausserhofer)

300 Vertreter aus Wissenschaft, Wirt­schaft, Gesell­schaft und Politik disku­tierten beim „Agenda­kongress“ des Forschungs­forums Energie­wende in Berlin. (Bild: Acatech, D. Ausserhofer)

Forschung und Entwicklung schaffen die Grundlage einer gelingenden Energie­wende. Wie also sollte die Energie­forschung in den kommenden Jahr­zehnten ausgerichtet werden? Was sind die drängendsten Fragen an die Wissenschaft und wo kann sie neue Perspektiven eröffnen? Darüber diskutierten rund dreihundert Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivil­gesellschaft und Politik beim „Agenda­kongress“ des Forschungs­forums Energie­wende in Berlin. Die Veranstaltung war Teil eines breit angelegten gesell­schaft­lichen Dialogs im Forschungs­forum Energie­wende, den das Bundes­ministerium für Bildung und Forschung angestoßen hat. Bei dem Kongress im Berliner Humboldt-Carré kamen Vertreter von Verbänden, Unternehmen, Gewerkschaften, Umwelt- und Verbraucher­schutz­organisa­tionen sowie der Bundes­länder mit Wissen­schaftlern zusammen, um über Anforderungen an die Energie­wende­forschung zu diskutieren.

„Die deutsche Forschung muss sich mit ihrer exzellenten Expertise in die Ausge­staltung der Energie­wende mit ganzer Kraft einbringen“, sagte Bundes­forschungs­ministerin Johanna Wanka in ihrer Eröffnungsrede. “Die Identifi­zierung langfristiger Forschungs­themen, die für die Energie­wende von Bedeutung sind, ist aber nicht nur Aufgabe der Wissen­schaft. Ich freue mich, dass sich mit dem heutigen Agenda­kongress auch Wirtschaft, Bürger­gesellschaft und die Fachpolitik aus Bund und Ländern in den Prozess einbringen.“

Zur Diskussion standen intelligente und flexible Netze, Energie­speicher und Inno­vationen, mit denen sich energie­intensive Industrie­prozesse an das schwankende Strom­angebot aus Wind und Photo­voltaik anpassen lassen. Dazu gehörte auch die Frage, wie die gesell­schaftlichen, wirtschaft­lichen und politischen Rahmen­bedingungen ausgestaltet werden müssen, um neue Techno­logien erfolgreich in das Energie­system einzubinden.

Die Ergebnisse des Agendakongresses fließen in die „Strate­gische Forschungs­agenda Energie­wende“ ein. Sie steht am Ende eines breit angelegten Dialog­prozesses, in dem Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivil­gesellschaft gemeinsam langfristige Leitplanken und Schwerpunkte einer konsequent auf die Energiewende ausgerichteten Forschung formulieren. Im Ergebnis soll die Strate­gische Forschungs­agenda zur Weiter­entwicklung des Energie­forschungs­programms der Bundes­regierung beitragen.

„Einmalig ist vor allem die Offenheit und Transparenz des Prozesses: Die Strate­gische Forschungs­agenda ist das Ergebnis einer intensiven Diskussion. Auf diese Weise erreichen wir eine Energie­wende­forschung, die lang­fristig trägt und auch von allen getragen wird“, erklärte Klaus Töpfer, Exekutiv­direktor des IASS – Institute for Advanced Sustaina­bility Studies in Potsdam. Er begleitet die Strate­gische Forschungs­agenda als Mitglied im Leitungs­kollegium des Forschungs­forums Energie­wende. Die vom BMBF initiierte Plattform hat die Feder­führung für die Strate­gische Forschungs­agenda übernommen und wird sie Ende dieses Jahres verabschieden.

Für Hildegard Müller, Vorsitzende der Haupt­geschäfts­führung des Bundes­verbands der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW, ist die enge Verknüpfung von Forschung, Politik und Wirtschaft eine zentrale Voraus­setzung für erfolgreiche Forschungs­projekte der Zukunft. Der Kongress zeige, wie fruchtbar eine solche Zusammen­arbeit für das Gelingen der Energiewende sein könne.

Im Vorfeld des Agendakongresses hatte die Geschäftsstelle des Forschungs­forums bereits mehrere Workshops durchgeführt, um das Praxis­wissen gesell­schaftlicher Akteure in die Strate­gische Forschungs­agenda einzubeziehen. Über das Akademien­projekt „Energie­systeme der Zukunft“ hat sich die Wissen­schaft mit konkreten Vorschlägen für Projekte zur Entwicklung von Schlüssel­techno­logien eingebracht. (Quelle: Acatech)

Links: Acatech-Akademieprojekt „Energiesysteme der Zukunft“Forschungsforum Energiewende, Acatech

 

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