SoFi 20.3.: gehen mit der Sonne auch die Lichter aus?

Sonnenfinsternis am 20. März: Geringe Auswirkungen auf die Stromversorgung sind an einem stark bewölkten Tag zu erwarten, scheint die Sonne jedoch ungetrübt, wirkt sich der Kernschatten am Vormittag deutlich stärker auf die bundesweite PV-Leistung aus. Bild: Fh.-IWS / K. F. Domnik / pixelio)

Geringe Auswirkungen auf die Strom­versorgung sind an einem stark bewölkten Tag durch die Sonnenfinsternis am 20. März zu erwarten, scheint die Sonne jedoch ungetrübt, wirkt sich der Kernschatten am Vormittag deutlich stärker auf die bundesweite PV-Leistung aus. Bild: Fh.-IWS / K. F. Domnik / pixelio)

Im Vorfeld der Sonnenfinsternis am Vormittag des 20. März stellen Wissen­schaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg eine Analyse zu deren Auswirkungen auf die deutsche Strom­versorgung vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Simulation der durch Photo­voltaik­anlagen erzeugten Stromeinspeisung während der partiellen Sonnenfinsternis. Diese wird durch die Verschattung der Sonne durch den Mond temporär einen Einbruch verzeichnen. In die Simulation fließen auch histo­rische Messdaten realer PV-Anlagen mit ein. „Damit können wir für eine Vielzahl unter­schied­licher und realitäts­naher Wetter­ereig­nisse die Auswirkungen der Sonnen­finsternis auf die deutsch­land­weite PV-Leistung abbilden“, berichtet Projektleiter Prof. Bruno Burger. Hierbei zeigen sich große Unterschiede: Geringe Auswirkungen auf die Stromversorgung sind an einem stark bewölkten Tag zu erwarten, denn da wäre die eingespeiste Leistung der Photovoltaikanlagen ohnehin relativ gering. Scheint die Sonne jedoch ungetrübt auf die rund 1,4 Millionen Photo­voltaik­anlagen in Deutsch­land, wie beispielsweise am 20. März 2014, wirkt sich der Kern­schatten am Vormittag deutlich stärker auf die bundes­weite PV-Leistung aus.

Gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Fraunhofer IWES hat die Enercast GmbH eine Leistungsprognose erstellt. (Bild: Enercast)

Gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Fraunhofer-IWES hat die Enercast GmbH eine Leistungsprognose erstellt. (Bild: Enercast)

Die Analyse der Freiburger Wissenschaftler zeigt, dass sich die eingespeiste PV-Leistung durch den vorüberziehenden Kern­schatten besonders schnell ändern kann: Zunächst nimmt die Leistung mit aufziehendem Schatten deutlich ab, um nach Über­schreiten der maximalen Ver­schattung in kurzer Zeit wieder erheblich anzusteigen. „Im Falle eines sonnigen Märztags, kann diese zeitliche Änderung der PV-Leistung den Maximal­wert des Jahres 2014 um den Faktor 2,5 über­steigen“, fasst Prof. Burger die Simulations­ergebnisse zusammen und gibt gleich­zeitig Entwarnung: „Unsere Analysen zeigen jedoch auch, dass der konven­tionelle Kraft­werks­park und insbe­sondere die flexiblen Pump­speicher­kraft­werke technisch in der Lage sind, diese zeitlichen Ände­rungen der PV-Leistung auszu­gleichen. Zudem sind auch Wind­energie­anlagen und große PV-Anlagen technisch in der Lage, ihre Einspeise­leistung in kürzester Zeit zu redu­zieren und dadurch zur System­stabi­lität beizu­tragen“. (Quelle: Fh.-ISE)

Link: Studie und „best case“/„worst case“-Videos zur Sonnenfinsternis am 20. März 2015, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg i. Br.

Weitere Beiträge: 20.3.2015: Dooms­day für die Solar­bran­che?, energyviews.de, 28. November 2014

 

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